BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Nazan Eckes steigt als Markenbotschafterin bei dem Berliner Startup pure.lyte ein und unterstützt damit erstmals bewusst ein Unternehmen in der Kategorie Elektrolyt-Getränke. Das zuckerfreie, koffeinfreie und vegane Konzept zielt auf den Alltag jenseits klassischer Sportnutzung. Für pure.lyte bedeutet die prominente Reichweite einen zusätzlichen Vertriebsschub – vom Handel über Gyms bis hin zu Events. Gleichzeitig zeigt die Kooperation, wie stark sich Produktentwicklung und Marketing in schnell wachsenden Health-Workflows gegenseitig beeinflussen.

Prominente Gesichter sind im Consumer-Health-Marketing ein wirksamer Hebel, aber selten so strategisch gesetzt wie im Fall von pure.lyte: Nazan Eckes wird Markenbotschafterin des Berliner Startups, das Elektrolyt-Getränke ohne Zuckerzusatz entwickelt und vertreibt. Das Timing ist bemerkenswert, denn die Kategorie rückt gerade vom Rand hin in den Mainstream. Während Elektrolyt-Drinks hierzulande lange vor allem im Sportkontext wahrgenommen wurden, verschiebt sich die Nachfrage zunehmend in Richtung Alltag, Trainingseinheiten ohne “Vollprogramm” und heiße Tage im Berufs- und Familienleben. Genau dort will pure.lyte sichtbar werden.
Technisch betrachtet steckt hinter dem Produkt ein Nährstoff- und Formulierungsanspruch, der in der Praxis mehrere Zielkonflikte adressieren muss: Elektrolyte sollen in ausreichender Menge bereitgestellt werden, ohne dass Geschmack, Verträglichkeit oder Rezepturkomplexität aus dem Ruder laufen. Nach Unternehmensangaben liefert jeder Drink mehr als 1.100 Milligramm Elektrolyte. Gleichzeitig positioniert sich das Startup über Parameter wie zuckerfrei, koffeinfrei und vegan sowie mit Verzicht auf Farbstoffe und künstliche Aromen. Verpackungsseitig setzt pure.lyte auf einen pfandfreien 500-Milliliter-TetraPak mit pflanzenbasiertem Verschluss – ein Detail, das im Handel und bei Nachhaltigkeitsargumenten häufig über Kaufentscheidungen mitentschieden wird.
Ein Blick in die Kategorie zeigt, warum die Kooperation für ein Startup wie pure.lyte so relevant ist. Etablierte Marken haben zwar schon lange Vertriebsmacht, sie sind aber nicht immer konsequent auf zuckerfreie Varianten, neue Zielgruppen und “Alltagsnutzen” getrimmt. In Wettbewerbsumfeldern dominieren oft Sportgetränke mit klassischen Geschmacksprofilen und Zuckeranteilen, während moderne Angebote verstärkt auf Kalorienreduktion und präzisere Claims setzen. Expertenanalysen aus der Branche deuten deshalb darauf hin, dass die nächste Wachstumswelle nicht nur über Produktinnovationen läuft, sondern über eine klare Kommunikationslogik: Warum Elektrolyte heute, wie und für wen?
Für pure.lyte ist das erste Startup-Engagement von Nazan Eckes außerdem ein Vertrauenssignal. Eckes’ Entscheidungsweg wirkt dabei wie ein Muster, das man aus dem Startup-Marketing kennt: nicht nur das Produkt zählt, sondern die Story, die dahintersteht. Gründern Vanessa Klawitter zufolge begann die Suche nach einem passenden zuckerfreien Elektrolyt-Getränk bereits 2021. Da im Handel keine zufriedenstellende Lösung gefunden wurde, ging sie den Weg über die eigene Marke. Mit dem Marktstart Anfang 2024 startete pure.lyte zunächst mit zwei Sorten, später kam eine dritte Variante hinzu. Die Botschafterrolle kann diesen Lebenszyklus in eine breitere Öffentlichkeit übersetzen, gerade wenn der Markt noch dabei ist, seine “mentale Kategorie” zu bauen.
Der Markt-Kontext spielt zusätzlich eine Rolle, weil distributionstechnisch mehrere Kanäle gleichzeitig bedient werden. Pure.lyte wird nach Unternehmensangaben im klassischen Einzelhandel geführt, ist aber auch in Fitnessstudios, Padelhallen und der Eventbranche präsent. Dazu kommen Festivals und Clubs – also Umgebungen, in denen Menschen ohnehin Getränke für Leistungs- oder Erholungsphasen konsumieren, ohne dass jede Nutzung zwangsläufig sportwissenschaftlich “trainingsgetrieben” ist. Das ist nicht nur ein Branding-Thema, sondern auch ein operatives: Ein Startup muss SKU-Planung, Regalrotation, Lieferkettenstabilität und Promoter-/Sampling-Aktivitäten so zusammenbringen, dass der Markteintritt nicht an Distributionsreibung scheitert.
Regulatorisch und für die Compliance ist die Kategorie ebenfalls sensibel, weil es sich um Lebensmittel und damit um regulierte Werbeaussagen handelt. Gesundheits- und Nährwert-Kommunikation muss den rechtlichen Rahmen zur Kennzeichnung und Vermarktung einhalten; außerdem sind Aussagen zur Wirkung im Körper besonders sorgfältig zu formulieren. Für Unternehmen ist das ein Prozess, den man wie ein “Governance-Workflow” behandeln muss: Rezeptur, Etikettierung, Werbemittel und Online-Content sollten konsistent sein, sonst drohen Abmahn- und Rückrufrisiken. Hinzu kommt aus Datenschutzsicht indirekt das Thema Tracking im Marketing: Wenn Kampagnen mit Reichweitenpartnern laufen, müssen Einwilligungen, Consent-Mechanismen und Datenminimierung sauber umgesetzt werden, insbesondere bei Zielgruppenansprache über digitale Kanäle.
Mit Blick auf die Zukunft ist die Kombination aus Gründungsstory, Produktklarheit und prominenter Reichweite ein belastbarer Ansatz – aber sie schafft auch neue Erwartungen. In den kommenden Monaten dürfte pure.lyte daran gemessen werden, ob sich die Nachfrage nicht nur durch Bekanntheit, sondern durch wiederholten Kauf stabilisiert. Eine realistische nächste Ausbaustufe wäre, die Sorten weiter zu optimieren und zugleich an Systemen für Skalierung zu arbeiten, etwa in der Produktionsplanung und im Qualitätsmanagement über Lieferanten hinweg. Die Branche zeigt, dass Marken mit stimmiger Positionierung und effizienter Umsetzung über Handel und Community-Events hinauswachsen. Wenn das gelingt, könnte die Kategorie “Elektrolyte im Alltag” in Deutschland stärker vom Sport lösen – und Startups erhalten damit echte Chancen, gegen etablierte Player nicht nur mitzuhalten, sondern deren Angebotsschema zu ergänzen.
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