DUISBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Duispool im Innenhafen Duisburg zieht zur zweiten Hälfte der Sommerferien eine positive Zwischenbilanz. Seit dem Start am 18. Juli haben bereits 3.500 Badegäste das kostenlose Hafenbecken genutzt. Damit liegt das temporäre Freibad über der Vorjahreszahl, die im Rahmen der FISU World University Games angeboten wurde. Zusätzlich berichtet die lokale Gastronomie über spürbar mehr Besucher im Innenhafen.

Im Innenhafen Duisburg ist der Duispool ein klassischer Besuchermagnet, aber dieses Mal mit einer ungewöhnlich konkreten Kennzahl: Bis zur zweiten Hälfte der Sommerferien haben bereits 3.500 Badegäste das kostenlose Schwimmangebot im Hafenbecken genutzt. Der Betrieb startet am 18. Juli und zeigt damit früh, dass das temporäre Freibad nicht nur punktuell ankommt, sondern als regelmäßiger Treffpunkt funktioniert. Besonders auffällig ist dabei der Vergleich zur Vorjahressaison, als der Duispool im Rahmen der FISU World University Games angeboten wurde: Die aktuelle Zwischenbilanz liegt bereits über dieser Gesamtzahl.
Technisch und organisatorisch entscheidet sich die Wirkung eines Pop-up-Freibads oft weniger an der Idee als an der Betriebsroutine. Beim Duispool erfolgt die Sicherheit während der Öffnungszeiten durch ausgebildete Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer der Plan P GmbH, was für viele Besucher gerade in einer Hafenumgebung ein entscheidender Faktor ist. Parallel dazu wird die Wasserqualität während der gesamten Laufzeit regelmäßig kontrolliert; laut den vorliegenden Informationen waren die Messwerte bis zur Zwischenbilanz einwandfrei. Die Kontrolle wird über eine öffentlich zugängliche Seite (www.wb-duisburg.de/allgemein/duispool) sichtbar gemacht, was Vertrauen schafft, weil Nachvollziehbarkeit nicht erst im Schadensfall entsteht.
Für die Auslastung spielt neben dem Wetter auch die Zugänglichkeit eine harte Rolle. Der Duispool bleibt noch bis zum 6. September geöffnet, freitags von 13 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr; eine Anmeldung ist laut Angaben nicht erforderlich. Genau diese niedrige Einstiegshürde erklärt mit, warum die Besucherzahlen schnell wachsen können: Wer spontan vorbeikommt, muss keine Hürden überwinden und kann sofort die Angebote nutzen. Dass der Betrieb „bisher ohne besondere Vorkommnisse“ lief, kommt in der Wahrnehmung hinzu, weil es das Sicherheitsversprechen im Alltag bestätigt statt als reine Werbebotschaft zu erscheinen.
Wie stark ein solcher Standort im urbanen Raum zieht, zeigt sich schließlich auch in den Gesprächen direkt am Becken. In den Berichten wird ein Badegast mit den Worten zitiert, es sei „supercool“ und man komme jedes Wochenende. Ein anderer Besucher fasst das Angebot als Kombination aus Wetter, Top-Location und vor allem Kostenfreiheit zusammen. Genau diese Mischung adressiert mehrere Zielgruppen gleichzeitig: Jugendliche und Familien, aber auch Menschen, die sich eher für kurze Abkühlung als für einen „ganzen Badetag“ interessieren. Für eine Stadt, die gleichzeitig Arbeitswege, Freizeit und Gastronomie im gleichen Quartier unter einen Hut bringen muss, ist ein kostenloser Zeitfenster-Betrieb daher mehr als Freizeitservice; er wird zum kurzfristigen Infrastrukturbaustein.
Auch wirtschaftlich wirkt der Duispool über den Tellerrand des Schwimmbeckens hinaus. Die Gastronomie im Innenhafen profitiert laut den vorliegenden Angaben von der zusätzlichen Belebung, weil sich Laufkundschaft und Aufenthaltszeit vor Ort erhöhen. Ein Beispiel ist der Inhaber des Grafschafter Wirtshauses, Timo Wiesel, der betont, dass Gastronomen froh seien, dass der Duispool wieder da ist: Er beschreibt, der Innenhafen sei „einfach belebt“, es sei voll, die Atmosphäre sehe gut aus, und man sehe viele glückliche Menschen in unterschiedlichen Altersgruppen. Ebenso erwähnt Christian Krüger, Geschäftsführer des Restaurants Faktorei 21, dass der Duispool viele Gäste gebracht habe und es im Vergleich zum letzten Jahr kein „Sommerloch“ gegeben habe.
Hinter der städtischen Wirkung steckt zudem ein breiteres Motiv, das im Projekt explizit adressiert wird: klimaresiliente Stadtentwicklung. Für Kevin Paterka vom Projektträger Transurban ist der Duispool relevant, weil Städte heißer werden und man deshalb niedrigschwellige Angebote braucht, die Hitzephasen abfedern. In der Argumentation geht es um Zugänglichkeit für Nachbarschaften ebenso wie um alltagstaugliche Nutzbarkeit für Kinder, die ihre Sommerferien vor Ort verbringen. Damit verknüpft der Duispool Freizeitgestaltung mit einer pragmatischen Anpassungsstrategie: Statt nur langfristige Planungen zu diskutieren, entsteht in der Sommerperiode ein konkreter Ort, an dem Abkühlung möglich ist und der Lebensqualität direkt beeinflusst.
Organisation und Förderlogik des DuispooIs zeigen schließlich, wie solche Stadt-Interventionen in der Praxis zusammengesetzt werden. Das Projekt ist laut Angaben eine Zusammenarbeit von DBI und Transurban, in Kooperation mit dem Architekturstudio orizzontale; unterstützt wird es von den Wirtschaftsbetrieben Duisburg, der Stadt Duisburg, Duisburg Kontor und DuisburgSport. Die Projektsteuerung liegt bei der DBI, wodurch Verantwortlichkeiten im Betrieb klar gebündelt werden. Für Städte und Projektentwickler ist das ein wichtiger Hinweis: Gerade bei temporären Infrastrukturen entscheidet die Schnittstellenarbeit zwischen Betreiber, Sicherheitskonzept, Wasserprüfung und lokaler Ökonomie über den Erfolg. Der Duispool liefert dafür ein konkretes Beispiel, das sich an den Zahlen festmachen lässt: 3.500 Badegäste bis zur Ferienmitte und eine Kapazität, die offenbar auch im Vergleich zum Vorjahr weiter nach oben zeigt.
Für die letzten Wochen bis zum 6. September bedeutet das vor allem Planbarkeit für Besucher und Beteiligte. Wenn die Nutzung sich wie in den ersten Wochen entwickelt, kann der Innenhafen nicht nur als „Sommer-Highlight“, sondern als regelmäßiger sozialer Knotenpunkt auftreten. Das gilt besonders, weil die Zeiten sowohl am Freitag als auch an den Wochenenden festen Rhythmus liefern und keine Anmeldung nötig ist. Gleichzeitig bleibt der technische Kern sichtbar: ausgebildetes Personal, regelmäßige Wasserqualitätskontrollen und dokumentierte Messwerte. Damit ist der Duispool nicht nur eine kurzfristige Abkühlung, sondern ein Betriebsmodell, das für ähnliche Hafen- und Innenstadtlagen als Referenz taugt – genau in dem Moment, in dem die Saison ohnehin auf voller Länge läuft.
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