PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Zwei große Eisschilde in Grönland und der Antarktis haben seit 1979 mehr als 11 Billionen Tonnen Eis verloren. Eine Auswertung von 42 Messkampagnen, gespeist aus Daten von 27 Satellitenmissionen, verknüpft den Trend mit dem schnelleren Eisabfluss in den Ozean. Zwischen den 1980er- und 2010er-Jahren stieg der jährliche Eisverlust in Grönland von etwa 60 auf rund 264 Milliarden Tonnen. In der Antarktis kam der Anstieg vor allem durch beschleunigten Gletscherfluss zustande, der dann durch den wärmenden Ozean abschmilzt.

Die Zahlen klingen erst einmal abstrakt, werden aber mit Blick auf die reale Küstenlage schnell greifbar: In den vergangenen knapp 50 Jahren sind die beiden großen Eisschilde der Erde in Grönland und der Antarktis laut einem Bericht im Fachjournal Scientific Data für insgesamt mehr als 11 Billionen Tonnen Eis verantwortlich. Aus dieser Massebilanz ergibt sich eine gemessene Meeresspiegelerhöhung von 3,14 Zentimetern. Entscheidend ist dabei nicht nur die Summe, sondern die Dynamik: Das Forschungsteam um das IMBIE-Programm (Ice Sheet Mass Balance Intercomparison Exercise) zeigt, wie stark sich die Verluste im Verlauf der Jahrzehnte beschleunigt haben und wie die Prozesse zwischen „schmelzen an der Oberfläche“ und „Eis wird durch Dynamik abtransportiert“ auseinanderfallen.
Methodisch stützt sich die Untersuchung auf 42 einzelne Erhebungen, die wiederum Daten aus 27 Satelliten-Missionen kombinieren. Die Idee dahinter ist weniger spektakulär als sie wirkt: Unterschiedliche Satelliten liefern verschiedene Messgrößen (zum Beispiel zur Höhe der Eisfläche oder zur Schwerkraftänderung), und diese Daten lassen sich nicht sinnvoll übereinanderlegen, ohne sie in ein konsistentes Bild zu bringen. Genau das sollte IMBIE adressieren. Für die Bewertung bedeutet das: Wenn Forscherinnen und Forscher aus einer Vielzahl von Beobachtungswegen ein konsistentes Gesamtbild ableiten, dann wird der beobachtete Trend statistisch robuster gegenüber Ausreißern, Messlücken und Modellannahmen. Damit lässt sich auch genauer verfolgen, „wo genau“ und „wie stark“ Eis verloren geht – inklusive der Frage, ob sich ein Prozess verstärkt oder abschwächt.
In den Resultaten wird die Beschleunigung besonders deutlich: Seit den 1990er-Jahren nimmt der Eisverlust deutlich zu. In Grönland waren es in den 1980er-Jahren jährlich etwa 60 Milliarden Tonnen, während die Größenordnung in den von Hitzesommern geprägten 2010er-Jahren auf rund 264 Milliarden Tonnen pro Jahr anwuchs. Die Antarktis zeigt dabei einen ähnlichen Trend, aber mit anderer Prozessaufteilung: Dort lag der jährliche Verlust in den 1980er-Jahren bei etwa 48 Milliarden Tonnen und erhöhte sich in den 2010er-Jahren im Mittel auf circa 202 Milliarden Tonnen pro Jahr. Diese Veränderung ist für die Interpretation wichtig, weil sie zeigt, dass „mehr Wärme“ nicht automatisch nur bedeutet, dass oben mehr Eis schmilzt. Stattdessen verschiebt sich der Beitrag zwischen Oberflächenverlust und dynamischer Entladung in Richtung der Ozeankante.
