FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein US-Register für ausländische Lobbytätigkeit dokumentiert, dass Brad Parscale im Auftrag der israelischen Regierung Inhalte erstellt, die sich in Antworten von KI-Chatbots wiederfinden sollen. Die Seiten werden dabei offenbar nicht für große Reichweite gebaut, sondern als „Textfutter“ für KI-Systeme wie ChatGPT, Claude oder Googles Gemini. Parallel zeigt eine Analyse, dass russische Akteure mit deutlich größerer Masse verbreiten und damit Falschbehauptungen in Modellantworten wieder auftauchen lassen. Damit verschiebt sich das Thema von klassischen Social-Media-Kampagnen hin zu Manipulation direkt an der Schnittstelle von Nutzern und KI-Wissen.

Die Debatte um politische Einflussnahme rund um Künstliche Intelligenz verlagert sich spürbar: Nicht mehr nur Social-Media-Posts, bezahlte Influencer oder Webseiten mit umstrittenen Quellen sollen die öffentliche Meinung formen, sondern die Art, wie KI-Chatbots Antworten zusammensetzen. Der Kern ist dabei ein Muster, das in der aktuellen Berichterstattung als „LLM grooming“ beschrieben wird: Inhalte werden so gestaltet, dass sie von Such- und Modellpipelines bevorzugt verarbeitet werden und anschließend als scheinbar neutrale Wissensbasis in Antworten landen. Für Unternehmen und KI-Verantwortliche ist das besonders relevant, weil Nutzer bei komplexen Themen zunehmend nicht mehr zuerst nach Quellen in klassischen Suchmaschinen suchen, sondern direkt in ein Chat-Interface.
Im konkreten Fall rückt die Rolle von Brad Parscale in den Fokus. Der frühere Wahlkampfmanager von Donald Trump soll seit September 2025 im Auftrag der israelischen Regierung Webseiten und Artikel erstellen, die die offiziellen Narrative wiedergeben. Auffällig ist nicht nur der Themenzuschnitt, sondern auch die Zielsetzung: Laut den vorliegenden öffentlich zugänglichen Unterlagen soll die Arbeit darauf hinauslaufen, dass Inhalte in Antworten von KI-Systemen mit der gewünschten politischen Schlagseite wieder auftauchen. Diese Einordnung stützt sich auf Informationen aus dem US-Register für ausländische Agenten (FARA) und den dazugehörigen Dokumenten, in denen politische Lobbyarbeit im Auftrag ausländischer Regierungen in den USA nachvollziehbar gemacht wird.
Technisch betrachtet entsteht der Effekt an mehreren Stellen gleichzeitig. Erstens können solche Seiten über die normale Web-Lieferkette in Trainings- oder Abrufpfade gelangen: große Crawler und öffentliche Archive bilden einen Teil dessen ab, was Modelle später auswerten. Zweitens ändern die Gestaltungsmerkmale der Inhalte das Antwortverhalten der Systeme, weil Modelle Muster aus dem Text „lernen“ und mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnliche Formulierungen, Zusammenhänge und Quellenstile wiederholen. Genau hier unterscheiden sich die Ansätze: Für den israelischen Projektstrang wird in der aktuellen Analyse betont, dass die Webseiten häufig sehr strukturiert auftreten, etwa mit klaren Aufbereitungen, hervorgehobenen Kernaussagen und Quellen, die das eigene Narrativ stützen. Russland setzt dagegen laut den genannten Analysen stärker auf die schiere Menge: Ein Netzwerk soll im Jahr 2024 Millionen Artikel veröffentlicht haben und mit einer internationalen Abdeckung über viele Sprachen hinweg arbeiten.
