SCHOPFHEIM / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Ambulante Hospizdienst Schopfheim & Wiesental bietet einen kostenlosen Letzte-Hilfe-Kurs für die Begleitung Schwerkranker an. Der Kurs ist am Donnerstag, den 24.09.2026, im Treffpunkt Augarten von Schärers Au in der Hauptstraße 92 in Schopfheim terminiert. In vier Modulen geht es um Sterben als Teil des Lebens, Vorsorgen und Entscheiden, Leiden lindern sowie das bewusste Abschiednehmen. Interessierte müssen sich wegen begrenzter Kapazitäten vorher anmelden.

Wenn in einer Familie plötzlich eine schwere Diagnose auftaucht, fehlt vielen Angehörigen nicht nur Zeit, sondern auch ein Gefühl für das „Wie“. Genau an dieser Lücke setzt der Letzte-Hilfe-Kurs an: Er will die Hemmschwelle im Umgang mit Sterben und Tod senken und Basiswissen vermitteln, das in der ambulanten Versorgung real gebraucht wird. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Anspruch, medizinische Aufgaben zu übernehmen, sondern Sicherheit im Gespräch, Handlungsfähigkeit im Alltag und ein besseres Verständnis dafür, was in der letzten Lebensphase auf Betroffene und Begleitende zukommen kann.
Der Ambulante Hospizdienst Schopfheim & Wiesental lädt dafür zu einem kostenlosen Programm ein, das laut den Termininformationen im September 2026 für Donnerstag, den 24.09.2026, angesetzt ist. Die Veranstaltung findet im Treffpunkt Augarten von Schärers Au statt, in der Hauptstraße 92 in Schopfheim. Zeitlich ist der Kurs auf vier Stunden ausgelegt und soll am späten Nachmittag zwischen 16:00 und 20:00 Uhr stattfinden. Durch die Kostenfreiheit wird das Angebot im kirchlich-diakonischen Kontext als gemeinnützige Bildungsarbeit eingeordnet, die die Hospizidee in der Region Schopfheim und im Wiesental weiter verbreiten will.
Inhaltlich ist der Kurs in vier thematische Module gegliedert. Das erste Modul trägt den Schwerpunkt „Sterben als Teil des Lebens“ und knüpft an ein gesellschaftliches Grundproblem an: Sterben wird häufig aus dem Alltag verdrängt, sodass Betroffene und ihre Familien im entscheidenden Moment ohne Orientierung dastehen. Das zweite Modul „Vorsorgen und entscheiden“ wendet sich rechtlichen und persönlichen Aspekten der Vorbereitung zu. Gerade an dieser Stelle zeigt sich, warum solche Kurse für Privatpersonen relevant sind: Viele Angehörige merken erst im Verlauf der Situation, dass zentrale Fragen rund um Patientenverfügung und Vorsorge ungeklärt sind, während zugleich die emotionalen Ressourcen für komplizierte Entscheidungen fehlen.
Das dritte Modul widmet sich „Leiden lindern“ und nimmt dabei sowohl physische als auch psychische Unterstützungsmöglichkeiten in den Blick. Statt nur auf einzelne Symptome zu schauen, wird damit der Blick auf ganzheitliche Begleitung erweitert: Wie kann man als Angehöriger wahrnehmen, was gerade hilft? Wie schafft man Rahmenbedingungen, in denen sich Betroffene ernst genommen fühlen? Der Abschluss setzt mit „Abschied nehmen“ einen Gegenpol: Emotionales Erleben wird nicht ausgeblendet, sondern als Teil des Prozesses verstanden. Damit verknüpft der Kurs das praktische Wissen mit der Frage, wie die letzte gemeinsame Zeit gestaltet werden kann, ohne dass sich Begleitende dafür „leisten“ müssen, jederzeit stark zu sein.
Organisatorisch wird das Angebot von erfahrenem Fachpersonal umgesetzt. Als Kursleiterin wird Kerstin Wunderle genannt, während Sofie Harscher die Koordination der Veranstaltung übernimmt. Weil die Inhalte intensiv sind und die Kapazitäten begrenzt sind, ist für die Teilnahme eine vorherige Anmeldung erforderlich. Interessierte können sich direkt an den Ambulanten Hospizdienst Schopfheim & Wiesental wenden; dafür werden die Telefonnummer 07622/69759650 und die E-Mail-Adresse [email protected] angegeben. Wer nicht nur am Kurs teilnehmen, sondern zusätzlich vorab in Entscheidungsprozesse hineingehen möchte, kann sich außerdem über einen kostenlosen Leitfaden beziehungsweise eine Checkliste informieren, die die Themen in vier Modulen strukturiert.
Aus Perspektive der ambulanten Versorgung lässt sich der Ansatz gut einordnen: Hospiz- und Palliativarbeit steht nicht nur für Behandlung im engeren Sinn, sondern auch für Kommunikation, psychosoziale Begleitung und Entlastung. Der Kurs adressiert genau diese „Übersetzungsarbeit“ zwischen medizinischer Realität und dem Alltag von Angehörigen. Dadurch entsteht für Familien eine Art Kompass: Fragen können früher benannt werden, und Entscheidungen lassen sich eher rechtzeitig vorbereiten, statt unter Zeitdruck getroffen zu werden. Für die Region bedeutet das zudem eine niedrigschwellige Kompetenzentwicklung, die sowohl Betroffenen als auch Begleitenden zugutekommt.
Für IT- und Organisationsverantwortliche in der Betreuung ist der Transfer der Idee auf andere Kontexte ebenfalls interessant, selbst wenn es sich hier nicht um ein digitales Produkt handelt. Bildungsformate, die komplexe Themen in verständliche Module übersetzen, funktionieren besonders gut, wenn sie wiederkehrende Lücken schließen: Unklarheiten in der Vorsorge, fehlende Gesprächsgrundlagen und die Unsicherheit, wie man Leiden im Alltag adressieren kann. Der Letzte-Hilfe-Kurs macht genau diese Lücken zum Lerngegenstand und schafft zugleich eine klare Gesprächsbasis, die später im Kontakt mit professionellen Teams weiter genutzt werden kann. Wer den Termin wahrnehmen möchte, sollte die Anmeldung zeitnah priorisieren, weil das Programm auf begrenzte Teilnehmendenplätze ausgerichtet ist.
Entscheidend ist am Ende die persönliche Nähe des Angebots: Der Kurs richtet sich explizit an Privatpersonen und Angehörige, die sich auf die Begleitung vorbereiten möchten oder bereits in einer entsprechenden Situation stecken. Durch die Vermittlung von Grundkenntnissen soll die psychologische Widerstandsfähigkeit der Begleitenden gestärkt und die Lebensqualität der Betroffenen bis zuletzt gewahrt werden. Damit knüpft der Kurs nicht nur an Fakten an, sondern an Haltung: Begleitung wird als Aufgabe verstanden, für die man Unterstützung verdient – nicht als Rolle, die man „einfach so“ übernehmen muss.
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