LONDON (IT BOLTWISE) – Millersville University nutzt die Ergebnisse einer vollständig durch den PASSHE-Umfeld finanzierten Space-Optimization-Studie, um ihren Campusflächeneinsatz neu zu ordnen. Die Analyse umfasst nahezu 97 Gebäude und rund 1,9 Millionen Quadratfuß Raum in Lancaster, darunter auch das Ware Center. Das Projekt identifiziert etwa 236.000 Quadratfuß nutzbaren Überschuss und weist zugleich auf Unterauslastung in Unterrichts- und Laborbereichen hin. Daraus entsteht ein zweijähriger Space-Divestment-Plan ab dem Haushaltsjahr 2025-26, der Programme aus umgewidmeten Wohnhäusern in bestehende akademische und administrative Gebäude verlagern soll.

Millersville University setzt auf Datenanalyse: Campus wird künftig effizienter und Wohnhäuser werden verkauft
Millersville University setzt auf Datenanalyse: Campus wird künftig effizienter und Wohnhäuser werden verkauft (Foto: IT BOLTWISE)
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Millersville University geht das Thema Flächenmanagement nicht über Bauchgefühl an, sondern über eine systematische Auswertung ihrer Raumdaten. Ausgangspunkt ist eine Space-Optimization-Studie, die vollständig im Rahmen einer Initiative des Pennsylvania State System of Higher Education (PASSHE) finanziert wurde. Ziel der Initiative ist es, die physischen Campusflächen stärker an die Entwicklung der Studierendenzahlen, den operativen Bedarf sowie an eine langfristig tragfähige Finanzierung auszurichten. Für die Hochschule bedeutet das: Raum wird nicht nur verwaltet, sondern als steuerbarer Faktor betrachtet, der sich über Kennzahlen gezielt optimieren lässt.

Die Untersuchung deckte laut Bericht nahezu 97 Gebäude ab und betrachtete dabei rund 1,9 Millionen Quadratfuß Fläche auf dem Hauptcampus sowie im Ware Center in downtown Lancaster. Im Kern aktualisierte die Studie das Rauminventar, analysierte die Auslastung von Klassenräumen und Laboren und leitete daraus Surpluses und Defizite ab. Wichtig ist dabei die Einordnung der Ergebnisse: Die Bewertung kommt zu dem Schluss, dass Millersville über ausreichend Kapazität für die aktuelle Einschreibung und die akademische Mission verfügt. Gleichzeitig nennt die Studie etwa 236.000 Quadratfuß nutzbaren Überschuss, darunter mehr als 79.000 Quadratfuß ungenutzte, nicht zugewiesene oder freie Flächen. Dass Unterrichts- und Laborräume unter ihrer Kapazitätsgrenze betrieben werden, ist für sich allein schon relevant; noch entscheidender ist der Hinweis, dass die vorhandene Klassenraumkapazität für einen spürbaren zukünftigen Anstieg der Einschreibungen ausreichen könnte.

Technisch und organisatorisch zeigt sich die zweite Stoßrichtung besonders deutlich bei der Frage, wo Programme künftig untergebracht werden sollen. Eine der zentralen Empfehlungen lautet, die Abhängigkeit von Wohnhäusern zu verringern, die über viele Jahrzehnte zu Büros, akademischen Bereichen oder Standorten für studentische Services umgewidmet wurden. Solche Bauten waren ursprünglich für private Nutzung ausgelegt, was sich in der Praxis rächt: Viele erfüllen nicht die Anforderungen an heutige Hochschulprozesse, etwa bei Infrastruktur, Verkehrswegen und Betriebskonzepten. Laut Studie würde die Verlagerung entsprechender Programme in vorhandene akademische und administrative Gebäude mehrere Effekte gleichzeitig adressieren: Sie soll die operative Effizienz steigern, die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen erleichtern, Wartungskosten senken und zudem die Nutzung der vorhandenen Campusfläche insgesamt verbessern.

