LONDON (IT BOLTWISE) – Menschen in Gesellschaften mit hoher relationaler Beweglichkeit zeigen eine größere Bereitschaft, unmittelbares Glück zugunsten von späteren Belohnungen aufzuschieben. Die Studie von Kuan-Ju Huang von der Kyoto University verknüpft diesen Effekt mit mehr persönlicher Kontrolle und Zukunftsoptimismus. Gleichzeitig deutet die Arbeit an, dass feste soziale Netzwerke nicht automatisch bedeuten, dass Opfer im Hier und Jetzt auch psychologisch „sich auszahlen“. Besonders auffällig sind Ergebnisse für Japan und Hongkong, die zwar Durchhaltewillen zeigen können, aber weniger glauben, dass sich das langfristig lohnen wird.

Soziale Freiräume fördern Optimismus und die Bereitschaft, Glück aufzuschieben
Soziale Freiräume fördern Optimismus und die Bereitschaft, Glück aufzuschieben (Foto: IT BOLTWISE)
🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren

Auf den ersten Blick klingt es wie eine Frage der Persönlichkeit: Wer kann heute verzichten, um später mehr zu gewinnen? Die neuen Ergebnisse rund um das Konzept des „Aufschiebens von Glück“ zeigen jedoch, dass die Bereitschaft zur Verzögerung offenbar stark von den sozialen Bedingungen abhängt, in denen Menschen leben. Konkret beschreibt das zugrundeliegende Modell, wie Menschen den Tausch zwischen kurzfristiger Freude und langfristigen Erträgen mental bewerten. Wer in der Gesellschaft neue Freundschaften knüpfen und alte Beziehungen wieder lösen kann, berichtet häufiger, genau diesen Tausch eher zu akzeptieren – nicht nur als Gewohnheit, sondern als plausibles Zukunftsversprechen.

Technisch betrachtet verankert die Studie den Zusammenhang in einer sozialen Infrastruktur, die man „relational mobility“ nennt. Damit ist die Flexibilität sozialer Netzwerke innerhalb einer Gesellschaft gemeint: Wie leicht fällt es, Freunde, Partner oder soziale Gruppen zu wechseln, und wie stark sind diese Wechsel durch Normen, Erwartungen oder strukturelle Hürden gebremst? In Umfeldern mit hoher relationaler Beweglichkeit – die Arbeit nennt als Beispiele Nord- und Lateinamerika – können Menschen ihre sozialen Kontakte vergleichsweise frei „umstellen“. Dagegen sind in Gesellschaften mit niedriger relationaler Beweglichkeit, etwa in Teilen Ostasiens, die sozialen Strukturen oft rigider: Neue Verbindungen sind schwieriger, unerwünschte Bindungen lassen sich schwerer beenden. Die Autoren argumentieren, dass diese Rigidiät nicht nur Beziehungen betrifft, sondern auch psychologische Mechanismen wie Kontrolle und Zukunftsoptimismus.

In den Daten springt vor allem die psychologische Begründung ins Auge: Optimismus wirkt als zentraler Vermittler. Die erste Studie wertete dafür laut Quelle Datensätze aus, die im „Global Flourishing Study“ erhoben wurden: 202.070 Teilnehmende aus 22 Ländern beantworteten die Frage, inwiefern sie der Aussage zustimmen „Ich bin immer in der Lage, jetzt auf etwas Glück zu verzichten, um später ein größeres Glück zu erleben“. Zusätzlich wurden mehrere Dimensionen des Wohlbefindens erfasst – darunter allgemeines Glück und Lebenszufriedenheit, Sinn und Zweck im Leben sowie das Erleben von Balance und Harmonie. Ergänzend erhob die Studie Optimismus auf individueller Ebene und betrachtete auf Länderebene Kennzahlen wie relationale Beweglichkeit, nationale Vermögenslage, ökonomische Ungleichheit sowie den Grad von Individualismus gegenüber Kollektivismus.

