LONDON (IT BOLTWISE) – Hyperliquid, Monero und Bitcoin liegen nur wenige Schritte von neuen Allzeithochs entfernt. Für Hyperliquid reicht rechnerisch ein Anstieg um 22,9%, während Monero 42,9% und Bitcoin 54,7% bräuchten. Die Analyse zeigt jedoch: Entscheidend sind nicht nur Prozentdistanzen, sondern auch Liquidität, Token-Dilution und das Trading-Volumen über Perpetual-Futures. Je nachdem, ob neue Käufergruppen im Markt ankommen, könnten die Wege der drei Coins sehr unterschiedlich verlaufen.

Die drei großen Kandidaten für ein mögliches neues Allzeithoch stehen zugleich im selben Spotlight, aber sie spielen nach unterschiedlichen Regeln. Am 17. Oktober 2026 handeln Hyperliquid etwa bei 80 US-Dollar, Monero bei rund 558 US-Dollar und Bitcoin bei ca. 81.497 US-Dollar. Dass die Kurse so dicht an historischen Hochs liegen, macht die Gegenüberstellung attraktiv, doch die eigentliche Frage lautet: Welche der drei Währungen bekommt zuerst die passenden Käufer in der richtigen Marktstruktur, also dort, wo Nachfrage auch tatsächlich Preisbewegung auslöst?
Rein rechnerisch wirkt Hyperliquid zunächst wie der naheliegendste Sieger. Um das frühere Hoch von ungefähr 98 US-Dollar zu erreichen, braucht der Token laut der angegebenen Distanz nur 22,9% mehr. Monero müsste dagegen von seinem aktuellen Niveau aus um 42,9% zulegen, Bitcoin sogar um 54,7%, um an das zuletzt gemeldete Rekordniveau von 126.080 US-Dollar anzuknüpfen. Beim Blick auf die Marktkapitalisierung wird die Mechanik zusätzlich greifbar: Hyperliquid würde – unter der vereinfachten Annahme, dass sein aktueller Umlauf auch beim neuen Hoch gilt – von etwa 17,7 Milliarden auf rund 21,8 Milliarden US-Dollar steigen. Für Monero wird ein ähnlicher Vergleich mit einer Größenordnung von ungefähr 10,5 Milliarden auf 15 Milliarden US-Dollar angedeutet, während Bitcoin von rund 1,64 Billionen auf etwa 2,53 Billionen US-Dollar wachsen müsste.
Doch bei Krypto entscheidet die Umsetzung im Markt häufig darüber, ob Prozentdistanzen in der Realität auch schnell genug abgearbeitet werden. Ein wichtiger Treiber ist die sogenannte Supply-Dilution: Wenn mehr Coins in Umlauf gelangen, wird es für frühere Kursstände schwerer, sich zu wiederholen. Hyperliquid hat aktuell rund 222,4 Millionen Token im Umlauf bei insgesamt etwa 955,3 Millionen Token im vollen Umfang; daraus wird für das Rekordniveau eine potenziell deutlich höhere Fully-Diluted-Bewertung von ungefähr 93,6 Milliarden US-Dollar abgeleitet. Monero unterscheidet sich strukturell, weil es laut Beschreibung keine starre Maximalsupply hat: Die sogenannte Tail Emission belohnt Miner kontinuierlich und verhindert so ein klassisches „harte Deckel“-Narrativ. Bitcoin wiederum ist mit rund 20,1 Millionen Coins im Umlauf und einem harten Limit von 21 Millionen aus Sicht der Dilution vergleichsweise weniger herausfordernd – damit bleibt die Kurshürde eher ein Thema der Nachfrage als der Angebotserweiterung.
Technisch und marktmechanisch kommt bei Hyperliquid hinzu, dass die Plattform nicht einfach nur ein weiterer Token ist, sondern ein Handelsplatz für Perpetual-Futures. Diese Kontrakte laufen nicht aus und bilden Preisbewegungen fortlaufend ab; vor allem aber wird der Marktmechanismus durch Buybacks und Burns geprägt: Rund 97% bis 99% der Trading-Gebühren sollen genutzt werden, um HYPE-Token zurückzukaufen und aus dem Verkehr zu ziehen. Das kann bei anziehenden Volumina zu spürbarem Kaufdruck führen – im Bericht werden für den Zeitraum bis 26. September etwa 47,5 Millionen entfernte Token genannt, verbunden mit Kosten von rund 1,32 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig ist der Befund nicht nur „wer mehr handelt, gewinnt“: Neue Trading-Umfelder, etwa durch die Einführung von Swaps auf Hyperliquid-Märkten oder die Integration neuer Perpetual-Futures, schlugen sich demnach zunächst nur begrenzt nieder, denn am Launch-Tag wurden für HYPE lediglich 0,8% Plus gemeldet.
