AMSTERDAM / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie aus den Niederlanden zeigt, dass Misophonie genetische Verbindungen zu Angstzuständen und Depressionen aufweist. Forscher der Universität Amsterdam haben herausgefunden, dass Menschen mit Misophonie häufiger Gene aufweisen, die mit psychiatrischen Störungen in Verbindung stehen.

Die unangenehme Reaktion auf alltägliche Geräusche wie Kauen oder Atmen, bekannt als Misophonie, könnte genetische Verbindungen zu psychischen Störungen wie Angst und Depression haben. Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Universität Amsterdam legt nahe, dass genetische Faktoren, die für Misophonie verantwortlich sind, auch mit Störungen wie PTSD in Verbindung stehen könnten.
Die Forscher analysierten genetische Daten aus verschiedenen großen Datenbanken, darunter das Psychiatric Genomics Consortium und die UK Biobank. Dabei stellten sie fest, dass Personen, die sich selbst als misophonisch identifizierten, häufiger Gene aufwiesen, die mit psychiatrischen Erkrankungen und Tinnitus assoziiert sind. Diese Entdeckung könnte darauf hindeuten, dass ähnliche neurobiologische Systeme sowohl Misophonie als auch PTSD beeinflussen.
Interessanterweise zeigte die Studie, dass Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen weniger wahrscheinlich Misophonie erleben, obwohl sie oft eine geringere Toleranz gegenüber Geräuschen haben. Dies deutet darauf hin, dass Misophonie und Autismus relativ unabhängige genetische Variationen aufweisen. Die Forscher vermuten, dass es verschiedene Formen von Misophonie geben könnte, die durch unterschiedliche emotionale Reaktionen auf Geräusche geprägt sind.
Die Ergebnisse der Studie basieren hauptsächlich auf Daten europäischer Populationen, was bedeutet, dass die gleichen genetischen Verbindungen in anderen Bevölkerungsgruppen möglicherweise nicht auftreten. Dennoch bietet die Forschung wertvolle Hinweise darauf, wo zukünftige Studien ansetzen könnten, um die biologischen Mechanismen hinter Misophonie besser zu verstehen.
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