LONDON (IT BOLTWISE) – CD Projekt Red kündigt ein kostenloses Upgrade für The Witcher 3: Remastered an, kombiniert das aber mit klaren PC-Voraussetzungen. Windows 10, klassische HDDs und der DirectX-11-Pfad sollen ersatzlos wegfallen. Technisch rückt vor allem DirectX 12 mit nativem Rendering sowie moderne Upscaler in den Fokus. Für Käufer der Basisversion werden zudem Hearts of Stone und Blood and Wine ab sofort ohne Zusatzkosten mitgeliefert.

Am Ende des Trailers zur The Witcher 3-Neuauflage hat CD Projekt Red die eigentlich entscheidende Botschaft platziert: Das Remastered-Upgrade ist für Besitzer der bestehenden Version kostenlos, aber auf dem PC ist es an einen Systemwechsel gekoppelt. Während die Veröffentlichung laut Planung noch rund fünf Wochen vor dem Remastered-Release liegt, ist der Blick gleichzeitig nach vorn gerichtet: The Witcher 4 soll der aktuellen Planung nach erst in zwei Jahren starten, die neue Hexer-Saga um Ciri sogar erst 2028. Diese zeitliche Staffelung macht deutlich, dass CD Projekt Red mit der Remastered-Fassung nicht nur ein Grafik-Update liefert, sondern vor allem die technischen Grundlagen für ein moderneres Laufzeit-Setup nachrüstet.
Technisch betrachtet setzt das Studio diesmal deutlich tiefer in die Spielsysteme ein als noch beim Next-Gen-Update aus dem Dezember 2022. In der Kommunikation wird zwar weiterhin ein visuelles Gesamtpaket genannt, der Kern der Änderungen liegt aber auch bei Interaktionen und Gameplaysystemen: Das Kampfsystem wurde überarbeitet, neue Finisher kommen hinzu, und selbst Klettern sowie Bewegungsmechaniken sollen sich verändert haben. Zusätzlich nennt CD Projekt Red einen umgebauten Fertigkeitenbaum, neue Transmogrifikation-Optionen, ein verändertes Monsterverhalten und eine neue Beutevergabe. Dazu passt ein neues Questlog und eine aufgeräumte Menüführung, die vor allem auf eine konsistentere Bedienlogik im Spiel hinauslaufen soll.
Für den PC ist besonders die Rendering-Schicht ausschlaggebend. Laut Ankündigung läuft das Spiel künftig nativ unter DirectX 12 und parallelisiert das Rendering. Das klingt nach einer Detailfrage, ist aber gerade im Zusammenspiel mit den genannten Beleuchtungstechniken ein Hebel, weil moderne Effekte wie Pathtracing, Ray Reconstruction und mehrere nachgeschaltete Post-Processing-Stufen normalerweise eine stabile, aktuelle API-Basis und einen gut abgestimmten Renderpfad erfordern. Neben Pathtracing und Ray Reconstruction hebt CD Projekt Red nur für Konsolen allgemeine Raytracing-Verbesserungen hervor und nennt zudem Unterstützung für Playstation 5 Pro sowie exklusive Features auf der Nintendo Switch 2. In der Detailtiefe fallen dennoch einzelne Shader- und Pipeline-Schritte auf: Raytracing für Haare, ein neues Shading-Modell, überarbeitete Volumenstreuung, ein neuer Tone Mapper, Ambient Occlusion nach dem GTAO-Verfahren, neu berechnete globale Beleuchtung sowie frische Texturen.
Der Plattform-Fokus wird auch über die eingesetzten Upscaler sichtbar. Für moderne Hardware sind DLSS 4.5, FSR 4 und XeSS 2.0 „gesetzt“ – und CD Projekt Red verweist damit indirekt auf eine frühere Situation, in der DLSS 4.5 offenbar nur über eine kostenpflichtige Mod nachrüstbar war. Was der plattformübergreifende Mod-Support konkret erlaubt, lässt das Studio allerdings offen. In der Praxis bedeutet das: Viele Spieler werden sich weniger fragen müssen, ob moderne Bildverbesserer verfügbar sind, sondern eher, ob ihre Plattformvoraussetzungen den neuen Basis-Start unterstützen. Denn der kostenlose Upgrade-Charakter betrifft nur den Preis der Software – nicht die Systemanforderungen, die klar nach oben zeigen.
Genau hier kommt der nächste Engpass ins Spiel. Die aktualisierten Mindestanforderungen verlangen Windows 11 in der 64-Bit-Fassung, 12 GiB Arbeitsspeicher und 70 GiB Platz auf einer SSD. Bei der Rechenleistung bleibt CD Projekt Red vergleichsweise konservativ und nennt als Zielkonfiguration unter anderem einen AMD Ryzen 5 2600 oder einen Intel Core i5-8400 sowie als GPU entweder eine NVIDIA GeForce GTX 1660 („Turing“) mit 6 GiB oder eine AMD Radeon RX 5500 XT („Navi 14“) mit 8 GiB. Gleichzeitig sollen klassische Festplatten sowie der DirectX-11-Pfad ersatzlos wegfallen, und es werden nur Prozessoren unterstützt, die Microsoft für das aktuelle Betriebssystem freigibt, plus Grafikkarten mit aktivem Treibersupport. Wer daran scheitert, stolpert folglich eher über Betriebssystem und Datenträger als über CPU-Altlasten.
Für die Strategie des Studios ist außerdem relevant, dass die PC-Anforderungen bereits Ende Mai veröffentlicht wurden – ursprünglich gekoppelt an ein „nächstes Update“, das allgemein der für 2027 erwarteten Erweiterung zugeordnet war. Mit dem Termin der Neuauflage rückt das Zeitfenster offenbar vor: Als Stichtag für die Umstellung wird nun der 29. September 2026 genannt. Wer die neuen Systemvoraussetzungen nicht erfüllen will, kann laut Support-Dokument zwar auf eine ältere Spielversion zurückwechseln, verzichtet dann aber auf alle Neuerungen. Das ist für Nutzer in produktionsnahen Umgebungen oder bei eingeschränkter Hardware besonders wichtig: Selbst wenn der Upgrade-Client kostenlos ist, muss die Update-Strategie als technisches Projekt geplant werden.
Abseits des technischen Umbaus zieht CD Projekt Red beim Content-Modell eine zweite Linie. Hearts of Stone und Blood and Wine gehören demnach seit dem 25. August allen Besitzern von The Witcher 3, unabhängig von der Edition. Auf Steam werden im Ausgangssetting 29,99 Euro für das Basisspiel und 49,99 Euro für die Complete Edition genannt; daraus ergibt sich rechnerisch ein Aufpreis von 20 Euro für die beiden Erweiterungen, den CD Projekt Red als Geste in Richtung Remastered-Ökosystem nachzieht. Gesellt sich zusätzlich, dass die Remastered-Version neu auf zwei Plattformen vermarktet wird: Nintendo Switch 2 erhält eine native Version, außerdem kommt das Rollenspiel erstmals auf Battle.net – gekoppelt an eine Partnerschaft und mit einem Geralt-Skin für Diablo 4 bei Kauf der Erweiterung. Songs of the Past bleibt dagegen kostenpflichtig, erscheint 2027 und spielt Geralt in der neuen Region Letten ein, inklusive neuer Gegner und einer Waffe-Kette als Feature; welche Hardware CD Projekt Red für die höchsten Grafikstufen empfiehlt, ist laut Angaben bislang noch unbekannt.
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