COSTA RICA / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Längsschnittstudie an Ayahuasca-Retreats zeigt einen überraschenden Zusammenhang zwischen Resilienz und als „herausfordernd“ erlebten Zeremonien. Teilnehmende mit höherer Resilienz berichteten zum Ende des Retreats tendenziell intensivere schwierige Effekte. Einen Monat später verstärkte Resilienz zudem die Kopplung zwischen solchen Erfahrungen und der Suche nach Sinn im Leben. Die Daten liefern Hinweise auf therapeutisches Potenzial, lassen aber keine sicheren Kausal-Schlüsse zu.

Ayahuasca wird seit Generationen in indigene Traditionen im Amazonasraum eingeordnet – religiös, spirituell und auch mit therapeutischem Anspruch. Die akuten Wirkungen können dabei nicht nur als mystisch oder erkenntnisreich beschrieben werden, sondern auch als körperlich belastend (zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen) und emotional aufwühlend. In der wissenschaftlichen Betrachtung werden diese negativen oder beunruhigenden Phasen häufig als „challenging experiences“ gefasst, also herausfordernde Erfahrungen, die manche Teilnehmende als schädlich („bad trips“) interpretieren, andere dagegen als Teil von Heilung oder Transformation. Genau an dieser Stelle setzt die neue Längsschnittarbeit an: Nicht die Frage, ob schwierige Effekte auftreten, sondern wie sie sich im Zusammenspiel mit psychologischen Merkmalen auswirken.
Im Kern untersuchten Forschende, ob Resilienz – verstanden als Fähigkeit, sich an Stress anzupassen und nach belastenden Ereignissen wieder besser zu funktionieren – den Verlauf solcher Retreaterfahrungen mitprägt. Die Studie ist methodisch relevant, weil sie Resilienz zu Beginn des Retreats erhob und die Teilnehmenden anschließend nach ihren akuten, herausfordernden Effekten befragte. Zusätzlich wurde nach einem Monat geprüft, wie sich diese Erlebnisse mit psychospirituellen Ergebnissen verknüpften, unter anderem mit der Suche nach Sinn im Leben. Damit betrachtet das Design nicht nur Korrelationen zwischen Merkmalen und Erleben, sondern prüft auch, ob Resilienz die Stärke von Zusammenhängen moderiert.
Die Datenerhebung erfolgte zwischen August 2022 und August 2023 an zwei Retreat-Standorten eines Anbieters, einmal in Costa Rica und einmal in Peru. Von 291 Personen, die die Studienkriterien erfüllten, nahmen 267 am ersten Fragebogen teil. 247 füllten den Fragebogen am Ende des Retreats aus, und 233 lieferten Antworten einen Monat später. Durchschnittlich waren die Teilnehmenden 41 Jahre alt; 56% waren Frauen. Auffällig ist die Stichprobenstruktur: Der Großteil war weiß (83%), lebte in Nordamerika (87%) und hatte eine Hochschulbildung (95%). Außerdem hatten viele bereits Erfahrung mit Psychedelika (79% insgesamt), und 22% hatten Ayahuasca schon zuvor genutzt. Für die Interpretation ist das wichtig, denn solche Zusammensetzungen begrenzen die Übertragbarkeit auf andere Altersgruppen, kulturelle Kontexte oder Anbieter-Settings.
Die Befragungen kombinierten mehrere etablierte Instrumente. Resilienz wurde mit der Resilience Scale for Adults erfasst, herausfordernde Ayahuasca-Erfahrungen mit dem Challenging Experience Questionnaire sowie weiteren Skalen, unter anderem zu Unwohlsein und „Purging“-Erlebnissen. Zusätzlich wurden die Teilnehmenden nach der Meaning-in-Life-Logik gefragt (ein Aspekt war dabei, ob das Leben bereits als sinnvoll erlebt wird, ein anderer, ob nach Sinn gesucht wird). In den Ergebnissen zeigte sich zunächst ein breites Spektrum: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden berichtete mindestens mäßig intensive herausfordernde Erfahrungen wie Tränen, Zittern oder körperliches/emotionales Leiden, Trauergefühle oder Herzklopfen. Gleichzeitig meldeten weniger als 5% das Gefühl, andere würden gegen sie „plotten“. Fast drei Viertel gaben zudem an, nach der Einnahme zumindest mäßig erschöpft gewesen zu sein. Entscheidend für die Kernbotschaft: Personen mit höherer Resilienz berichteten tendenziell intensivere herausfordernde Effekte, und parallel galt auch für höhere Neurotizismus-Werte (geringere emotionale Stabilität), dass diese mit stärkeren akuten herausfordernden Erfahrungen einhergingen.
