BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Mit FritzOS 8.40 erhalten vier Mobilfunk-FritzBox-Modelle ein neues Labor-Paket und wechseln in eine laufende Beta-Runde. Insgesamt sollen Nutzer laut den Patchnotes von 48 Anpassungen profitieren, darunter sieben komplett neue Funktionen. Besonders im Fokus stehen ein neuer „Einfache Modus“ fürs FritzFon, ein SOS-Ruf mit hinterlegbaren Notfallkontakten sowie Smart-Home-Aktionen wie das Abschalten von Steckdosen bei Überlast. Zusätzlich verbessert das Update den Umgang mit Mobilfunk- und VPN-Verbindungen, etwa mit Optionen rund um WireGuard.

Mit FritzOS 8.40 liefert AVM ein weiteres Labor-Update nach, das nicht nur kleinere Korrekturen nachschiebt, sondern konkrete Nutzerfunktionen in mehrere Schwerpunkte der Firmware rückt. Auffällig ist dabei die Breite der Geräteauswahl: Gleich vier Mobilfunk-Router werden neu in die Testrunde aufgenommen – die FritzBox 6850 5G, 6850 5G V2, 6850 4G und 6850 LTE. Für das fünfte, ältere Modell im Paket gilt hingegen ein anderes Bild: Die FritzBox 5590 Fiber bekommt in der Laborrunde vor allem eine verbesserte Systemstabilität. Damit setzt das Unternehmen auf zwei Geschwindigkeiten – einerseits Stabilität für bewährte Installationen, andererseits Feature-Wachstum bei den Mobilfunkvarianten.
Technisch betrachtet liegt der Kern der Neuerungen in FritzOS 8.40 weniger in einem einzelnen Modul als in der Kombination aus Bedienbarkeit, Konnektivität und Automatisierung. Für die Mobilfunk-Router beschreibt das Update einen erweiterten Ausfallschutz über das integrierte Modem, wodurch eine Internetverbindung nach Herstellerangaben auch über LAN oder WLAN stabiler bleiben soll. Parallel dazu wird der „Einfache Modus“ für das FritzFon als eigene Bedienebene eingeführt. Der Modus bündelt Menüs und Funktionen stark auf die Telefonie und adressiert dabei explizit Nutzergruppen, bei denen die klassische Oberfläche zu komplex wirkt – inklusive Barrierefreiheits- und Usability-Fokus.
In der Praxis bedeutet der neue „Einfache Modus“, dass Softkeys nicht nur als feste Navigationshilfe dienen, sondern sich nach Aktivierung als Schnellwahltasten nutzen lassen. Jede Taste kann mit einer Rufnummer oder einer Funktion belegt werden; so entsteht ein sehr kurzer Weg zu den wichtigsten Kontakten oder Abläufen. Noch stärker auf Alltagsnutzung zielt der SOS-Ruf: Er ist Teil des einfachen Modus und erlaubt das Hinterlegen von bis zu vier Notfallkontakten. Im Ernstfall werden diese Kontakte automatisch nacheinander angerufen; Dauer sowie die Wiederholung der Anrufsequenz lassen sich individuell festlegen. Für Unternehmen und Supportverantwortliche ist das auch deshalb relevant, weil sich solche Settings meist einmalig konfigurieren lassen und dann im Betrieb weniger Interaktion erfordern.
Daneben erweitert FritzOS 8.40 die Smart-Home-Logik in Richtung stärkerer Ereignis- und Laststeuerung. Bei aktivierter Funktion „Abschalten bei Überlast“ sollen Steckdosen nach Überschreitung einer festgelegten Leistung nach einer definierten Dauer ausgeschaltet werden. Das ist im Kern eine typische Regel-Engine-Erweiterung, aber mit klarer Betriebsrelevanz: Man kann damit Verbraucher adressieren, die im Alltag unbemerkt dauerhaft Leistung ziehen, etwa in Werkstatt- oder Feriennutzungen. Ebenso wichtig: Wenn-Dann-Verknüpfungen für Routinen lassen sich laut den Patchnotes nun mit mehreren Auslösern erstellen. Das reduziert die Notwendigkeit, Logik mehrfach zu modellieren, und vereinfacht Szenarien wie „bei Kombination aus Ereignis A und Ereignis B“ oder „bei mehreren Triggern, die alle dasselbe Ziel auslösen“.
