LONDON (IT BOLTWISE) – CD Projekt Red hat die PC-Anforderungen für The Witcher 3 Remastered in mehrere Presets mit festen Zielbildraten aufgeteilt. Für alle Profile gilt Windows 11 als Voraussetzung, selbst wenn die Hardware ansonsten die Mindest- oder Empfehlungswerte erreicht. Beim Arbeitsspeicher verdoppeln sich die Anforderungen gegenüber 2015 spürbar, während Pathtracing in UHD offiziell nur auf sehr spezifische NVIDIA-GPUs zielt. Gleichzeitig gibt es bei Speicherplatzangaben und beim Grafikspeicher einzelne Widersprüche, die vor dem Upgrade besonders wichtig sind.

Wer auf das Gratis-Upgrade von The Witcher 3 Remastered am 29. September setzt, sollte nicht nur auf die beworbenen Bildqualitätsstufen schauen, sondern zuerst die Systemvoraussetzungen gegenchecken. CD Projekt Red hat die bisherigen Kategorien „Minimum“ und „Empfehlung“ um vier Profile erweitert und diese mit Zielauflösungen sowie Zielbildraten verknüpft. Damit wird aus einer groben Hardware-Empfehlung ein regelrechtes Preset-Modell: 1080p mit niedrigen Details und 30 Fps oder 1080p mit hohen Details und 60 Fps, später dann bis Ultra HD. Entscheidend ist dabei, dass diese Profile nicht als reine Grafik-Checkliste funktionieren, sondern in der Praxis stark davon abhängen, welche Upscaling- und Raytracing-Technologien in den jeweiligen Stufen tatsächlich eingerechnet sind.
Am größten Hebel sitzt für viele Spieler die Windows-11-Pflicht. In den offiziellen Profilen gilt Windows 11 (64 Bit) für alle sechs Grafikstufen, also auch für Systeme, die bei CPU, GPU und RAM die Mindest- oder Empfehlungsanforderungen ohnehin erfüllen würden. Für Nutzer, die bislang auf Windows 10 gesetzt haben, verschiebt das die Entscheidung vom „Upgrade der GPU“ hin zum „Upgrade des Betriebssystems“ – und damit oft auch hin zur Frage, ob aktuelle Treiber, Plattform-Setup und ggf. vorhandene Workflows weiterhin störungsfrei laufen. Zudem verlangt das Setup 60 GiB freier Speicher auf einer SSD. Für den Epic Games Store wird in einer Fußnote hingegen 95 GiB genannt, ohne dass der Unterschied in der Meldung weiter begründet wird – ein Punkt, den sich besonders vorsichtige Planer vor dem Download oder der Neuinstallation merken sollten.
Technisch betrachtet fällt auf, wie detailliert CD Projekt Red Raytracing- und Pathtracing-Profile auf die Bildrate zuschneidet. Im Pathtracing-Top-Profil taucht als GPU-Option ausschließlich eine GeForce RTX 5080 (Codename „Blackwell“) auf – kombiniert entweder mit einem Intel Core i9-13900K („Raptor Lake“) oder einem AMD Ryzen 7 9800X3D („Granite Ridge“). Für 60 Fps in Ultra HD gilt dabei ausdrücklich: nur mit DLSS und Frame Generation. Radeon und Arc werden für genau dieses Profil als „Not Applicable“ geführt. Wer daraus folgert, dass Pathtracing gleichbedeutend mit „echter“ Hardware-Raytracing-Leistung ist, sollte zusätzlich beachten, dass die Berechnungslogik laut PCGH-Test in den Pathtracing-Stufen auf den Standard-Denoiser begrenzt wird. Ray Reconstruction bleibt Nvidia vorbehalten, und AMDs Ray Regeneration, die mit FSR Redstone eingeführt wurde, ist in der Remastered-Umsetzung nicht integriert.
Auch die CPU-Seite ist nicht bloß eine „irgendein i7/i5“-Empfehlung, sondern steckt im Frame-Generation-Mechanismus mitten drin. CD Projekt Red kalkuliert bei allen Raytracing- und Pathtracing-Bereichen Frame Generation fest ein. Im CPU-Limit verfehlt laut PCGH-Messungen selbst ein Intel Core i9-14900KS die 60-Fps-Marke bei Pathtracing, während Zen-5-X3D-Modelle diese Zielwerte eher erreichen. Für Besitzer aktueller Grafikkarten ist damit vermutlich der pragmatische Weg klarer: Die RT-Profile ohne Pathtracing wirken praxisnäher, weil Raytracing schon in einem 1080p-RT-Minimum-Setup auf 30 Fps mit Upscaling startet und RT-Empfohlen in WQHD mit Raytracing auf Ultra auf konkrete Karten wie GeForce RTX 4080 oder Radeon RX 9070 XT abbildet. Gleichzeitig existieren laut Test auch Stolpersteine: In einem konkreten Treiberstand (Adrenalin 26.9.1) zeigten Radeon-RX-9000-Modelle nur die Hälfte der Grafik, behoben wurde das erst mit Adrenalin 26.9.2.
