BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Analyse des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat erhebliche Sicherheitslücken bei Passwortmanagern aufgedeckt. Von zehn getesteten Produkten bieten nur drei eine vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, was die Sicherheit der Nutzerdaten gefährdet.

In einer umfassenden Untersuchung hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Sicherheitsstandards von zehn weit verbreiteten Passwortmanagern unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist alarmierend: Lediglich drei der getesteten Produkte bieten eine vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die sicherstellt, dass der Anbieter keinen Zugriff auf die Nutzerdaten hat. Diese Produkte sind 1Password und die Open-Source-Lösungen KeePassXC und KeePass2Android.
Die Analyse des BSI, die in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde, zeigt, dass viele Passwortmanager Passwörter oder Metadaten so speichern, dass theoretisch ein Zugriff durch den Hersteller möglich wäre. Besonders kritisch wurden die Produkte mSecure und PassSecurium bewertet, bei denen ein Zugriff auf Passwörter jederzeit möglich sei, was mit modernen Sicherheitsstandards kaum vereinbar ist.
Ein zentraler Aspekt der Untersuchung war das sogenannte Zero-Knowledge-Design. Dieses Konzept stellt sicher, dass der Schlüssel zur Entschlüsselung niemals den Client verlässt, sodass der Dienstleister keine Möglichkeit hat, auf die Daten zuzugreifen. Die Experten warnen, dass ohne eine konsequente Ende-zu-Ende-Verschlüsselung die Gefahr besteht, dass bei einem Angriff auf die Infrastruktur eines Anbieters Nutzerdaten im Klartext ausgelesen werden können.
Auch die integrierten Passwortmanager von Browsern wie Google Chrome und Mozilla Firefox wurden untersucht. Während Firefox als sicher gilt, sofern die Option ‘Hauptpasswort verwenden’ aktiviert ist, bemängelten die Prüfer bei Chrome, dass Nutzernamen oft unverschlüsselt gespeichert werden. Dies könnte Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten der Anwender zulassen.
Trotz der festgestellten Mängel betont das BSI, dass der Einsatz eines Passwortmanagers in der Regel sicherer ist als der Verzicht darauf. Die Risiken durch Passwort-Wiederverwendung oder einfache Passwörter wiegen im Alltag schwerer als die spezifischen Schwächen einzelner Tools. Anwender sollten jedoch bei der Konfiguration ihrer Passwortmanager Sorgfalt walten lassen und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen.
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