BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – AVM rollt FRITZ!OS 8.51 als Folgeversion von 8.50 auf sechs weitere FRITZ!Box-Modelle aus. Nutzer erhalten unter anderem eine Domain-Blocking-Funktion, die Zugriffe auf unerwünschte Internetadressen im Heimnetz automatisch stoppt. Ergänzend kommt mit dem Smart Check ein aktualisierter Status in der MyFRITZ!-App. Zusätzlich fließt eine neue Priorisierung echtzeitrelevanter Anwendungen ein, damit Videokonferenzen und Gaming auch bei Lastspitzen stabil bleiben.

Mit FRITZ!OS 8.51 setzt AVM die Firmware-Verteilung seiner FRITZ!Box-Reihe konsequent fort. Nachdem zur Wochenmitte bereits die breite Betriebssystemaktualisierung für die FRITZ!Box 5690 XGS sowie die FRITZ!Box 7632 und den FRITZ!Repeater 6000 bereitgestellt wurde, folgt nun die nächste Welle: FRITZ!Box 4050, 4630, 4690, 6670 Cable, 6690 Cable und 7630 erhalten das Update. FRITZ!OS lässt sich dabei über die Aktualisierungsfunktion direkt auf den Geräten herunterladen; die Versionsanmerkungen mit allen Änderungen finden sich auf der Herstellerseite.
Im Zentrum von FRITZ!OS 8.50 steht eine neue Blockierfunktion, die in der Praxis nicht wie ein klassischer URL-Filter reagiert, sondern auf Basis von Domains arbeitet. Dadurch können Heimnetzgeräte wie Smartphones oder Computer daran gehindert werden, bestimmte Internetadressen zu erreichen. AVM beschreibt, dass die FRITZ!Box gängige Standards unterstützt, um Listen unerwünschter Domainnamen einzulesen und zu verarbeiten. Wer möchte, kann zudem öffentlich verfügbare DNS-Filterlisten verwenden, um beispielsweise Werbung, Tracker oder Schadsoftware auszufiltern – oder auch Phishing-Seiten, Botnet-Ziele und andere unerwünschte Inhalte. Sobald ein Gerät im Heimnetz eine gesperrte Adresse anfragt, blockiert die FRITZ!Box die Anfrage automatisch.
Parallel erweitert AVM die Benutzerführung rund um das Heimnetz, vor allem über den neuen Smart Check in der MyFRITZ!-App. Dort wird der aktuelle Zustand der FRITZ!Box direkt auf dem Startbildschirm angezeigt, inklusive Empfehlungen, Hinweisen und Warnungen – aufgeteilt in Kategorien wie Internet, Telefonie, Heimnetz, WLAN, LAN, USB, Smart Home und Sicherheit. Technisch wirkt das wie eine zentrale Auswertung mehrerer Statusquellen, die Nutzer nicht mehr selbst durch Menüs „durch klicken“ müssen. AVM nennt als konkrete Beispiele etwa eine fehlende Mesh-Verbindung zu einem Repeater oder Tipps zur Blockierung unerwünschter Anrufe zu Sonderrufnummern; per Klick auf den Bereich „Smart Check“ lässt sich die vollständige Auswertung öffnen.
Auch für Anwendungen mit strengen Zeitanforderungen wird nachgelegt. AVM ergänzt die bisherige Gerätepriorisierung um eine automatische Priorisierung von Anwendungen, die echte Echtzeitrelevanz haben. Die FRITZ!Box erkennt dabei laut Hersteller automatisch Programme wie Gaming- oder Videokonferenz-Anwendungen und priorisiert sie innerhalb des Heimnetzes so, dass die Verbindung stabil bleibt. Besonders wichtig ist, dass die aktive Priorisierung während einer laufenden Verbindung in der Benutzeroberfläche des jeweiligen Netzwerkgeräts sichtbar wird und sogar noch bis zu 24 Stunden später nachvollzogen werden kann. In den kommenden Wochen soll diese automatische Priorisierung für ausgewählte Modelle eingeführt werden, was zeigt, dass AVM die Funktion nicht als „One Size Fits All“, sondern gerätespezifisch ausrollt.
