LONDON (IT BOLTWISE) – Der Bitcoin-Bulle unter den Unternehmen wirkt an einer entscheidenden Stelle verwundbar: Beim Funding über die Stretch-(STRC)-Vorzugsaktien sieht Peter Schiff nur noch eingeschränkte Möglichkeiten. Er verweist darauf, dass MicroStrategy STRC zwar weiter stützt, aber die Ausgabe neuer STRC-Aktien als zentrale Finanzierungsschiene derzeit nicht wieder öffnet. Gleichzeitig habe das Unternehmen seine Bitcoin-Käufe zuletzt stärker über Verkäufe von Stammaktien und über liquide Mittel finanziert. Offen bleibt damit weniger die Kaufbereitschaft, sondern ob der nächste Finanzierungshebel tatsächlich in gleicher Größenordnung greift.

MicroStrategy: Schiff zweifelt an STRC-Funding für weitere Bitcoin-Käufe
MicroStrategy: Schiff zweifelt an STRC-Funding für weitere Bitcoin-Käufe (Foto: IT BOLTWISE)
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MicroStrategy setzt seine Bitcoin-Strategie fort, doch die Frage nach dem passenden Finanzierungsmotor rückt erneut in den Vordergrund. Peter Schiff, langjähriger Kritiker von Bitcoin-Investments, argumentiert in einem Podcast-Format, dass dem Unternehmen die zentrale Emissionsroute über Stretch-(STRC)-Vorzugsaktien abhandengekommen sei. Hintergrund ist, dass STRC laut seiner Darstellung wieder nahe an den $100-Nennwert herangezogen wurde, während sich zugleich die Mechanik verändert habe, mit der neue Mittel in die Bitcoin-Position fließen. Diese Kombination aus Kursstabilisierung bei gleichzeitiger Einschränkung der Emissionskapazität ist ein Detail, das für den Kapitalmarkt entscheidend werden kann.

Schiff verweist auf einen konkreten Kursbereich: STRC notiere zum Zeitpunkt seines Kommentars bei rund $99,4, nachdem die Vorzugsaktien zuvor im Jahresverlauf zeitweise auf etwa $75 gefallen waren. Er verbindet den Rückprall mit zwei Faktoren, die MicroStrategy im Alltag nutzt: wöchentliche STRC-Rückkäufe und eine kräftige Erholung bei Bitcoin. Gleichzeitig setzt er den Fokus auf die Finanzierungskette und zieht dabei eine klare Grenze zwischen der Stützung des bestehenden Instruments und der Fähigkeit, zusätzliche Mittel über genau dieses Instrument einzusammeln. In seinen Worten gibt es aus seiner Sicht für Michael Saylor keinen Weg, die Stretch-Emissionen in größerem Umfang wieder aufzunehmen, was wiederum den Spielraum für weitere Bitcoin-Käufe begrenzen würde: „There’s no way that he’s going to be able to start selling more Stretch; that means he’s not going to be able to raise money to really start buying more Bitcoin“.

Um zu verstehen, warum solche Überlegungen bei MicroStrategy nicht nur Theorie bleiben, lohnt der Blick auf die im Text genannten Unternehmensdaten. Laut Angaben zu den letzten Verkäufen brachte MicroStrategy die STRC-Vorzugsaktien zuletzt im Rahmen eines at-the-market-Programms zwischen dem 11. und 17. Mai auf den Markt und erzielte dabei etwa 1,95 Milliarden US-Dollar. Entscheidend ist außerdem, dass die verbleibende STRC-Kapazität in späteren Meldungen laut Text konstant bei rund 17,51 Milliarden US-Dollar angegeben blieb, was Schiffs These stützt, dass kurzfristig keine weiteren neuen Vorzugsaktienemissionen in nennenswertem Umfang stattfanden. Ergänzend beschreibt die Quelle eine zehnwöchige Sommer-Pause beim Bitcoin-Accumulation-Prozess, in der statt neuer Käufe eher Coins verkauft wurden, um Dividenden und STRC-Rückkäufe zu bedienen.

Als MicroStrategy Ende August wieder mit dem Kaufen ansetzte, verlagerte sich das Funding laut Bericht spürbar. Die Quelle nennt konkrete Trades: In einer Woche seien 4.603 BTC über den Verkauf von Klasse-A-Aktien (MSTR) finanziert worden, später folgten 1.665 BTC in späten September-Tagen. Dazwischen habe das Unternehmen aus seinem USD-Cash-Konto 75,7 Millionen US-Dollar eingesetzt, um 950 BTC zu erwerben. Zusätzlich zeigt sich die Verknüpfung zwischen dem Stammaktienmarkt und STRC: Zwischen dem 21. und 27. September habe MicroStrategy 103,5 Millionen US-Dollar aus MSTR-Verkäufen verwendet, um STRC-Aktien zurückzukaufen. Für die Bewertung der gesamten Strategie sind solche Schleifen wichtig, weil sie die Abhängigkeit von bestimmten Kapitalmarktkanälen erhöhen: Wenn die präferierte Emissionsroute über STRC nicht im gleichen Takt nachgezogen werden kann, muss das Unternehmen zwangsläufig Alternativen stärker gewichten.

Auch die Aussage zur Marktstabilität ordnet sich in dieses Bild ein. Saylor habe laut Text auf ruhigeres Handelsverhalten hingewiesen und dazu eine Kennzahl genannt: Die 30-Tage-Historische Volatilität von STRC lag demnach am 2. Oktober bei 9% und damit unter dem Wert von 10% für den SPDR S&P 500 ETF (SPY). Das ist als Signal weniger ein technisches Argument als ein psychologischer Hebel: Sinkende Volatilität kann Vertrauen schaffen, weil Risikoaufschläge für Optionen, Finanzierungskosten und Käuferkreise kleiner ausfallen. Für Schiff bleibt die Kernfrage jedoch bestehen, ob das Unternehmen künftig wieder „in Serie“ über STRC emittieren kann, oder ob die Finanzierung stärker vom Stammaktienmarkt abhängt, der seinerseits stärker mit der Erwartung an die Bitcoin-Rendite und die Unternehmensstrategie schwankt.

Schließlich liefert der Text auch eine Liquiditätsdimension, die in der Praxis über „Durchhaltefähigkeit“ entscheidet. MicroStrategy habe zum 27. September ein USD-Reservepolster von 5,02 Milliarden US-Dollar vorgehalten, mit dem nach Unternehmensangaben bevorzugte Dividenden und Zinszahlungen auf Schulden bedient werden sollen. Damit bleibt zunächst Spielraum, um STRC-Dividenden weiter zu bedienen, während das Unternehmen zugleich Bitcoin-Transaktionen tätigt und STRC-Rückkäufe finanziert. Für das operative Bild heißt das: Selbst wenn die Emissionsschiene über STRC nicht dauerhaft im selben Umfang nutzbar ist, kann die Kombination aus Reservekapital, Stammaktienverkäufen und Rückkaufmechanik eine Zeit lang stabilisieren. Für den Markt ist dann aber die nächste Prüfung weniger, ob Käufe stattfinden, sondern ob sich die Finanzierungsstruktur so konsolidiert, dass sie ohne größere Kurs- oder Refinanzierungsrisiken skaliert.


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