MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die zunehmende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) hat weitreichende Auswirkungen auf den globalen Energieverbrauch. Ein neuer Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) beleuchtet die Herausforderungen und Chancen, die sich aus dem steigenden Energiebedarf durch KI ergeben.

Die Künstliche Intelligenz (KI) hat sich von einem akademischen Konzept zu einer milliardenschweren Industrie entwickelt, die den Energieverbrauch weltweit erheblich beeinflusst. Laut einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) wird der Energiebedarf von Datenzentren, die KI-Anwendungen unterstützen, in den nächsten Jahren dramatisch ansteigen. Während im Jahr 2020 weniger als 300 Terawattstunden verbraucht wurden, könnte dieser Wert bis 2025 auf fast 1.000 Terawattstunden steigen, was mehr als dem aktuellen Stromverbrauch Japans entspricht.
Derzeit befinden sich etwa 45 % der weltweiten Datenzentrumskapazität in den USA, gefolgt von China. Diese beiden Länder werden auch in Zukunft den Großteil der Kapazität ausmachen. Die IEA prognostiziert, dass der Strombedarf dieser Zentren in naher Zukunft hauptsächlich durch fossile Brennstoffe wie Kohle und Erdgas gedeckt wird. Allerdings könnten erneuerbare Energien und Kernkraft nach 2030 eine bedeutendere Rolle spielen. Besonders in Europa wird erwartet, dass erneuerbare Energien bis 2035 etwa 85 % des neuen Strombedarfs decken werden.
Interessanterweise machen Datenzentren nur einen kleinen Teil des erwarteten Anstiegs des Strombedarfs in diesem Jahrzehnt aus. Elektrische Fahrzeuge, Klimaanlagen und Haushaltsgeräte werden jeweils mehr Strom benötigen als Datenzentren. Insgesamt werden Datenzentren bis 2030 nur etwas mehr als 8 % des erwarteten Strombedarfs ausmachen. In aufstrebenden Volkswirtschaften wird der Bedarf an Klimaanlagen stärker zunehmen als der Bedarf an Datenzentren, während in den USA der Bedarf an Hochleistungsrechnern einen größeren Anteil ausmachen wird.
Ein weiteres Merkmal von Datenzentren ist ihre Tendenz, sich in Clustern nahe an städtischen Zentren zu befinden, was eine besondere Herausforderung für das Stromnetz darstellt. In Regionen wie Irland und Virginia machen Datenzentren bereits 20 % bzw. 25 % des gesamten Strombedarfs aus. Diese Konzentration könnte zu einer erhöhten Nutzung fossiler Brennstoffe in städtischen Gebieten führen oder das lokale Netz zusätzlich belasten.
Insgesamt wird die Künstliche Intelligenz und die damit verbundenen Datenzentren eine treibende Kraft für den zukünftigen Strombedarf sein. Es ist wichtig, diese Entwicklung im Auge zu behalten, um die Energieinfrastruktur entsprechend anzupassen und nachhaltige Lösungen zu fördern.
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