SEOUL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die International Conference on Machine Learning (ICML) hat kürzlich 497 eingereichte Arbeiten abgelehnt, da deren Autoren gegen die KI-Nutzungsrichtlinien der Konferenz verstoßen haben. Diese Entscheidung verdeutlicht die Notwendigkeit klarer Richtlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von KI in der wissenschaftlichen Begutachtung. Die Konferenz nutzte versteckte Wasserzeichen, um den unerlaubten Einsatz von KI in Peer Reviews aufzudecken.

Die International Conference on Machine Learning (ICML), die im Juli in Seoul stattfinden wird, hat kürzlich 497 eingereichte Arbeiten abgelehnt, da deren Autoren gegen die KI-Nutzungsrichtlinien der Konferenz verstoßen haben. Diese Entscheidung betrifft etwa 2% der eingereichten Arbeiten und zeigt die Entschlossenheit der Konferenz, den verantwortungsvollen Einsatz von KI in der wissenschaftlichen Begutachtung zu fördern. Die ICML hat eine wechselseitige Begutachtungsrichtlinie, die von den Autoren verlangt, auch andere eingereichte Arbeiten zu begutachten.
Um den unerlaubten Einsatz von großen Sprachmodellen (LLMs) in den Peer Reviews aufzudecken, setzten die Organisatoren der Konferenz versteckte Wasserzeichen in den verteilten Forschungspapieren ein. Diese Wasserzeichen enthielten Anweisungen, die LLMs dazu veranlassten, bestimmte verräterische Phrasen in den Begutachtungstexten zu verwenden. Die Entdeckung dieser Phrasen machte den Einsatz von KI-Modellen in den Reviews offensichtlich. Die Organisatoren hoffen, dass diese strengen Maßnahmen die Gemeinschaft daran erinnern, dass Vertrauen in der sich schnell verändernden KI-Forschung von größter Bedeutung ist.
Marie Soulière, Leiterin der redaktionellen Ethik und Qualitätssicherung beim Verlag Frontiers in Lausanne, Schweiz, betont, dass die ICML-Fälle zeigen, dass die Forschungsgemeinschaft klare Leitlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von KI benötigt, insbesondere im Bereich der Peer Reviews. Viele Forscher begrüßten die Maßnahmen der ICML auf der Social-Media-Plattform X und schlugen vor, dass andere Konferenzen von der ICML lernen könnten.
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, wie die von Zhengzhong Tu, einem Informatiker an der Texas A&M University in College Station. Er argumentiert, dass die Richtlinie ineffektiv sei und die Motivation der Gutachter untergraben könnte. Seiner Meinung nach könnten Gutachter Wege finden, die KI-Nutzung zu umgehen und dennoch bedeutungslose Reviews zu generieren. Die ICML hat daraufhin zwei Begutachtungsströme eingeführt: einen, der die begrenzte Nutzung von LLMs erlaubt, und einen, der sie strikt verbietet.
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