Noch spannender wird es bei der Frage nach dem psychospirituellen Nachhall. Resilienz zu Beginn des Retreats moderierte den Zusammenhang zwischen herausfordernden Ayahuasca-Erlebnissen und der Suche nach Sinn im Leben einen Monat später: Je resilienter eine Person war, desto stärker war die Verknüpfung zwischen einem intensiven herausfordernden Erlebnis und der anschließenden Sinnsuche. Das galt nicht nur für allgemeine „uncomfortable“ Erlebnisse, sondern zeigte sich konsistent in mehreren Skalen. Gleichzeitig blieb Resilienz ohne moderierenden Effekt auf die Präsenz von Sinn im Sinne der Einschätzung, das eigene Leben fühle sich bereits sinnvoll an. Anders formuliert: Resilienz scheint eher zu beeinflussen, wie stark herausfordernde Erfahrungen eine Nachdenk- oder Integrationsbewegung auslösen, statt direkt „fertigen“ Sinn zu erzeugen.
Für die Praxis liegt darin ein Ansatzpunkt, der auch mental health-orientierte Versorgungsmodelle betrifft. Die Autoren argumentieren, dass die Ergebnisse ein besseres Verständnis für Ayahuasca-Effekte im Lichte der Resilienz liefern und dass sich daraus Unterstützung für Vorbereitungs- und Integrationsangebote ableiten lässt – insbesondere für Personen, die nach dem Retreat Hilfe bei der Verarbeitung suchen, oder für Interessierte, die gezielt die Rahmenbedingungen eines Retreats mit Blick auf psychologische Bewältigungsressourcen wählen wollen. Technisch betrachtet ist der Befund auch ein Hinweis darauf, dass „schwierige“ Phasen nicht automatisch gegen einen positiven Outcome sprechen: Entscheidend kann sein, wie die individuellen Anpassungsressourcen die Verarbeitung solcher Erlebnisse strukturieren. Gleichzeitig bleibt die wichtigste wissenschaftliche Schranke bestehen: Das Studiendesign erlaubt keine definitiven kausalen Aussagen, und die begrenzte Vielfalt der Teilnehmenden sowie der Umstand, dass alle Retreats über einen einzelnen Anbieter liefen, können die Ergebnisse für andere Populationen verwässern.
Veröffentlicht wurde die Arbeit in Psychedelic Medicine unter dem Titel „Baseline Resilience as a Predictor of Ayahuasca Acute Effects and Moderator of the Relationship between Acute Effects and Psychospiritual Outcomes“. Für die nächsten Forschungsschritte sind vor allem größere, heterogenere Stichproben und Designs mit stärkerer Kontrolle über Setting-Variablen relevant – also Fragen, wie stark Umweltfaktoren, Betreuung und Erwartungshaltungen die berichteten Effekte verschieben. Für Entscheider in Forschung und Gesundheitsversorgung ergibt sich dennoch bereits jetzt eine klare Heuristik: Wenn Resilienz als „Verarbeitungs-Puffer“ wirkt, sollten Vorbereitung und Nachbereitung nicht nur Risikofaktoren adressieren, sondern auch gezielt Kompetenzen zur Regulation und Integration anbahnen, damit herausfordernde Erfahrungen nicht als Abbruchsignal enden, sondern als Material für sinnbezogene Verarbeitung dienen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Resilienz und Ayahuasca: Warum „schwierige“ Erfahrungen oft mehr Sinn bringen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Resilienz und Ayahuasca: Warum „schwierige“ Erfahrungen oft mehr Sinn bringen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Resilienz und Ayahuasca: Warum „schwierige“ Erfahrungen oft mehr Sinn bringen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!