Neben der Manipulation in der Antwortphase rückt auch die Idee in den Vordergrund, dass sich schon Trainingsdaten relativ gezielt „anreichern“ lassen. Ein zentraler Punkt dabei ist: Modelle müssen nicht vollständig neu trainiert werden, um beeinflusst zu wirken. Wenn bestimmte Textsets gut genug in Trainingskorpora gelangen und hinreichend oft auftauchen, können sie Sprachstile und bevorzugte Zusammenhänge prägen. In der Berichterstattung wird dazu auf Ergebnisse eines Forschungsteams verwiesen, das gezeigt haben will, dass bereits eine vergleichsweise kleine Anzahl speziell vorbereiteter Dokumente ausreichen kann, um die Ausgaben eines Sprachmodells messbar zu beeinflussen. Das macht das Thema für KI-Sicherheitsstrategien im Unternehmen brisant, weil es den Fokus von reiner „Prompt“-Abwehr hin zu Datenhygiene, Quellenbewertung und Pipeline-Kontrolle verschiebt.
Für die Praxis zeigt sich die Problematik in konkreten Nutzer-Szenarien: Unterschiedliche KI-Systeme reagieren offenbar uneinheitlich auf Hinweise, die auf den betroffenen Webseiten selbst stehen. In der Darstellung wird beschrieben, dass einige Systeme bei Anfragen zu relevanten Inhalten keinen Kontext liefern, während andere zumindest teilweise auf den Hintergrund der Seiten hinweisen. Damit entsteht ein Angriffsfenster entlang der Produktoberfläche: Wenn KI-Modelle bestimmte Quellenstati oder Kennzeichnungen nicht zuverlässig berücksichtigen, können Nutzer das Ergebnis als „neutral“ interpretieren, obwohl der Kontext politisch gesteuert wurde. Diese Lücke wird zusätzlich dadurch verschärft, dass viele Nutzer die Antworten nicht gegen mehrere unabhängige Primärquellen prüfen, sondern im Chat-Flow bleiben.
Auch die Markt- und Governance-Seite kommt hinzu. In den öffentlich einsehbaren Registrierungen und den zugehörigen Unterlagen wird sichtbar, dass die Kampagnenarbeit in einem Netzwerk aus Dienstleistern, Zulieferern und Partnerfirmen organisiert ist. Zudem wird beschrieben, dass die Verbreitung auch über ein stärker konservativ geprägtes Publikum laufen kann, etwa über Medienkanäle, die in bestimmten Zielgruppen ohnehin eine hohe Vertrautheit besitzen. Für Entscheidungsträger bedeutet das: Wer KI-Lösungen in der Organisation nutzt, braucht nicht nur Prompt-Guidelines, sondern auch ein Informationsmodell, das Quellenqualität und Interessenlage der Informationsumgebung mitdenkt. Ein Beispiel aus der aktuellen Debatte ist die Einführung eines eigenen KI-Assistenten durch einen Fakten- und Quellenanbieter, der Quellen prüfen und Nutzern Hinweise geben soll, allerdings offenbar kostenpflichtig.
Interessant ist zum Schluss vor allem die Konsequenz: LLM-Grooming ist keine Randerscheinung mehr, sondern ein neues Schlachtfeld zwischen Content-Operations, Datenpipelines und Modellantworten. Selbst wenn bisher überwiegend Modellrechnungen, Stichproben und Analysen als Evidenz dienen, verschiebt sich das Risikoformat. Nicht „die eine falsche Story“ steht im Vordergrund, sondern ein systematischer Effekt auf das Antwortmuster von KI, wenn Nutzer-Queries und öffentlich verfügbare Textsammlungen zusammenkommen. Für Unternehmen und öffentliche Stellen heißt das, dass KI-Governance stärker an die reale Informationsbeschaffung gekoppelt werden muss – inklusive Mechanismen, die Nutzer konsequent an unabhängige Links zurückführen und nicht nur die sprachlich überzeugendste Antwort ausgeben.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "LLM-Grooming: So sollen KI-Chatbots mit politischen Narrativen gesteuert werden" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "LLM-Grooming: So sollen KI-Chatbots mit politischen Narrativen gesteuert werden" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »LLM-Grooming: So sollen KI-Chatbots mit politischen Narrativen gesteuert werden« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!