WARSCHAU / LONDON (IT BOLTWISE) – Polen und die Ukraine liefern sich erneut Streit um eine geplante Ehrung nationalistischer Untergrundkämpfer im westukrainischen Lwiw. Polens Regierungschef Donald Tusk kritisiert den Beschluss scharf und verweist darauf, dass er der Ukraine schade und politischen Gegnern in die Hände spiele. Die ukrainische Seite bezeichnet die Entscheidung als kontraproduktiv für die Beziehungen. Der Konflikt knüpft an frühere Spannungen rund um Ehrungen der Ukrainischen Aufstandsarmee und ihres Kommandeurs Roman Schuchewytsch an.

Der Streit zwischen Polen und der Ukraine um das Gedenken an die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) bekommt durch einen neuen Beschluss in Lwiw (Lemberg) frischen Zündstoff. Das Regionalparlament in der westukrainischen Stadt hat das Jahr 2027 zum Jahr der UPA und ihres Kommandeurs Roman Schuchewytsch erklärt. Damit verbunden ist die Absicht, nationalistische Untergrundkämpfer aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs auszuzeichnen. Für polnische Entscheidungsträger ist das nicht nur ein symbolischer Akt, sondern ein direkter Eingriff in die Deutungshoheit über die gemeinsame Geschichte.
Polens Regierungschef Donald Tusk reagierte empört auf die Entscheidung. In seinen Angaben gegenüber der Nachrichtenagentur PAP machte er deutlich, dass der Beschluss der Ukraine schade: „Das schadet der Ukraine und spielt denen in die Hände, die ihr Schlechtes wünschen“. In Polen wurde der Initiator des Beschlusses zudem zum unerwünschten Ausländer erklärt. Diese Eskalationsstufe zeigt, wie schnell aus einem lokalen Gedenken ein zwischenstaatlicher Konflikt werden kann, insbesondere dann, wenn das Thema politisch aufgeladen ist und sich nicht mehr auf den Rahmen historischer Forschung beschränken lässt.
Aus Kiew kommt dagegen eine klare Gegenposition. Das Außenministerium bezeichnete den Beschluss aus Lwiw als kontraproduktiv, weil er die Bemühungen schwäche, ukrainisch-polnische Beziehungen zu stärken. Gleichzeitig hob die ukrainische Seite hervor, dass der Beschluss auf regionaler Ebene gefasst worden sei – also von einem Organ der lokalen Selbstverwaltung. Bemerkenswert ist daran nicht nur die inhaltliche Zurückweisung, sondern auch die politische Argumentationslinie: Die Ukraine verweist darauf, dass zentrale Stellen nicht zur Bewertung der möglichen Folgen hinzugezogen worden seien. Damit verschiebt sich die Frage, wer tatsächlich verantwortlich ist – das macht den Konflikt jedoch nicht kleiner, sondern verlängert ihn.
Der politische Streit knüpft an historische Jahrestage und an konkrete Personen an. Hintergrund ist zum einen der 85. Jahrestag der Gründung der UPA, zum anderen der 120. Geburtstag von Roman Schuchewytsch. Laut der Darstellung im Bericht war Schuchewytsch von 1943 bis 1950 Kommandeur der UPA, die Massenmorde an der lokalen polnischen Bevölkerung in der heutigen Westukraine verübt haben soll. Davor wiederum habe er als Kommandeur des ukrainischen Freiwilligenbataillons „Nachtigall“ gedient, das als Teil der Wehrmacht am deutschen Einmarsch in die Sowjetunion beteiligt gewesen sein soll sowie bei der Verfolgung von Juden. Gerade diese Verbindung aus militärischer Organisation, Kollaborationsthemen und lokalen Gewaltverbrechen erklärt, warum Ehrungen für die eine Seite als Anerkennung des Widerstands gelten, während die andere Seite darin eine Verharmlosung sieht.