Für den Ausfallbetrieb adressiert AVM zudem FRITZ! Failsafe. Das Konzept soll sicherstellen, dass FRITZ!-Anwender bei Störungen weiterhin online bleiben; ab FRITZ!OS 8.50 lässt sich das im weiteren Geräteportfolio auch auf FRITZ!Box-4G- und -5G-Modellen nutzen. Damit bekommen Mobilfunkgeräte erstmals die Möglichkeit, ihren Internetzugang über einen LAN-Anschluss zu nutzen – etwa über einen vorgeschalteten ONT an einem Glasfaseranschluss. Praktisch bedeutet das: Bei einer Störung der Festnetzverbindung übernimmt die Mobilfunkverbindung vorübergehend die Internetversorgung im Heimnetz. In Unternehmen- und Familienhaushalten ist das weniger „Nice-to-have“ als vielmehr eine konkrete Risikoabsicherung, weil Videokonferenzen, Cloud-Workloads oder Smart-Home-Automationen nicht sofort komplett abbrechen müssen.
Die Aktualisierung greift außerdem in weitere Bereiche ein, die im Alltag oft darüber entscheiden, ob ein Router als bequem oder kompliziert wahrgenommen wird. Auf der Telefonie-Seite macht AVM den „Einfache Modus“ für das FRITZ!Fon zugänglich, mit reduzierter Menüführung, Schnellwahltasten und einem integrierten SOS-Ruf, bei dem bis zu vier Notfallkontakte nacheinander kontaktiert werden können. Ergänzt wird das Smart-Home-Thema durch Sicherheitsabschaltungen für FRITZ!Smart Energy 200, 210 und eine bald erscheinende neue smarte Indoor-Steckdose FRITZ!Smart Energy 201: Beim Überschreiten definierter Leistung nach einer festgelegten Dauer schaltet die Steckdose zur Sicherheit ab. Dazu lassen sich Automatisierungen wie „Haus verlassen“, „Nach Hause kommen“ oder „Urlaub“ per wenigen Klicks mit Zonen (Geofences) aus der FRITZ!App Smart Home verknüpfen, und mit dem nächsten Update sollen sich Routinen zudem mehrere Auslöser kombinieren lassen, darunter auch Smartphone-Zonen. Auf der Schnittstellenebene kommt schließlich eine weitere Brücke: Die FRITZ!Box 5690 Pro kann als Matter-Bridge dienen und damit FRITZ!-Smart-Home-Geräte sowie kompatible Geräte anderer Hersteller, die an der FRITZ!Box 5690 Pro angemeldet sind, in ein bestehendes Matter-Netzwerk integrieren – etwa in Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa, inklusive Sprachsteuerung.
Dass AVM so viele Themenblöcke in einem rollierenden Roll-out bündelt, ist auch aus Marktsicht interessant: Router und zentrale Hubs sind längst zu Plattformen geworden, auf denen Sicherheitsfunktionen, Netzwerksteuerung und Smart-Home-Protokolle zusammenlaufen. Für bestehende FRITZ!-Kunden heißt das vor allem, dass sie ihre Infrastruktur ohne Hardwarewechsel weiterentwickeln können – und dass Funktionen wie Domain-Blocking, Priorisierung und Matter-Integration Schritt für Schritt in den Gerätepark „hineinwachsen“. Als technisches Signal bleibt zudem der Wechsel von rein manuellen Einstellungen hin zu überwachten Status- und Automatisierungslogiken: Smart Check, nachvollziehbare Priorisierung und Failsafe sind Bausteine, die den Aufwand reduzieren und dennoch messbar in Richtung Stabilität gehen. Ergänzend ist ein Nachtrag wichtig: FRITZ!OS 8.51 ist inzwischen auch für den FRITZ!Repeater 3000 AX verfügbar.
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