Gerade dieser Punkt macht die Studie politisch und operativ relevant, weil er die Erwartungen an zukünftige Entwicklungen prägt. Laut Co-Autorin Inès Otosaka von der britischen Northumbria University entfällt „mehr als vier Fünftel“ des Eisverlusts nicht auf das Schmelzen an der Oberfläche, sondern darauf, dass Gletscher schneller strömen und das Eis in den Ozean abgegeben wird. Für die Küstenrisiken bedeutet das: Selbst wenn sommerliche Oberflächenbedingungen lokal variieren, kann die Bilanz weiter stark vom Wärmeeintrag in der Tiefe und von der Reaktion der Eisschilde auf den zunehmend wärmeren Ozean bestimmt sein. In der Antarktis geht der Verlust sogar vollständig auf beschleunigten Gletscherfluss zurück, der dann durch den wärmenden Ozean das Abschmelzen begünstigt. Damit wird ein Gesamtbild sichtbar, in dem der Ozean nicht nur „mitwirkt“, sondern als zentraler Treiber der Dynamik agiert.
Aus der Perspektive des Meeresspiegels lässt sich die Größenordnung ebenfalls einordnen. Die Untersuchung wird unter anderem durch die ESA (Europäische Raumfahrtbehörde) unterstützt, und der Beitrag der Eisschilde wird auf etwa ein Viertel des steigenden Meeresspiegels beziffert, während ungefähr drei Viertel auf schmelzende Gebirgsgletscher sowie die thermische Ausdehnung des erwärmten Meerwassers zurückgehen. Ein Blick auf den bisher beobachteten Effekt verdeutlicht das Risiko: „Etwas mehr als drei Zentimeter“ wirken im Alltag klein, erhöhen aber laut Andrew Shepherd von der Northumbria University die Gefährdung für weitere sechs bis neun Millionen Menschen, weil Überflutungen und Küstenerosion wahrscheinlicher werden. Das ist keine abstrakte Modellrechnung, sondern eine Verschiebung der statistischen Häufigkeit von Extremhochwassern und der langfristigen Küstenlinie.
Gleichzeitig zeigt die Studie eine Zwischenphase, die man leicht missverstehen könnte: In den letzten Jahren der Auswertung, zwischen 2020 und 2023, ist der Eisverlust etwas langsamer geworden. Die Fachleute warnen aber explizit davor, daraus eine Trendwende abzuleiten. Technisch gesprochen heißt das: Eine Abflachung über wenige Jahre kann das Ergebnis natürlicher Schwankungen (etwa in Wetterlagen oder Ozeanbedingungen) sein, während der langfristige Zustand des Systems weiter in Richtung erhöhter Gesamtabgabe tendiert. So bleibt die Kernaussage bestehen, dass die Eisschilde weiterhin mehr verlieren, als sie durch Akkumulation wiedergewinnen würden. Für Entscheiderinnen und Entscheider ist das vor allem eine Frage der Zeithorizonte: Infrastrukturplanung benötigt robuste Annahmen, nicht nur kurzfristige Dämpfungen.
Für die Praxis in Forschung und Industrie lässt sich daraus vor allem ableiten, dass das Monitoring von Eisschilden nicht als „zeitweise Messaufgabe“ verstanden werden sollte. Wenn das System stark dynamisch reagiert und die Hauptkomponente des Verlusts über den Gletscherfluss in den Ozean läuft, dann werden datengetriebene Modellketten wichtiger: aus Satellitenbeobachtungen wird ein Massentransfer-Modell, daraus eine Prognose der zukünftigen Abgabe, und schließlich fließen diese Ergebnisse in Risikobewertungen für Küstenregionen. Auch KI-gestützte Auswertung kann hier unterstützend sein, etwa beim Auffinden von Musterbrüchen oder bei der Qualitätskontrolle von Messdaten, aber der Kern der Aussage bleibt physikalisch: Der Ozean beeinflusst die Dynamik stärker als man aus reiner „Oberflächenschmelze“-Intuition ableiten würde. Genau deshalb lohnt sich die Präzision der IMBIE-Methodik, weil sie den langfristigen Trend sichtbar macht, auch wenn einzelne Jahre kurzfristig anders aussehen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Eisschilde verlieren weiter rasant Eis: über 11 Billionen Tonnen seit 1979" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Eisschilde verlieren weiter rasant Eis: über 11 Billionen Tonnen seit 1979" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Eisschilde verlieren weiter rasant Eis: über 11 Billionen Tonnen seit 1979« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!