Schon im Juni hatte es eine erste Zerwürfnisrunde zwischen beiden Ländern gegeben. Anlass war, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einer militärischen Einheit den Ehrentitel „Helden der UPA“ verlieh. In der Folge veranlasste der rechtskonservative polnische Präsident Karol Nawrocki, dass die Verleihung des Ordens „Weißer Adler“ an Selenskyj zurückgenommen wurde. Zusätzlich kam es zu Ehrungen von Vertretern beider Länder, was den Konflikt als Bündel aus Symbolpolitik, Innenpolitik und außenpolitischer Positionierung sichtbar machte. In diesem Kontext ist auch die erneute Empörung über eine geplante Heldengedenkstätte in Kiew ein weiterer Baustein: Polen sieht offenbar eine konsequente Abfolge von Gesten, die in Warschau als Provokation gelesen werden.
Auch Tusk stellt die Beziehungspflege in den Mittelpunkt seiner Kritik. Er sagte, er habe gemeinsam mit Selenskyj daran gearbeitet, die frühere „Ordenskrise“ zu beilegen, und betonte, dass ihm deshalb jede Verständnissbasis für die „selbstmörderische Taktik“ des Lwiwer Regionalparlaments fehle. Der zentrale Vorwurf lautet demnach: Solche Entscheidungen schaden der Ukraine und stärken diejenigen, die der Ukraine ohnehin negativ gegenüberstehen. Für die politische Wirkung ist dabei entscheidend, dass Polen als EU- und NATO-Mitglied ein enger Verbündeter der Ukraine im Krieg gegen Russland ist und zugleich eine knappe Million Kriegsflüchtlinge aufgenommen hat. In einer solchen Lage werden geschichtspolitische Konflikte besonders sensibel, weil jede Verstimmung die Koordinierung zwischen Partnern erschweren kann.
Der Hinweis des ukrainischen Außenministeriums, man habe sich nicht auf zentraler Ebene mit den Folgen des Lwiwer Beschlusses befasst, deutet darauf hin, dass der Konflikt auch von der Schnittstelle zwischen Regionalpolitik und nationaler Außenpolitik getrieben wird. Genau dort entstehen Reibungsverluste: Lokale Parlamente folgen oft ihrer eigenen Gedenklogik, während nationale Regierungen die internationale Wirkung solcher Akte kalkulieren müssen. Für Unternehmen, Technologie- und Infrastrukturprojekte, die zwischen beiden Ländern kooperieren, ist das zwar kein unmittelbarer Technikschalter – aber ein Indikator für das politische Risiko, das langfristige Programme, Personalverlagerungen und Vergabestrategien beeinflussen kann. In der Praxis heißt das: Wer über grenzüberschreitende Vorhaben plant, bekommt nicht nur geopolitische Schlagzeilen, sondern auch belastbare Hinweise darauf, wie stabil die politische Flankierung tatsächlich ist.
Damit bleibt die zentrale Frage offen, wie sich die Kommunikations- und Entscheidungswege zwischen Region und Zentralregierung so verknüpfen lassen, dass symbolische Akte nicht automatisch neue Fronten eröffnen. Der Streit um Schuchewytsch zeigt zudem, dass Gedenken in Ostmittel- und Osteuropa häufig mehr ist als Erinnerungskultur: Es ist ein konkurrierendes Narrativ über Legitimität, Opferrollen und Verantwortung. Bis eine gemeinsame Linie für die Benennung und Einordnung der UPA-Ära gefunden wird, dürfte der Ton zwischen Warschau und Kiew angespannt bleiben – und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass weitere lokale Beschlüsse im gesamten Land als politisch bedeutsam aufgegriffen werden.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Polen und Ukraine streiten um UPA-Ehrung in Lwiw" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Polen und Ukraine streiten um UPA-Ehrung in Lwiw" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Polen und Ukraine streiten um UPA-Ehrung in Lwiw« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!