BERLIN-PANKOW / LONDON (IT BOLTWISE) – Livory hat in der Schonenschen Straße 27-28 den Grundstein für 140 Mietwohnungen gelegt und damit die Hochbauphase eingeleitet. Das Vorhaben entsteht auf einem rund 2.600 m² großen Grundstück; die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2028 geplant. Für das Projekt wird ein Holz-Hybridbaukonzept umgesetzt, das auf eine vollständig fossilfreie Wärmeversorgung über Luft-Wärmepumpen setzt. Zusätzlich sollen Photovoltaikanlagen, begrünte Dachflächen und eine Regenwasserversickerung das Nachhaltigkeitsprofil stärken.

Mit der Grundsteinlegung in der Schonenschen Straße 27-28 treibt der Immobilienentwickler Livory die Umwandlung eines ehemaligen Gewerbestandorts in ein Wohnensemble im Berliner Bezirk Pankow voran. Der Baustart markiert den Übergang in die Hochbauphase auf dem rund 2.600 m² großen Areal – zuvor wurde ein Werkstattgebäude zurückgebaut und die Baugrube ausgehoben. Insgesamt entstehen 140 Mietwohnungen, die bis zum zweiten Quartal 2028 fertiggestellt werden sollen. Für die Mieterperspektive ist besonders relevant, dass das Projekt von Beginn an auf eine breite Wohnungsstruktur zielt, statt nur auf ein Segment wie beispielsweise ausschließlich Ein-Zimmer-Einheiten.
Technisch und energetisch steht dabei eine konsequente Ausrichtung auf den Gebäudebetrieb im Vordergrund. Livory setzt auf eine Holz-Hybridbauweise und plant eine vollständig fossilfreie Wärmeversorgung über Luft-Wärmepumpen. Ergänzt wird das System durch Photovoltaikanlagen, begrünte Dachflächen sowie eine vollständige Regenwasserversickerung; nach Angaben zum Konzept soll das Regenwasser zudem über ein Retentionssystem zur Bewässerung der Gartenflächen genutzt werden. Damit verbindet das Projekt Versorgungstechnik mit Flächen- und Bauwerksplanung, was im Kontext der jüngsten Hitzeperioden in Berlin nicht nur als Nachhaltigkeitsstatement, sondern auch als praktische Anpassung an sommerliche Lastspitzen verstanden werden kann.
Das Wohnprogramm umfasst eine Wohnfläche von rund 7.250 m² und wird in mehreren Baukörpern umgesetzt: geplant ist ein siebengeschossiges Vorderhaus inklusive Erdgeschoss sowie ein ergänzendes dreigeschossiges Gartenhaus. Die Spannweite der Grundrisse reicht von kompakten Ein-Zimmer-Apartments bis zu Drei-Zimmer-Wohnungen; als Orientierung nennt das Projekt eine durchschnittliche Größe von etwa 50 m². Rund 75 Prozent entfallen auf effizient geschnittene Zwei-Zimmer-Wohnungen – ein Zuschnitt, der in vielen Berliner Haushaltskonstellationen häufig nachgefragt ist und zugleich eine bessere Flächennutzung ermöglicht als stark spezialisierte Wohnformen. Für die Ausstattungsseite sind Balkone und Terrassen vorgesehen, dazu teils begrünte Fassaden und großzügige Gartenbereiche, die die Aufenthaltsqualität im Quartier erhöhen sollen.
Auch beim Thema Standard und Zertifizierung werden konkrete Zielmarken benannt. Die Gebäude sollen im Effizienzhaus-40-Standard errichtet werden, und eine Zertifizierung nach DGNB Gold ist vorgesehen. Zusätzlich werden Anforderungen der EU-Taxonomie im Bereich Klimaanpassung berücksichtigt – das ist vor allem für Betreiber und Investoren relevant, weil hier ökologische Kriterien in die Projektplanung und Nachweisführung einfließen statt nur als Marketingkategorie nachgelagert zu werden. Ein weiteres Bauteil-Konzept sind die Hybrid-Außenwände, die zur ressourcenschonenden und energieeffizienten Gebäudehülle beitragen sollen. Ergänzend ist ein dezentrales Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung geplant, was insbesondere für die Luftqualität in dichten Neubau-Setups und zur Senkung des Heizwärmebedarfs im Betrieb von Bedeutung ist.
Der Standort in Pankow liegt in einem etablierten Wohnquartier in unmittelbarer Nähe zum Prenzlauer Berg. Aus Sicht der Alltagstauglichkeit nennt das Vorhaben eine gute Nahversorgung mit Einkaufsmöglichkeiten, gastronomischen Angeboten und medizinischen Einrichtungen. Für die Mobilität gilt die Anbindung als sehr gut: Straßenbahnhaltestellen wie Stahlheimer Straße/Wisbyer Straße, der U-Bahnhof Vinetastraße sowie der S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee sollen eine schnelle Erreichbarkeit wichtiger Knotenpunkte ermöglichen. Ergänzt wird das durch die Bundesstraßen 96a und 109 sowie die A114, wodurch sich die Wege in die Berliner Innenstadt und ins Umland im Vergleich zu rein binnenstädtischen Lagen verkürzen lassen.
Zur Einordnung der beteiligten Akteure wurde bei der Grundsteinlegung unter anderem Cornelius Bechtler, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste im Bezirksamt Pankow, genannt. Bechtler hob dabei die Notwendigkeit privater Investitionen in den Berliner Wohnungsmarkt hervor und stellte die Nachhaltigkeitsaspekte des Projekts in den Fokus. Auf der Unternehmensseite war Justin Schrobsdorff, Vorstand der Schrobsdorff Bau AG, zugegen; er betonte die partnerschaftliche Zusammenarbeit und das gemeinsame Ziel, termingerecht und in hoher Qualität zu realisieren. Für die Praxis bedeutet das: Die Bauphase ist zwar nur ein Zeitabschnitt, aber die Qualitätssicherung, die heute begonnen wird (Materialauswahl, Bauphysik, Ausführungsplanung), entscheidet später maßgeblich über Betriebskosten und Nutzerkomfort.
Insgesamt zeigt das Projekt, wie sich nachhaltiges Bauen in Berlin zunehmend als Planungsstandard im Neubau verankert: Nicht nur Wärmeerzeugung und Solarflächen werden adressiert, sondern auch die Regenwasserbewirtschaftung, die Gebäudehülle und die Lüftungstechnik. Für den Markt ist außerdem interessant, dass der Fokus auf 140 Mietwohnungen eine konkrete Kapazität in einem Bezirk liefert, in dem Wohnraumdruck regelmäßig spürbar ist. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung typisch für die Branche: Die Zieltermine bis ins zweite Quartal 2028 hängen stark von Baustellenlogistik, Verfügbarkeit der Baukomponenten und dem Zusammenspiel der Gewerke ab – gerade bei hybriden Holzkonstruktionen und anspruchsvollen Haustechnik-Setups. Wenn Livory die Planungslinie bis zur Fertigstellung sauber durchzieht, könnte das Vorhaben zu einem gut sichtbaren Beispiel dafür werden, wie Transformation von Gewerbeflächen in Richtung klimafreundlicher Mietquartiere in der Praxis funktioniert.
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