Bei der Speicherdimensionierung zeigt sich, dass RAM und VRAM in Remastered zwar beide eine Rolle spielen, aber unterschiedlich „hart“ priorisiert werden. Die auffälligste Diskrepanz betrifft die Ultra-Anforderung für WQHD: Dort verlangt die Tabelle ohne Upscaling 12 GiB Grafikspeicher und nennt als Zielbildrate 60 Fps, auf der Nvidia-Seite wird für dieses Profil jedoch eine GeForce RTX 3070 Ti mit nur 8 GiB GDDR6X aufgeführt. Erste englischsprachige Meldungen ordnen der Karte daraufhin fälschlich 12 GiB zu; der PCGH-Test stellt dagegen klar, dass 12 GiB für Pathtracing bis WQHD sinnvoll sind. Für das Upgrade-Planungsthema bedeutet das: Wer ausschließlich RT ohne Pathtracing spielt, kann mit weniger VRAM eher durchkommen – wer Pathtracing ernsthaft anvisiert, muss die VRAM-Zahl und die Upscaling-/Frame-Generation-Bedingungen gemeinsam betrachten. Noch stärker dürfte für viele Upgrader der Arbeitsspeicher sein: In drei der sechs Profile verlangt CD Projekt Red 24 GiB RAM, im Ultra-Profil sogar 24 GiB in Kombination mit einem Core i7-13700K oder Ryzen 7 7700X. Da Dual-Channel-Kits typischerweise als 16- oder 32-GiB-Pakete verkauft werden, läuft die Vorgabe in der Praxis oft auf ein 32-GiB-Kit hinaus.
Historisch betrachtet setzt CD Projekt Red damit die Linie fort, dass die Remastered-Version die „alten“ Hardware-Kurven deutlich nach oben verschiebt. Gegenüber dem Original von 2015 verdoppelt sich laut Vergleich die RAM-Spanne: Minimum steigt von 6 auf 12 GiB, Empfehlung von 8 auf 16 GiB. Beim Speicherplatz korrigiert CD Projekt Red zudem die frühere Angabe von 70 auf 60 GiB; dennoch bleibt die SSD-Pflicht klar. Auch der Sprung gegenüber dem Next-Gen-Update von 2022 ist messbar: Dort gab es in DirectX-12-Profilen bereits Zielrichtungen bis hin zu Raytracing in Ultra HD, aber noch keine festen Zielbildraten. 2022 war etwa eine Radeon RX 6800 XT Voraussetzung für sämtliche Raytracing-Effekte in Ultra HD; in Remastered reicht sie jetzt nur noch für Ultra ohne Raytracing. Für Unternehmen und ambitionierte Heimanwender bedeutet das: Wer die Plattform ohnehin modernisieren will, sollte die Presets als „Systemdesign“ verstehen – also Kombinationen aus CPU-Headroom, RAM-Größe und der passenden Upscaling-/Frame-Generation-Kette.
Ergänzend zu den Hardwareprofilen zeigt die technische Ausrichtung, warum die Anforderungen so stark variieren. Neben nativen DirectX-12-Features mit Multithreading nennt CD Projekt Red einen ganzen Strauß an KI- und Upscaling-Elementen: FSR 4 kommt erst ab der Radeon-RX-7000-Serie, ältere Modelle fallen zurück auf FSR 2; XeSS 2.0 umfasst Frame Generation und Low Latency. Dazu kommen Aspekte wie DLSS 4.5 mit Ray Reconstruction (für Nvidia), Anti-Lag 2 ab Radeon RX 7000 und weitere Grafik-Shader-Themen wie ein neues Shading-Modell, GTAO als zusätzliche Ambient-Occlusion-Option sowie Hairworks mit Raytracing. Selbst wenn die meisten Spieler am Ende „nur“ ein Preset wählen, steckt in der Tabelle im Hintergrund eine genaue Abstimmung zwischen Renderpfaden, Denoising und Bildratenmanagement. Genau deswegen lohnt sich ein konkreter Selbsttest vor dem Upgrade: Nicht die nackte GPU-Klasse entscheidet, sondern das Zusammenspiel aus Windows-Version, Speicherbedarf, Raytracing-Budget und den aktivierten KI-Features in der jeweiligen Stufe.
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