LONDON (IT BOLTWISE) – Die Diskussion um die Risiken, die MicroStrategy für den Bitcoin-Markt darstellt, nimmt zu. Das Unternehmen, das als größter institutioneller Bitcoin-Inhaber gilt, steht im Mittelpunkt der Debatte über die Stabilität und Dezentralisierung des Kryptowährungsmarktes.

MicroStrategy, ein führendes Unternehmen im Bereich der Unternehmenssoftware, hat sich in den letzten Jahren durch seine massiven Bitcoin-Investitionen einen Namen gemacht. Mit einem Bestand von 597.325 BTC, was etwa 3 % des gesamten Bitcoin-Angebots entspricht, ist das Unternehmen zu einem zentralen Akteur im Kryptowährungsmarkt geworden. Diese Position wurde durch die Aufnahme von 7,2 Milliarden US-Dollar an wandelbaren Schulden finanziert, was die Abhängigkeit von der Bitcoin-Preisentwicklung verdeutlicht.
Analysten warnen, dass ein signifikanter Preisverfall von Bitcoin MicroStrategy dazu zwingen könnte, Teile seiner Bestände zu verkaufen, um Verbindlichkeiten zu decken. Dies könnte eine Kaskade von Verkäufen auslösen, die den Markt stärker beeinflussen könnte als frühere Ereignisse wie der Zusammenbruch von Mt. Gox oder der Fall von 3AC. Kritiker argumentieren, dass die Zentralisierung eines solch großen Anteils des Bitcoin-Angebots in den Händen eines einzigen Unternehmens die dezentrale Natur der Kryptowährung gefährdet.
Ein weiterer Punkt der Besorgnis ist die Hebelwirkung, die MicroStrategy durch seine Schuldenaufnahme geschaffen hat. Im Gegensatz zu Spot-Bitcoin-ETFs verfügt das Unternehmen über keine signifikanten Barreserven, was seine Bilanz besonders anfällig für Bitcoin-Preisschwankungen macht. Sollte der Preis unter den durchschnittlichen Kaufpreis von etwa 70.982 US-Dollar pro Bitcoin fallen, könnten erhebliche Buchverluste entstehen, die zu einem Zwangsverkauf führen könnten.
Ein weiteres Risiko besteht in der Abhängigkeit von der Marktbewertung von MicroStrategy-Aktien. Diese werden oft mit einem Aufschlag auf den Nettoinventarwert gehandelt, was es dem Unternehmen ermöglicht, weitere Bitcoin-Käufe zu finanzieren. Ein Stimmungsumschwung bei den Investoren könnte jedoch zu einem Rückgang dieses Aufschlags führen und den Zugang zu neuem Kapital einschränken.
Die Kernsoftware des Unternehmens hat ebenfalls gelitten, mit einem Rückgang der Softwareeinnahmen auf ein 15-Jahres-Tief im Jahr 2024 und einem Personalabbau von 20 % seit 2020. Diese Entwicklungen werfen Fragen über die langfristige Nachhaltigkeit der Bitcoin-Strategie von MicroStrategy auf.
Einige Analysten betonen jedoch, dass die Fälligkeiten der wandelbaren Anleihen von MicroStrategy bis in das nächste Jahrzehnt reichen und sehen daher kurzfristig wenig Risiko für erzwungene Liquidationen, es sei denn, der Bitcoin-Preis fällt drastisch unter 30.000 US-Dollar. Dennoch bleibt das Risiko eines Marktkollapses bestehen, wenn der Optimismus und die Kapitalzuflüsse versiegen.

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