Das Ergebnis: In Ländern mit hoher relationaler Beweglichkeit war die Bereitschaft, Glück aufzuschieben, ausgeprägter. Andere nationale Faktoren – etwa Wohlstand, Einkommensungleichheit oder die kulturelle Ausprägung in Richtung Individualismus – prognostizierten den Verzögerungseffekt nach der Anpassung an allgemeine Antworttendenzen nicht konsistent. Besonders interessant ist dabei, dass nicht jedes Land dem erwartbaren Muster folgt. Huang hebt in der Quelle hervor, dass Menschen in Japan und Hongkong zu denjenigen gehörten, die am wenigsten daran glauben, dass das Aufgeben von aktuellem Glück in späteres Wohlbefinden mündet. Seine Erklärung lautet: Diese Gesellschaften weisen besonders niedrige relationale Beweglichkeit auf, also wenig Spielraum, um Beziehungen einzugehen und wieder zu beenden. In der Konsequenz können Menschen in starren sozialen Netzwerken zwar „durchhalten“ und im Hier und Jetzt investieren, ohne jedoch automatisch zu erwarten, dass sich dieses Investment später psychologisch auszahlt.

Um diesen Mechanismus genauer zu prüfen, folgte eine zweite Studie mit stärkerer Messlogik. Die Online-Befragung umfasste 785 Teilnehmende, mit einer relativ ausgeglichenen Aufteilung zwischen Japan (als Beispiel für niedrige Beweglichkeit) und den USA (als Beispiel für hohe Beweglichkeit). Statt einer einzelnen Frage nutzte die zweite Phase etablierte Multi-Item-Skalen, um „delaying happiness“, Optimismus und ein Gefühl persönlicher Kontrolle zu erfassen. Zusätzlich beurteilten Teilnehmende die relationale Beweglichkeit in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld – also wie leicht Menschen in ihrer Umgebung neue Freundschaften schließen oder soziale Gruppen frei wählen können. Die Resultate spiegelten den globalen Datensatz: Teilnehmende aus den USA berichteten höhere relationale Beweglichkeit, stärkere Kontrolle, mehr Optimismus und eine größere Bereitschaft, aktuelles Glück aufzuschieben als die japanischen Teilnehmenden. In statistischen Modellen lässt sich dabei eine Kette nachzeichnen: Hohe relationale Beweglichkeit hängt mit mehr Kontrolle und Optimismus zusammen, und diese beiden Zustände erklären wiederum, warum Menschen häufiger als lohnend bewerten, kurzfristige Freude zu verschieben.

Über den psychologischen Pfad hinaus ist für Unternehmen und Organisationen relevant, was sich aus solchen Befunden ableiten lässt: Wenn Zukunftsoptimismus und Kontrollgefühl sozial eingebettet sind, dann beeinflussen Veränderungen im sozialen Umfeld indirekt auch Haltungen zu Investitionen in längerfristige Ziele. Das reicht von Lern- und Karrierepfaden bis hin zu Organisationskulturen, in denen Menschen ihre Teams wechseln können, Mentorenschaften aufbauen oder Hierarchien im Alltag mitgestalten. Für die Forschung bleibt jedoch wichtig, wie belastbar die Schlussfolgerungen zeitlich sind. Die Quelle nennt mehrere Grenzen: Im globalen Datensatz standen relationale Beweglichkeitswerte nur für 15 der 22 Länder zur Verfügung, was die Übertragbarkeit einschränken kann. Außerdem basiert die zweite Studie auf Selbstangaben zur Beweglichkeit in der unmittelbaren Umgebung, wodurch „gefühlte“ soziale Freiheit und objektive gesellschaftliche Flexibilität verwischt werden könnten. Schließlich erlaubt das Querschnittsdesign keine strenge Kausalitätsaussage; für eine echte Ursachenkette wären längsschnittliche Studien nötig, die untersuchen, wie sich Änderungen im sozialen Umfeld über die Zeit auf die Bereitschaft auswirken, Glück aufzuschieben.

