BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die EU-Kommission will erneuerbare Energien in Nordafrika und dem Nahen Osten deutlich stärker fördern. Bis 2035 sollen bis zu 25 Milliarden Euro mobilisiert werden, um rund 15 Gigawatt neue Solar- und Windkapazitäten aufzubauen. Gleichzeitig setzt die Initiative auf schnellere Genehmigungen, bessere rechtliche Rahmenbedingungen und eine stärkere Vernetzung der Energiesysteme. Damit sollen sowohl die Energiesicherheit in Europa als auch die Resilienz der Partnerregionen gegen Preisschocks verbessert werden.

Die Energiewende bekommt eine neue geografische Dimension: Die EU-Kommission plant, Nordafrika und den Nahen Osten systematisch in die Stromproduktion aus Solar- und Windenergie einzubinden. Hintergrund ist weniger ein abstraktes Nachhaltigkeitsziel als ein handfester Wettbewerbs- und Sicherheitsfaktor. Während Europa wegen hoher Energiepreise unter Druck steht, sieht man in der Nachbarschaft eine strukturelle Chance: In vielen Küsten- und Wüstenregionen sind die Ressourcen für Photovoltaik und Windenergie besonders ergiebig. Gleichzeitig gelten die Partnerländer gegenüber Preisschocks und geopolitischen Spannungen als verwundbar, weil sie noch stark von fossilen Energieträgern abhängen.
Technisch setzt die Initiative auf den Ausbau dort, wo die physikalischen Rahmenbedingungen die Erzeugung begünstigen. Hohe Sonneneinstrahlung und konstante Winde über dem Meer und in Wüstengebieten können die Volllaststunden für entsprechende Anlagen erhöhen. Für Unternehmen und Netzbetreiber ist entscheidend, dass daraus mehr als lokale Projekte entstehen: Geplant ist eine stärkere Vernetzung der Energiesysteme in der Mittelmeerregion. Das zielt auf die Koordination von Lastflüssen, die Stabilisierung der Netze bei wetterbedingter Schwankung und die schrittweise Integration von volatiler Einspeisung. Im Vergleich zu rein nationalen Ausbaupfaden ist das ein komplexerer, aber langfristig wirksamerer Ansatz.
Ein Kernpunkt ist die Kombination aus Finanzierung, rechtlichem Umbau und Projektbeschleunigung. Bis 2035 sollen bis zu 25 Milliarden Euro mobilisiert werden, unter anderem über EU-Garantien. Ergänzend sollen mehr als 100.000 Arbeitsplätze im Bereich sauberer Energien entstehen. In der Praxis bedeutet das: Projektentwickler brauchen planbare Genehmigungswege, stabile Ausschreibungs- und Vergaberegeln sowie ein belastbares Vertrags- und Netzentgelt-Regime. Genau hier liegt historisch oft der Engpass, weil Energieprojekte zwar technisch machbar sind, administrativ aber lange dauern. Aus Marktsicht ist das wichtig, weil die Zeit bis zur Inbetriebnahme bei Erneuerbaren eine zentrale Stellgröße für Rendite und Risiko ist.
Auch wenn die Initiative politisch formuliert ist, wirkt sie wirtschaftlich wie ein Angebot an Europas Industrie. Günstiger erzeugter Strom aus Partnerländern könnte mittelfristig helfen, die Kostenbasis in Europa zu entlasten und damit Wettbewerbsfähigkeit zu stützen. Damit verschiebt sich die Diskussion von „Energiekosten als Folge“ hin zu „Energiekosten als strategisches Versorgungsmanagement“. Besonders relevant ist dabei der Vergleich mit früheren Versuchen, die Stromerzeugung aus der Wüste nach Europa zu bringen. Bereits vor etwa 15 Jahren wurde das unter dem Namen Desertec als Konzept erprobt; die neue Initiative kann als Weiterentwicklung verstanden werden, weil sie Investitionsrahmen und Genehmigungslogik stärker zusammenführt und die Netzintegration in den Mittelpunkt rückt.