Auch die Inklusionsperspektive wird dabei konkret an baulichen und betrieblichen Kriterien festgemacht. Viele der residentialen Strukturen entsprechen dem Bericht zufolge nicht den Zugänglichkeitsstandards, weil sie ursprünglich nicht für Anforderungen wie barrierefreie Eingänge, rollstuhlgerechte Sanitärbereiche, Aufzüge, klare Wegeführung und eine professionelle Service-Durchführung ausgelegt waren. Akademische und administrative Gebäude seien dagegen in der Regel besser vorbereitet, um solche Anforderungen übergreifend abzudecken. Für Entscheidungsträger ist das mehr als eine Compliance-Frage: Wenn Räume im Alltag besser zugänglich und funktional passender sind, sinken Reibungsverluste im Lehr- und Betreuungsbetrieb, und die Hochschule kann ihre Angebote stabiler skalieren.

Aus den Analyseergebnissen wird nun ein Space Divestment Plan. Dabei handelt es sich um eine zweijährige Initiative, die im Haushaltsjahr 2025-26 beginnt und im laufenden Fiskaljahr enden soll. Bereits nach dem Start wurden alle von der Universität identifizierten, nicht mehr benötigten, eigengenutzten Häuser geräumt. Facilities Management arbeitet fortlaufend mit PASSHE, dem Pennsylvania Department of General Services (DGS) sowie lokalen Vertretern der Boroughs zusammen, um für jedes Objekt die passendste Verwertungsstrategie festzulegen. Je nach Lage und Rahmenbedingungen kommen unterschiedliche Wege infrage: Verkauf, Abriss oder Rückgabe an DGS. Ergänzend dazu wird die Studie als Grundlage dafür genutzt, Nutzung, Kosten und Nachhaltigkeit auf Campus-Ebene messbar weiter zu verbessern.

Was die geplanten Maßnahmen über die eigentliche Entäußerung hinaus betrifft, nennt die Studie mehrere Hebel, die direkt an Daten- und Betriebsprozesse gekoppelt sind. So sollen Kennzahlen zur Auslastung von Unterrichts- und Laborflächen stärker in die Planung von Möbelersatz einfließen und Investitionen priorisieren, die den größten Effekt auf das Lernen der Studierenden haben. Unterausgelastete Klassenräume sollen außerdem zu aktiven Lernumgebungen weiterentwickelt werden – etwa zu kollaborativen Lern- und study-basierten Unterstützungsbereichen. Daneben setzt die Hochschule auf eine Umverteilung und Modernisierung bestehender Flächen statt auf zusätzliche Neubauten, und sie will den Betrieb weiter in weniger Gebäuden bündeln, um Energieverbräuche zu senken, ohne akademische Leistungen zu reduzieren. Auch freie Flächen sollen gezielt für einnahmegenerierendes Potenzial genutzt werden, während studentenzentrierte Services weiter ausgebaut werden sollen, indem die Konsolidierung des Gebäudebestands das Wachstum neuer Programme unterstützt.

Bemerkenswert ist dabei der wiederkehrende Fokus auf operatives Controlling: Die Studie empfiehlt jährliche Space Audits, zentrale Scheduling-Praktiken und die fortlaufende Nutzung von Space-Utilization-Metriken, um Kapitalplanung und Master Planning langfristig zu unterstützen. Genau hier liegt der nachhaltige Nutzen eines solchen Programms: Wenn die Hochschule nicht nur einmalig Daten erhebt, sondern Routinen für Raumdaten etabliert, entsteht ein Steuerkreis, der Investitionen und Betrieb kontinuierlich an tatsächliche Bedarfe koppelt. Für andere Einrichtungen im PASSHE-Umfeld ist das zugleich ein Signal, dass Flächenoptimierung inzwischen weniger als Immobilienprojekt verstanden wird, sondern als datengetriebene Betriebs- und Transformationsaufgabe.


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