BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Europäische Union steht vor der Herausforderung, ihr ambitioniertes Ziel im Halbleitersektor bis 2030 zu erreichen. Trotz der starken Position Deutschlands in der Branche, bleiben die Investitionen der EU hinter anderen Regionen zurück. Experten äußern Zweifel an der Realisierbarkeit der EU-Ziele und betonen die Notwendigkeit zusätzlicher Fördermittel.

Die Europäische Union hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 einen Anteil von 20 Prozent am globalen Halbleitermarkt zu erreichen. Doch Experten wie Achim Kempe, operativer Geschäftsführer des Halbleiterherstellers Nexperia, äußern Zweifel an der Realisierbarkeit dieses Ziels. In einem Interview bezeichnete Kempe das Vorhaben als utopisch und verwies auf die massiven Investitionen in den USA, China, Taiwan und Südkorea, die die EU deutlich hinter sich lassen.
Ein wesentlicher Faktor, der die EU zurückhält, ist die Konzentration des Montage- und Testbereichs der Produktionskette in Asien. Die dortigen Kostenvorteile sind so erheblich, dass sich daran in naher Zukunft wenig ändern dürfte. Nexperia selbst betreibt Werke in China, Malaysia und auf den Philippinen, was die Abhängigkeit von asiatischen Produktionsstandorten unterstreicht.
Bereits im Dezember hatte der Verband der Elektro- und Digitalindustrie vor einem Scheitern der EU-Zielvorgaben ohne zusätzliche Fördermittel gewarnt. Der Marktanteil der EU betrug zu diesem Zeitpunkt lediglich 8,1 Prozent. Auch der Europäische Rechnungshof äußerte im April ähnliche Bedenken und kritisierte die unzureichenden Investitionen.
Trotz dieser Herausforderungen wird die Position der deutschen Halbleiterindustrie gelobt. Deutschland gilt als führend in Europa, was durch innovative Projekte, wie die entstehenden Fabriken rund um Dresden, unterstrichen wird. Kempe betonte, dass die vorige Bundesregierung bereits viel für die Branche erreicht habe und äußerte die Hoffnung, dass der aktuelle politische Kurs fortgesetzt werde.
Nexperia, mit Hauptsitz im niederländischen Nimwegen und im Besitz des chinesischen Unternehmens Wingtech, ist aufgrund seiner chinesischen Muttergesellschaft für EU-Förderungen im Jahr 2023 nicht zugelassen. Dies zeigt die komplexen geopolitischen Verflechtungen, die die europäische Halbleiterindustrie beeinflussen.

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