Für den Markt bedeutet die angekündigte Größenordnung von 15 Gigawatt bis 2035, dass mehrere Wertschöpfungsstufen gleichzeitig adressiert werden. Das betrifft Projektentwicklung, Engineering, Netzinfrastruktur und Betrieb, aber auch Komponenten wie Wechselrichter, Turbinen, Transformatoren sowie Netzschutz- und Leittechnik. Dabei konkurriert der Ansatz nicht nur um technische Machbarkeit, sondern auch um Kapazitäten in Lieferketten: Wenn mehrere Regionen parallel auf Wind- und Solar-Pipelines setzen, steigt der Druck auf Produktions- und Montagekapazitäten. Gleichzeitig schafft die stärkere regionale Verzahnung einen Bedarf an Systemdienstleistungen, etwa für Frequenzhaltung und Spannungssupport. Unternehmen, die solche „Grid-Services“ liefern können, hätten damit potenziell ein attraktives Einsatzfeld.
Branchenbeobachter erwarten, dass die Finanzierung über Garantien das Risikoprofil für Investoren spürbar verändern kann. Wie aus der Politik- und Branchenberichterstattung hervorgeht, gelten die Kosten in vielen Teilen der Region als deutlich niedriger als in Europa. Diese Differenz ist jedoch kein Selbstläufer: Sobald Projekte in einem größeren Maßstab realisiert werden, treten realwirtschaftliche Themen wie Transport, Netzanschlusskosten, Wechselkursrisiken und langlaufende Stromabnahmeverträge in den Vordergrund. Für Experten ist deshalb entscheidend, ob die Initiative die „Bankability“ der Vorhaben tatsächlich verbessert. In diese Richtung deuteten auch Aussagen von Verantwortlichen für den Mittelmeerraum, die das ungenutzte Potenzial der Region betonten und gleichzeitig die Anfälligkeit gegenüber Klimazielen und Preisschocks hervorhoben.
Die soziale und regulatorische Dimension ist dabei nicht nur Beiwerk. In den Partnerländern kann der Ausbau der Erneuerbaren Beschäftigung schaffen und zugleich die Fähigkeit erhöhen, die Energieversorgung selbstbestimmt zu gestalten. Gleichzeitig wird die EU bei der Umsetzung nicht nur auf technische Kriterien schauen, sondern auch auf den rechtlichen Rahmen: Vertragsdurchsetzung, Governance, Umweltauflagen, Landnutzungsfragen und die konkrete Ausgestaltung von Ausschreibungen. Für Unternehmen in Europa ist zudem Datenschutz und Sicherheitsarchitektur ein Thema, auch wenn es „nur“ um Strom geht: Moderne Energieinfrastrukturen arbeiten mit digitalen Steuer- und Überwachungssystemen, deren Betrieb Datenströme erzeugt und Angriffsflächen mit sich bringt. Wer hier früh Compliance und Security by Design etabliert, senkt später Integrationsrisiken.
Was die Zukunft betrifft, wird die Initiative die Strategien großer Projektierer und Netzbetreiber wahrscheinlich nachhaltig beeinflussen. Wenn bis 2035 rechnerisch genug Strom für etwa zehn Millionen europäische Haushalte verfügbar gemacht werden soll, hängt die tatsächliche Wirkung stark von Zeitplänen, Netzkapazitäten und der Fertigstellungskurve ab. Der systemische Vorteil läge darin, dass die EU ihre Importabhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert und zugleich die Resilienz gegen Preisschwankungen erhöht. Gleichzeitig entsteht für Entwickler eine Chance: Wer sich früh in Genehmigungs- und Netzintegrationsprozesse einklinkt, kann von einer besseren Projektpipeline profitieren. Entscheidend bleibt jedoch, ob es gelingt, die komplexe Kette aus Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb nicht nur politisch zu versprechen, sondern operativ stabil zu liefern.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "EU plant 15 GW Erneuerbare bis 2035: Solar & Wind in Nordafrika" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "EU plant 15 GW Erneuerbare bis 2035: Solar & Wind in Nordafrika" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »EU plant 15 GW Erneuerbare bis 2035: Solar & Wind in Nordafrika« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!