Monero setzt dagegen auf ein ganz anderes Nachfragesignal: den Bereich datenschutzorientierter Krypto-Assets. Das Problem liegt weniger in der strukturellen Angebotsseite, sondern in der Markt-Tiefenlage. Mehrere Handelsplätze hätten Privacy-Coins laut der Darstellung aus Compliance-Gründen aus dem Angebot genommen, wodurch die Liquidität dünner wird und größere Preisbewegungen schon durch vergleichsweise kleine Orders entstehen können. Genau diese Konstellation macht den Weg zum nächsten Impuls fragil: In der Vorwoche bis zum 17. Oktober stieg XMR demnach um 8,1%, während Bitcoin 1,5% abgab und Hyperliquid 5,2% verlor. Auch die 30-Tage-Entwicklung wird als Argument genutzt: Monero sei um 13,5% gestiegen und liege über zwölf Monate bei etwa 85,7%, getragen von breiterem Interesse an Datenschutz-Kryptos – mit Zcash als benanntem Profiteur. Ob diese Aufmerksamkeit nachhaltig bleibt, entscheidet damit über den nächsten realistischen Preisversuch.
Bitcoin schließlich wirkt in dieser Betrachtung am stärksten an externe Nachfrage-Fenster gebunden. Der Bericht koppelt den Kurshebel an erneute Zuflüsse über Spot-ETFs, die Bitcoin direkt halten und sich im Handelsalltag wie Aktien verhalten. Am 15. Oktober seien kumulierte Nettobestände in Höhe von rund 57 Milliarden US-Dollar genannt worden, knapp unter einem im Bericht erwähnten Peak von 57,8 Milliarden US-Dollar am 6. Oktober. Ein Muster aus Zuflüssen und anschließenden Schwankungen wird ebenfalls skizziert, darunter ein Ausfluss von 261,5 Millionen US-Dollar am 14. Oktober, gefolgt von nur etwa 5,1 Millionen US-Dollar an Zuflüssen. Zusätzlich kommt ein potenzieller Bremsfaktor über Index-Mechaniken hinzu: Neue Regeln eines Indexanbieters sollen im November greifen, die Unternehmen mit großen Beständen an digitalen Vermögenswerten betreffen; im Kontext wird ein konkreter Emittent mit 846.000 Bitcoins als möglicherweise indexinkompatibel beschrieben, wobei der Markt hier vor allem die Folgewirkung für Sentiment und potenzielles Index-getriebenes Verkaufen einpreist.
Unterm Strich kommt die Bewertung zu einem klaren Favoriten für die „First-to-ATH“-Frage: Hyperliquid habe die besten Chancen, während Bitcoin die größten Hürden mit Blick auf die genannten externen Käuferströme mitbringt. Das Argument ist zweigeteilt: Zum einen braucht HYPE prozentual weniger Aufholfläche, zum anderen könnten tägliche Buyback-Effekte aus dem Perpetual-Handel den Druck verstärken. Gleichzeitig steht diese These unter Vorbehalt, weil die jüngste Abwärtsbewegung von 5,2% bei HYPE darauf hindeutet, dass das zusätzliche Volumen aus neuen Integrationen noch nicht zuverlässig in Gebühren und damit in den Mechanismus zur Token-Reduktion übersetzt wurde. Für die Praxis werden als Orientierungspunkte ein erneutes Rückerobern des Bereichs um 84 US-Dollar genannt sowie ein täglicher Schlusskurs über 97,96 US-Dollar als Bestätigung; umgekehrt würde ein Bruch unter 78,45 US-Dollar eher zeigen, dass das erwartete Trading-Interesse nicht im angekündigten Maß im Markt ankommt.
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