LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass der Östrogenabfall während der Menopause das Risiko für Alzheimer bei Frauen erhöhen kann. Der Glukosestoffwechsel im Gehirn wird gedrosselt, was zu einer Anfälligkeit für Alzheimer-typische Proteinablagerungen führt. Diese Erkenntnisse könnten erklären, warum zwei Drittel aller Alzheimer-Patienten Frauen sind.

Die Menopause markiert für viele Frauen nicht nur das Ende der Fruchtbarkeit, sondern auch den Beginn einer kritischen Phase für die neuronale Gesundheit. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der rapide Abfall des Östrogenspiegels während der Wechseljahre den Glukosestoffwechsel im Gehirn erheblich beeinträchtigt. Diese hormonelle Umstellung kann das Risiko für Alzheimer erhöhen, da sie die Ablagerung von Alzheimer-typischen Proteinen wie Amyloid-Beta-Plaques und Tau-Fibrillen begünstigt.
Der Glukosestoffwechsel im Gehirn ist entscheidend für die Energieversorgung der Nervenzellen. Ohne ausreichend Östrogen kann die Gehirnaktivität in bestimmten Regionen um bis zu 30 Prozent sinken, was als Hypometabolismus bezeichnet wird. Dieser Zustand ist ein Frühwarnzeichen für Alzheimer und macht die Zellen anfälliger für Schäden. Besonders betroffen sind postmenopausale Frauen, die das Risikogen APOE-4 tragen.
Interessanterweise zeigen MRT-Untersuchungen, dass sich die Gehirnstruktur während der Menopause verändert. Sowohl die graue als auch die weiße Substanz schrumpfen in Arealen, die für Gedächtnis und komplexes Denken zuständig sind. Es gibt jedoch Hoffnung: Einige Daten deuten darauf hin, dass sich das Volumen der grauen Substanz nach der Übergangsphase teilweise erholen kann, was die bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit des Gehirns unterstreicht.
Die Debatte um die Hormonersatztherapie (HRT) zur Prävention von Alzheimer ist durch diese Forschungsergebnisse neu entfacht worden. Die Timing-Hypothese besagt, dass eine HRT, die rund um den Beginn der Menopause beginnt, das Gehirn schützen könnte. Spätere Therapiebeginne könnten jedoch weniger effektiv sein oder sogar das Risiko erhöhen. Unabhängig von medikamentösen Ansätzen betonen Neurologen die Bedeutung eines gesunden Lebensstils, um das Demenzrisiko zu senken.
Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, kognitive Herausforderungen und ausreichend Schlaf sind die effektivsten Maßnahmen gegen Demenz. Frauen in der Lebensmitte sollten diese präventiven Weichen stellen, um ihre neuronale Gesundheit zu schützen. Die Wissenschaft macht klar: Den Wechseljahren muss in der Gesundheitsvorsorge mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
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