BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Technische Universität Berlin hat eine weltweit einzigartige Open-Access-Weltkarte der Satellitenfrequenzen entwickelt. Diese Innovation ermöglicht es Satellitenbetreibern und Bodenstationen, die Nutzung von Frequenzbändern in Echtzeit zu überwachen und Störungen zu vermeiden. Die Initiative ist ein bedeutender Schritt zur Verbesserung der Kommunikation im Erdorbit.

Die exponentielle Zunahme von Satelliten im Erdorbit hat in den letzten Jahren zu erheblichen Herausforderungen in der Kommunikation geführt. Die begrenzten Frequenzbänder, die für die Satellitenkommunikation zur Verfügung stehen, sind zunehmend überlastet, was zu Störungen zwischen Satelliten und Bodenstationen führt. Besonders betroffen sind große Konstellationen wie Starlink von SpaceX, aber auch Betreiber mit wenigen Satelliten stehen vor der Aufgabe, die Frequenznutzung effizient zu gestalten.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin im Rahmen der SALSAT-Mission eine innovative Lösung entwickelt. Sie haben Spektraldaten im Orbit gesammelt und analysiert, um die weltweit erste Open-Access-Weltkarte der Funkfrequenzen zu erstellen. Diese Karte ermöglicht es Satellitenbetreibern und Bodenstationen, die Auslastung der Frequenzbänder in Echtzeit zu verfolgen und so Störungen zu vermeiden.
Alexander Burnicki, stellvertretender Leiter des Projekts, hebt die Bedeutung dieser Initiative hervor. Die frei zugängliche Datenbasis bietet sowohl für die Raumfahrt als auch für die Wissenschaft immense Vorteile. Satellitenbetreiber können nun Kooperationen zur Vermeidung von Störungen eingehen und die Frequenznutzung optimieren. Die interaktive Website ermöglicht eine detaillierte Analyse der Frequenznutzung im Orbit, wobei Nutzer die Daten individuell anpassen und herunterladen können.
Der Kleinsatellit Spectrum AnaLysis SATellite (SALSAT) der TU Berlin liefert seit 2020 kontinuierlich Daten. Diese haben auch unerwartete Erkenntnisse gebracht, wie starke Signale in der Nähe der nördlichen Polarregion, deren Ursache noch unklar ist. Die TU Berlin, seit über 30 Jahren in der Kleinsatellitenentwicklung aktiv, ist weltweit führend in der Anzahl universitärer Kleinsatelliten im Erdorbit.
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