NEW HAVEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie der Yale School of Medicine zeigt, dass Tumoren das Gehirn nutzen, um das Immunsystem zu unterdrücken. Durch die Aktivierung des Vagusnervs und die Freisetzung von Stresshormonen wie Glukokortikoiden verhindern Tumoren, dass T-Zellen sie angreifen. Diese Entdeckung könnte erklären, warum einige Immuntherapien versagen, und eröffnet neue Möglichkeiten in der Neuroimmunologie zur Krebsbehandlung.

Die jüngste Forschung der Yale School of Medicine hat eine faszinierende und zugleich beunruhigende Entdeckung gemacht: Tumoren sind in der Lage, das Gehirn zu manipulieren, um das Immunsystem zu unterdrücken. Diese Erkenntnis könnte erklären, warum einige Immuntherapien nicht die erhoffte Wirkung zeigen. Durch die Nutzung des Vagusnervs senden Tumoren Signale an das Gehirn, das daraufhin Stresshormone wie Glukokortikoide freisetzt. Diese Hormone hemmen die Aktivität von T-Zellen, die normalerweise die Tumorzellen angreifen würden.
Die Studie zeigt, dass Tumoren eine Art Kommunikationsachse zwischen Leber, Gehirn und Nebennieren etablieren, um ihr Überleben zu sichern. Diese Entdeckung eröffnet neue Perspektiven in der Neuroimmunologie, einem aufstrebenden Forschungsfeld, das sich mit der Interaktion zwischen Nervensystem und Immunsystem beschäftigt. Die Forscher fanden heraus, dass durch das Blockieren dieser neuronalen oder hormonellen Signale das Immunsystem wieder in der Lage war, die Tumoren anzugreifen, was die Wirksamkeit bestehender Immuntherapien erheblich steigern könnte.
Ein zentraler Aspekt der Studie ist die Rolle des Vagusnervs, der als Kommunikationsweg zwischen Tumor und Gehirn dient. Tumoren senden über diesen Nerv Signale an das Gehirn, das daraufhin die Nebennieren zur Freisetzung von Glukokortikoiden anregt. Diese Hormone wirken als starke Inhibitoren des Immunsystems und verhindern, dass T-Zellen in den Tumor eindringen können. Dies ermöglicht es dem Krebs, ungehindert zu wachsen und sich auszubreiten.
Die Forscher der Yale School of Medicine, unter der Leitung von Rui Chang, PhD, und in Zusammenarbeit mit Chengcheng Jin, PhD, von der University of Pennsylvania, haben in Tiermodellen von Lungenadenokarzinomen untersucht, wie die Hemmung und Aktivierung verschiedener Neuronensubpopulationen das Tumorwachstum beeinflusst. Sie nutzten Einzelzellsequenzierung und bildgebende Verfahren, um die Interaktion zwischen Nerven- und Krebszellen zu visualisieren. Diese Erkenntnisse könnten zu neuen Therapien führen, die gezielt die neuronalen Kommunikationswege zwischen Gehirn und Tumor unterbrechen, um das Tumorwachstum zu stoppen.
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