LONDON (IT BOLTWISE) – Ein neues Modding-Projekt namens „DLSS-NR-on-AMD“ bringt NVIDIAs DLSS-5-Neural-Rendering-Ansatz auf AMD Radeon-Karten der RX-9000- und RX-7000-Generation. Die Umsetzung soll als Reimplementierung der Neural-Network-Runtime für AMD laufen und direkt in jedes DirectX-12-Spiel integriert werden, das FSR nutzt. Für den Start sind eine offiziell bereitgestellte DLSS-5-DLL, Windows 11 und ein aktueller Adrenalin-Treiber nötig. Gleichzeitig bleibt die Performance nach ersten Angaben „work in progress“, und es gibt Sicherheitswarnungen beim Setup.

DLSS 5 ist bei vielen Spielern bislang vor allem mit NVIDIA-GPUs verknüpft. Genau diese Kopplung will ein Modding-Projekt aufweichen: „DLSS-NR-on-AMD“ soll die DLSS-5-Neural-Rendering-Funktionalität auf AMD Radeon-Grafikkarten verfügbar machen und dabei nicht nur einen einfachen Kompatibilitäts-Trick liefern. Laut Projektdarstellung richtet sich das Ganze an DirectX-12-Spiele, die FSR als Upscaling-Technologie verwenden. Technisch ist der Ansatz deshalb spannend, weil er nicht bei einem reinen Umschalten von Grafikeinstellungen stehen bleibt, sondern eine eigene Laufzeit-Komponente für die Ausführung der Neural-Rendering-Logik auf AMD-Karten adressieren will.
Der Kern des Vorhabens heißt „Reimplementierung“: Entwickler Daniel Blanco beschreibt „DLSS-NR-on-AMD“ ausdrücklich als Neuprogrammierung einer Neural-Network-Runtime für AMD-Grafikarten. Damit geht die Mod-Implementierung über typische Layer-Konzepte hinaus, wie sie etwa bei Kompatibilitätsprojekten in der Wine- oder Proton-Welt vorkommen. Im Zentrum stehen laut Beschreibung unter anderem die Spielintegration, konkrete Speicherlayouts sowie sogenannte HIP-Kernel. Entscheidend ist dabei auch die Intention, während der Laufzeit keinen fremden Programmcode zu verwenden oder zu übersetzen; der Quellcode des Projekts ist allerdings (zum aktuellen Zeitpunkt der Darstellung) noch nicht öffentlich verfügbar, was die Nachvollziehbarkeit der eigentlichen Implementierung erschwert.
Praktisch verlangt die Installation einige Schritte, die sich pro Spiel wiederholen müssen. Zuerst wird die aktuelle Setup-Datei „dlssnr_on_amd_setup.exe“ von der Projektseite heruntergeladen und anschließend in den Ausführungsordner des Zielspiels gelegt, etwa in „bin/x64“. Dort muss auch die Datei „nvngx_dlssnr.dll“ abgelegt werden, wobei die Mod nach Darstellung die DLL aus einem offiziell verfügbaren DLSS-5-Spiel (z. B. aus NBA 2K27) übernehmen soll. Danach startet der Nutzer den Setup-Prozess über die EXE und folgt den Anweisungen des Installationsassistenten. Erst wenn das Spiel läuft, wird in den In-Game-Einstellungen FSR aktiviert; die Angaben erwähnen, dass FSR 4 und FSR 3 in beliebigen Qualitätsstufen unterstützt werden können und dass außerdem FSRAA als Variante in den Rahmen der Mod-Nutzung fällt.
Ganz unabhängig davon, wie sauber sich das Setup im Alltag anfühlt, bleibt das größte Thema zunächst die Sicherheit und die Stabilität. In der Beschreibung wird erwähnt, dass Windows Defender beim Start der Setup-Datei eine Warnung ausgibt; zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass es trotz Veröffentlichung keinen öffentlich einsehbaren Quellcode zum Modprojekt gibt. Weil die Sicherheitsdetails nicht weiter ausgeführt sind, rät die Redaktion in der dargestellten Berichterstattung aktuell von der Nutzung ab, bis belastbarere Informationen zur Absicherung vorliegen. Wer dennoch testen will, muss sich darüber im Klaren sein, dass Anti-Cheat-Systeme die erforderliche DLSS-5-DLL blockieren können und dass bereits kleine Abweichungen im Setup (falsche DLL-Versionen, falscher Treiberstand) die Funktion verhindern.
Auf der Leistungsseite bleibt die Lage ebenfalls ambivalent. Der Entwickler Daniel Blanco beschreibt zwar, dass die Bildqualität „sehr ähnlich“ zu dem sein soll, was DLSS auf der Original-Hardware erzeugt, aber die Performance gelte weiterhin als „Work-in-Progress“. Als konkretes Beispiel nennt die Projektdarstellung für eine Radeon RX 9070 XT bei 1080p rund 33 FPS. Gleichzeitig zeigt die Projektlogik einen iterativen Verbesserungsweg: Mit jedem Release der Alpha-Software sollen Optimierungen einfließen, und für Version 0.2.12 werden in der Darstellung etwa 6 Prozent mehr Leistung gegenüber einer Vorgängerversion genannt. Das Zielbild ist dabei klar formuliert: DLSS-NR-on-AMD soll „so schnell wie auf einer 5070 Ti“ laufen, sobald die RX-9070-XT-Ausführung in einem möglichst vergleichbaren Performancekorridor stabilisiert ist.
Die Anforderungen bündeln sich auf mehrere technische Voraussetzungen, die für den Erfolg im Alltag entscheidend sind. Für die Nutzung muss eine eigene Kopie der DLSS-5-DLL „nvngx_dlssnr.dll“ in Version 310.8.0.0 vorhanden sein; zudem wird Windows 11 als Betriebssystem genannt und ein Adrenalin-Treiber ab Version 26.1.1 gefordert. Das Zielspiel muss unter DirectX 12 laufen und FSR unterstützen. Getestet wurde das Projekt demnach auf einer Radeon RX 9070 XT; für die RX-9000-Familie wird ein Laufverhalten erwartet, während für ältere AMD-GPUs zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Unterstützung zugesagt ist. Ergänzend lässt sich nach erfolgreicher Installation in einem Overlay über die „Ende“-Taste unter anderem die Intensität von Farbton und Struktur sowie die Hautstruktur anpassen. Gleichzeitig ist in der Beschreibung vorgesehen, dass die Auswahl genutzter DLSS-Modelle, die aktuell über mehrere Varianten im Backend abgebildet werden, zu einem späteren Zeitpunkt auch in das Modding-Projekt einfließen soll.
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