Auch deshalb lohnt sich der Blick darauf, wohin die Arbeit als Nächstes zielt. Huang kündigt in der Quelle an, die breiteren Konsequenzen relationaler Beweglichkeit zu untersuchen – unter anderem, ob diese Faktoren Menschen in unterschiedlichen sozialen Schichten ungleich treffen. In einem „recent paper“ verweist er zudem auf Befunde, dass Menschen aus niedrigeren sozialen Klassenzusammenhängen besonders dann weniger Kontrolle über ihr Leben empfinden, wenn relationale Beweglichkeit niedrig ist. Eine weitere Leitidee lautet „interpersonal wealth“ – also Optionen im zwischenmenschlichen Bereich als eigenständigen Treiber von Wohlbefinden neben finanzieller Ausstattung. Der übergeordnete Punkt der Studie ist damit weniger „Verzichte mehr“ und mehr „damit Verzichte sinnvoll wirkt, braucht es glaubwürdige Offenheit“: Wenn Menschen reale Möglichkeiten sehen, Beziehungen zu gestalten und nach Bedarf neu auszurichten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie langfristige Gewinne tatsächlich psychologisch antizipieren. Die Studie „Relational Mobility Promotes Optimism and Willingness to Delay Happiness“ ist in Emotion veröffentlicht; weitere Details finden sich außerdem im zweiten DOI-Zusammenhang: .


💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!


Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
152 Bewertungen
Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
  • ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
334 Bewertungen
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
  • IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
1.501 Bewertungen
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
  • 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
53 Bewertungen
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
  • 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
946 Bewertungen
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
  • V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.


Hat Ihnen der Artikel bzw. die News - Soziale Freiräume fördern Optimismus und die Bereitschaft, Glück aufzuschieben - gefallen? Dann abonnieren Sie uns doch auf Insta: AI News, Tech Trends & Robotics - Instagram - Boltwise

Unseren KI-Morning-Newsletter «Der KI News Espresso» mit den besten KI-News des letzten Tages gratis per eMail - ohne Werbung: Hier kostenlos eintragen!





Folgen Sie aktuellen Beiträge über KI & Robotik auf Twitter, Telegram, Facebook oder LinkedIn!
Hinweis: Teile dieses Textes könnten mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert worden sein. Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Finanzberatung dar und sind nicht als solche gedacht. Die Informationen sind allgemeiner Natur und dienen nur zu Informationszwecken. Wenn Sie Finanzberatung für Ihre individuelle Situation benötigen, sollten Sie den Rat von einem qualifizierten Finanzberater einholen. IT BOLTWISE® schließt jegliche Regressansprüche aus.









Ergänzungen und Infos bitte an die Redaktion per eMail an de-info[at]it-boltwise.de. Da wir bei KI-erzeugten News und Inhalten selten auftretende KI-Halluzinationen nicht ausschließen können, bitten wir Sie bei Falschangaben und Fehlinformationen uns via eMail zu kontaktieren und zu informieren. Bitte vergessen Sie nicht in der eMail die Artikel-Headline zu nennen: "Soziale Freiräume fördern Optimismus und die Bereitschaft, Glück aufzuschieben".
Stichwörter AI Artificial Intelligence Aufschieben Glueck KI Kontrollgefuehl Kuan-ju Huang Kultur Künstliche Intelligenz Kyoto University Optimismus Relational Mobility Vergleichsstudie Wohlbefinden
Alle Märkte in Echtzeit verfolgen - 30 Tage kostenlos testen!

Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Soziale Freiräume fördern Optimismus und die Bereitschaft, Glück aufzuschieben" für unsere Leser?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Die aktuellen intelligenten Ringe, intelligenten Brillen, intelligenten Uhren oder KI-Smartphones auf Amazon entdecken! (Sponsored)


  • Es werden alle Kommentare moderiert!

    Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.

    Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.

    Du willst nichts verpassen?

    Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Soziale Freiräume fördern Optimismus und die Bereitschaft, Glück aufzuschieben" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
    Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Soziale Freiräume fördern Optimismus und die Bereitschaft, Glück aufzuschieben« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!


    1.913 Leser gerade online auf IT BOLTWISE
    KI-Jobs