LONDON (IT BOLTWISE) – Die Glamsterdam-Aktualisierung auf dem Hoodi-Testnet wurde verschoben. Der zuvor geplante Aktivierungszeitpunkt am 26. Oktober 2026 um 17:42:48 UTC wurde aus der Konfiguration entfernt, ein Ersatztermin steht noch nicht fest. Grund ist eine weitere Untersuchung, wie sich EIP-8037-Interaktionen mit Mainnet-Smart-Contracts auswirken. Betreiber von Hoodi-Node- und Validator-Setups sollen ihre Execution- und Consensus-Layer-Clients prüfen und alte Scheduling-Einstellungen aktualisieren.

Das Hoodi-Testnet bleibt vorerst ohne den nächsten „Glamsterdam“-Cutover: Die Aktivierung, die bislang für den 26. Oktober 2026 um 17:42:48 UTC angesetzt war (Epoch 132352), wurde von den Core-Entwicklern zurückgenommen. In der aktualisierten Konfiguration fehlt sowohl die geplante Ausführungs- als auch die Konsens-Layer-Aktivierung; zudem entfällt das Gas-Limit-Setup, das den Netz-Gas-Limit-Wert an diesem Epoch-Zeitpunkt auf 200M anheben sollte. Wichtig ist dabei die klare Abgrenzung: Der Rollback betrifft die geplante Konfiguration für eine spätere Umstellung, nicht die bisherige Kettenhistorie auf Hoodi.
Hinter der Verschiebung steht die Entscheidung der Entwickler um ACDE #248. Konkret wurde das geplante Upgrade verzögert, um „weitere Untersuchungen“ zu ermöglichen, wie sich EIP-8037 in Interaktionen mit Mainnet-Smart-Contracts verhält. Damit verschiebt sich der Fokus vom reinen Testnetz-Zeitplan hin zu einem Sicherheits- und Kompatibilitätscheck: Gerade bei Änderungen, die potenziell Auswirkungen auf das Verhalten von Contracts haben, ist die Frage entscheidend, ob Semantik, Annahmen oder Ausführungswege aus dem Testumfeld auch im Mainnet verlässlich zusammenpassen. Die Folge: Hoodi wird nicht mehr nach dem alten, starr getakteten Schema ausgeführt, sondern bleibt bis zur erneuten Ankündigung in einem vorherigen Konfigurationsstand.
Für Node- und Validator-Betreiber ist die praktische Konsequenz unmittelbar. Ethereum-Clients arbeiten üblicherweise mit getrennten Komponenten: der Execution-Layer für die Transaktionsausführung und der Consensus-Layer für das Beacon-/Validator-Management. In der Ankündigung wird deshalb ausdrücklich empfohlen, sowohl die Execution- als auch die Consensus-Layer-Clients auf Anweisungen zu prüfen, die noch ein Glamsterdam-Scheduling vor dem 26. Oktober 2026 widerspiegeln. Wer Software- oder benutzerdefinierte Netzwerkkonfigurationen im Einsatz hat, die das Glamsterdam-Upgrade am alten Zeitpunkt weiterhin einplanen, muss diese auf die revidierte Hoodi-Konfiguration abstellen. Ebenso raten die Hinweise dazu, auch Builder- und Validator-Client-nahe Infrastruktur anzusehen, weil dort häufig Zeitpläne, Parameter oder Validierungslogik gekoppelt sind.
Auch der Release-Plan für Clients folgt der neuen Logik: Neue Versionen, die die verschobene Hoodi-Aktivierung tatsächlich berücksichtigen, sollen erst nach Bestätigung nach und nach gelistet werden. Das bedeutet für die Betriebspraxis: Man sollte sich nicht blind auf Tabellen und Versionen aus der ursprünglichen Hoodi-Testnet-Ankündigung verlassen. Stattdessen gilt die einfache, aber wichtige Regel, die im Update ebenfalls betont wird: Die Release Notes der jeweiligen Client-Teams müssen explizit bestätigen, dass die Glamsterdam-Aktivierung am 26. Oktober 2026 auf Hoodi entfernt wurde. Erst dann ist ein Upgrade der Software sinnvoll, wenn das Ziel lautet, den Knoten exakt zu dem jetzt gültigen Hoodi-Schedule zu konfigurieren.
Für die technische Planung innerhalb eines Validator-Setups wird der Anpassungsumfang ebenfalls deutlich: Beim Betrieb eines Validators müssen sowohl ein Consensus-Layer Beacon Node als auch ein Validator Client aktualisiert werden. In der Meldung werden dafür konkrete Client-Namen und Versionen in Aussicht gestellt (beispielsweise Grandine, Lighthouse, Lodestar im Consensus-Kontext sowie typische Validator-Clients wie Prysm oder Teku). Auf der Execution-Seite werden ebenfalls aktualisierungsrelevante Versionen genannt (unter anderem Besu, Ethrex, Erigon, Nethermind und Reth). Der Kernpunkt ist allerdings unabhängig von der konkreten Client-Kombination: Nur Versionen, deren Notizen das entfernte Datum enthalten, verhindern Inkonsistenzen zwischen Scheduling-Logik und tatsächlichem Netzwerkzustand.
Für Application Developers und Mainnet-Nutzer ändert sich dagegen die Lage anders gelagert. Die Ankündigung stellt klar, dass es sich ausschließlich um Hoodi handelt und keine Mainnet-Aktivierungsdaten festgelegt werden. Entsprechend sollten Teams ihr Test- und Integrations-Testing nicht um die Annahme „Glamsterdam ist am 26. Oktober 2026 aktiv“ herum planen. Auch wenn das in der Praxis bedeutet, dass vorhandene Testfenster neu terminiert werden müssen: Das ist genau der Preis dafür, dass Interaktionen rund um EIP-8037 erst nach einer weiteren Validierungsrunde sauber im Blick behalten werden sollen. Gleichzeitig bleibt die Mainnet-Seite zunächst unverändert; es gibt laut Meldung keinen Handlungsbedarf für ETH-Holder oder Mainnet-Betrieb als direkte Folge dieser Hoodi-Änderung.
Aus Industriesicht ist die Verschiebung auch ein Signal für die Art, wie Netzbetreiber in Zukunft mit Upgrade-Pipelines umgehen sollten: Zeitpläne sind zwar Planungsinstrument und für Koordination essenziell, aber bei Schnittstellenänderungen mit potenziellem Einfluss auf Smart-Contract-Semantik gewinnt die „Kompatibilitäts- und Interaktionsphase“ an Gewicht. In der Umsetzung heißt das für Teams, die Testnetze nutzen: Sie brauchen Prozesse, um Änderungen an Konfigurationen schnell in CI/CD, Test-Rigs und Validator-Umgebungen zu spiegeln. Dazu gehört auch, dass Infrastrukturbetreiber ihre Builder- und Validator-Tooling-Stacks nicht nur anhand eines einzelnen Release-Updates bewerten, sondern anhand der konkret bestätigten Änderungen im Schedule. So lassen sich spätere Inkonsistenzen vermeiden, die entstehen könnten, wenn Scheduling und tatsächlicher Netzwerkzustand nicht mehr deckungsgleich sind. Und falls die Meldung später aktualisiert wird, bleibt die wichtigste Arbeitsgrundlage dann weiterhin dieselbe: aktualisierte Konfigurationsdaten und explizite Release-Notes statt Annahmen aus älteren Ankündigungen.
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