Auch die klassische Router-Themenpalette wird in der Laborrunde und den begleitenden Patchnotes sichtbar breiter. In den dokumentierten Anpassungen rund um Mobilfunk geht es unter anderem um verbesserte Stabilität der Mobilfunkverbindung sowie um Autoerkennung des passenden Mobilfunkanbieters nach der SIM-Karte – inklusive der Möglichkeit, die Erkennung auch nach einem SIM-Kartenwechsel zu aktualisieren. Im Bereich Internet und VPN tauchen konkrete Verbesserungen auf: Die Kommunikation zwischen FritzBox und App soll Nachrichtenverluste reduzieren, Online-Monitor-Ansichten werden um Upstream- und Downstream-Werte für Top-Verbraucher ergänzt, und bei manueller Konfiguration von WireGuard-Verbindungen werden zusätzlich VPN-Verbindungen für Benutzereinwahl möglich.
Für Sicherheits- und Netzwerkbetriebsteams ist besonders die WireGuard-Feinsteuerung interessant, weil sie eher an die Praxis der heterogenen Heimnetze andockt als an reine Komfortfunktionen. In den Patchnotes werden etwa Ereignisse im Kontext von Kill-Switch beschrieben – nach Ausfall einer WireGuard-Verbindung sollen dafür vorgesehene Daten nicht über die Internetverbindung gesendet werden. Außerdem lässt sich die MTU (Maximum Transmission Unit) für alle WireGuard-VPN-Verbindungen einstellen, und für VPN-Verbindungen können weitere „entfernte Netzwerke“ der Gegenstelle ergänzt werden. Solche Parameter sind gerade dann hilfreich, wenn es im Zusammenspiel mit Routern, Providern oder Pfad-Charakteristika zu MTU-Problemen oder Routenlücken kommt.
Interessant ist zudem, wie AVM die Installation im Labor adressiert. Wer eine bereits laufende Beta-Version nutzt, kann das Update automatisch über die Benutzeroberfläche suchen lassen; wer von einer stabilen Firmware in das Testprogramm wechselt, findet die passenden Dateien auf der Labor-Webseite für sein Modell und spielt sie anschließend über „System“ > „Update“ sowie den Reiter „FritzOS-Datei“ ein. Für Erstinstallationen empfiehlt das Unternehmen, vorher die aktuellste stabile Version aufzuspielen und zusätzlich eine Sicherungskopie der Geräteeinstellungen anzulegen. Das ist in der Praxis ein entscheidender Schritt, weil sich der Rollback bei Problemen ohne vollständige manuelle Neukonfiguration schneller durchführen lässt.
In Summe zeichnet FritzOS 8.40 vor allem zwei Trends im Fritz-Ökosystem nach: Einmal die Verlagerung zentraler Bedienfunktionen in Richtung vereinfachter Oberflächen für weniger technikaffine Nutzer, zum anderen die stärkere Vernetzung von Router, Mobilfunk und Heimautomatisierung in konsistente Regeln. Für die Roadmap im Alltag heißt das: Der Router wird weniger nur zum Transportmedium, sondern zum Orchestrator – mit Telefonie-orientierten UI-Ansätzen, Outage-Resilienz über das Modem und Smart-Home-Logik, die Überlastfälle und mehrstufige Trigger abbildet. Wer die Laborrunde nutzt, kann diese Bausteine früh evaluieren und so entscheiden, welche Funktionen perspektivisch in die eigene produktive Umgebung wandern.
Hinweis: Die im Labor eingesetzten Versionen werden für die genannten Geräte mit exakten Build-Nummern ausgewiesen, und die sieben neuen Funktionen sind auf die Themen Internet, DECT, Smart Home und weitere Bereiche verteilt. Insgesamt nennt das Updatepaket zudem eine größere Zahl an weiteren Anpassungen, die in Bereichen wie WLAN, Mesh, Telefonie und Heimnetz nach und nach einfließen.
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