LONDON (IT BOLTWISE) – Für die iPhone-18-Reihe zeichnet sich offenbar ein deutlicher Preissprung ab. Branchenanalysten rechnen damit, dass insbesondere die Pro-Modelle um 250 bis 300 US-Dollar teurer werden könnten. Als Treiber gelten der neue 2-Nanometer-A20-Pro-Chip sowie höhere Kosten bei Speicherbausteinen und zusätzlichen Komponenten. Parallel will Apple in den USA mit „Apple Upgrade“ und Klarna ein Mietangebot starten, um den Einstiegspreis abzufedern.

Die nächste iPhone-Generation dürfte für viele Kunden schneller zur Kostenfrage werden als gewohnt: Für die iPhone-18-Reihe werden im Umfeld der Markteinführung bereits spürbare Aufschläge diskutiert. Berichten zufolge rechnen Branchenbeobachter damit, dass nach ersten Preisanpassungen im Sommer die neuen Modelle im September noch einmal deutlich teurer werden könnten. Besonders betroffen wäre das obere Preissegment, wodurch auch der Abstand zwischen Einstiegsversion und Pro-Varianten weiter ansteigen dürfte.
Konkreter wird es bei den erwarteten Preis-Spannen für die Pro-Modelle. Analyst Jeff Pu von GF Securities geht dabei laut Quelle davon aus, dass sich die Preise der Pro-Modelle um 250 bis 300 US-Dollar erhöhen könnten. Das würde den Einstiegspreis für das Pro Max auf umgerechnet etwa 1.400 Euro treiben; die 1-Terabyte-Variante könnte sogar die 2.000-Euro-Marke überschreiten. IDC erwartet zwar ebenfalls höhere Preise, setzt den Anstieg aber mit bis zu 200 US-Dollar etwas niedriger an. Für Käufer bedeutet das vor allem: Wer ohnehin auf mehr Speicher setzt, sieht vermutlich weniger Spielraum als in früheren Generationen.
Als operative Gründe nennt die Quelle vor allem die Komponenten-Ebene. Der neue 2-Nanometer-A20-Pro-Chip soll dabei ebenso beitragen wie gestiegene Kosten für Arbeitsspeicher und Flash-Speicher. Dazu kommen technische Upgrades, die nicht nur Marketing-Features sind, sondern zusätzliche Fertigungs- und Validierungsschritte nach sich ziehen können: Eine Kamera mit verstellbarer Blende, größere Akkus und ein neues Mobilfunkmodem werden als Schlüsseländerungen genannt. Gerade bei teuren Bauteilen wirkt sich eine Verteuerung schnell auf den Endpreis aus, weil Spielräume durch höhere Stückzahlen oder günstigere Lieferkonditionen häufig erst später entstehen.
Der Preisdruck zeigt sich nicht nur in den iPhone-Debatten, sondern auch an früheren Anpassungen im Apple-Portfolio. Bereits im Juni hatte der Hersteller laut Quelle die Preise für mehrere Produktlinien erhöht, unter anderem MacBook Air, iPad Air, Apple TV, HomePod und Vision Pro. Bei einzelnen Konfigurationen wird das Ausmaß konkret: Das MacBook Air mit 512 Gigabyte stieg von 1.099 auf 1.299 Dollar, das iPad Air mit 128 Gigabyte von 599 auf 749 Dollar. Damals lagen die Aufschläge laut Quelle zwischen 17,6 und 25 Prozent. Dass sich Händler dadurch unter Zugzwang fühlen, verdeutlicht die Entwicklung in Großbritannien: Ein Anbieter forderte Kunden, die MacBook Pros bereits bestellt hatten, offenbar Nachzahlungen von bis zu 3.000 Dollar. Das Unternehmen distanzierte sich zwar von dieser Praxis, der Vorfall zeigt jedoch, wie eng Preisänderungen und Vertriebskette beieinanderliegen, wenn Bauteile teurer werden.
Technisch betrachtet fällt auf, dass sich mehrere Trends zur gleichen Zeit überlagern: Speicherbausteine und Chips sind nicht nur für Smartphones relevant, sondern auch für KI-nahe Workloads in Rechenzentren. Die Quelle führt den Preisauftrieb deshalb auf die weltweite Verknappung von Speicherchips zurück. Der KI-Boom verschlinge große Kapazitäten, Analysten erwarten eine anhaltende Knappheit bis zum Ende des Jahrzehnts. Parallel plant der Chip-Auftragsfertiger TSMC laut Quelle eigene Preiserhöhungen für 2027; zusätzlich sollen die Kosten für Kamerakomponenten bereits um 50 Prozent gestiegen sein. Für Apple ergibt sich daraus ein klassisches Zielkonflikt-Problem: Technische Upgrades erhöhen die Materialkomplexität, während die Beschaffung gleichzeitig teurer und schwieriger wird.
Ob sich Apple die Preishöhen „leisten“ kann, zeigt die Quelle über Geschäftszahlen und Kursbewegungen. Für das dritte Quartal 2026 meldete das Unternehmen Rekordwerte: Der Umsatz stieg um 16,4 Prozent auf 109,42 Milliarden Dollar, das iPhone-Geschäft wuchs sogar um 21,7 Prozent auf 54,25 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verlor die Aktie nach enttäuschenden Prognosen für das vierte Quartal zuletzt 6,25 Prozent. Der Finanzvorstand warnt in der Quelle vor einer Verlangsamung des iPhone-Wachstums, auch wegen anhaltender Chip-Engpässe. Parallel läuft im Hintergrund die nächste Produktwelle: Am 9. September sollen neue Produkte vorgestellt werden, die offizielle Ankündigung wird Ende August erwartet; neben iPhone 18 werden Apple Watch Series 12, Watch Ultra 4 und AirPods Pro mit integrierten Kameras erwähnt.
Damit nicht nur das Preisschild, sondern auch der Zahlungsmodus im Vordergrund steht, setzt Apple laut Quelle zusätzlich auf ein Abfederungsmodell. In den USA startet „Apple Upgrade“ gemeinsam mit dem Finanzdienstleister Klarna als Mietangebot; iPhone, Mac und iPad sollen dort ab 11,99 Dollar monatlich mietbar sein, das Programm ersetzt den bisherigen Upgrade-Service. Ob das Modell auch nach Deutschland kommt, bleibt offen. Ebenfalls genannt wird ein organisatorischer Wechsel: John Ternus könnte dann erstmals als neuer CEO auf der Bühne stehen. Für Unternehmen und besonders für den Handel ist das ein Signal, dass bei anziehenden Komponentenkosten nicht nur die Preisstrategie zählt, sondern auch die Umstellung auf Finanzierungs- und Mietmodelle, um die Zahlungsbereitschaft abzusichern.
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