WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Trotz eines Anstiegs des Konsums von Halluzinogenen in den USA zeigt eine neue Analyse, dass dies nicht zu einem Anstieg der Krankenhausaufenthalte geführt hat. Die Studie, die in einer renommierten medizinischen Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, hebt hervor, dass schwere Nebenwirkungen im Vergleich zu anderen Substanzen wie Alkohol und Opioiden selten sind.

In den Vereinigten Staaten nimmt der Gebrauch von psychedelischen Substanzen zu, doch entgegen der Erwartungen hat dies nicht zu einem Anstieg der Krankenhausaufenthalte geführt. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass schwere Nebenwirkungen, die eine medizinische Behandlung erfordern, im Vergleich zu anderen Substanzen wie Alkohol und Opioiden selten sind. Diese Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlicht.
Der kulturelle Wandel in Bezug auf Psychedelika in den USA ist bemerkenswert. Die Entkriminalisierung auf staatlicher und lokaler Ebene geht Hand in Hand mit wachsender medialer Aufmerksamkeit für die potenziellen therapeutischen Vorteile von Substanzen wie Psilocybin und MDMA. Einige dieser Substanzen haben von Regierungsbehörden den Status einer bahnbrechenden Therapie erhalten, was ihre potenzielle medizinische Nützlichkeit anerkennt.
Diese Veränderungen werfen wichtige Sicherheitsfragen für Gesundheitsbehörden auf. Es ist entscheidend zu verstehen, ob die erhöhte Verfügbarkeit und das reduzierte Stigma zu mehr gesundheitlichen Problemen in der Bevölkerung führen. Jacob Steinle, ein Psychiatrie-Resident, und Kevin Xu, ein Assistenzprofessor an der Washington University in St. Louis, führten eine Untersuchung durch, um diese Wissenslücke zu schließen.
Die Forscher führten eine retrospektive Kohortenstudie durch, bei der sie auf umfangreiche Verwaltungsdaten zurückgriffen. Sie nutzten Datenbanken, die einen umfassenden Überblick über Gesundheitsansprüche einer vielfältigen Bevölkerung im ganzen Land bieten. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich über sieben Jahre, von 2016 bis 2023, und konzentrierte sich auf Personen im Alter von 16 bis 64 Jahren.
Die Analyse ergab, dass trotz eines deutlichen Anstiegs des Konsums von Halluzinogenen keine klare Tendenz zu vermehrten Krankenhausaufenthalten zu beobachten ist. Im Vergleich zu Substanzen wie Alkohol, Amphetaminen und Opioiden machen Halluzinogene einen sehr kleinen Anteil der substanzbedingten Krankenhausaufenthalte aus. Die Forscher stellten auch fest, dass etwa 60 Prozent der Patienten mit Halluzinogen-Aufnahmen durch Medicaid versichert waren.
Die Untersuchung der psychiatrischen Vorgeschichte der Patienten ergab, dass 35 Prozent der Patienten zuvor eine Stimmungsstörung diagnostiziert bekommen hatten. Etwa 29,2 Prozent hatten vor ihrer Aufnahme eine Angststörung, und fast 15 Prozent hatten eine Diagnose im Zusammenhang mit Schizophrenie-Spektrum-Störungen.
Die Analyse der zeitlichen Trends zeigte, dass der Anteil der Halluzinogen-Aufnahmen im Januar 2016 bei 0,59 Prozent aller Substanzaufnahmen lag und bis Anfang 2021 auf 1,18 Prozent anstieg. Danach begann der Anteil bis 2023 zu sinken und stabilisierte sich auf einem Niveau, das leicht über dem von 2016 lag.
Die Studie hebt hervor, dass der akute öffentliche Gesundheitsaufwand für Halluzinogene im Vergleich zu anderen Drogen relativ gering ist. Alkoholbedingte Aufnahmen machten den größten Anteil der Besuche aus, während Opioid-Aufnahmen einen stetigen Rückgang verzeichneten. Die Forscher planen, die Dominanz des Alkohols bei Substanzaufnahmen weiter zu untersuchen und mit den Trends bei Cannabis zu vergleichen.
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