LONDON (IT BOLTWISE) – AT&T erhöht den Anteil von Open-Modelleinsatz innerhalb der KI-Nutzung deutlich: von 20 Prozent im Mai auf 40 Prozent, mit Perspektive auf 60 Prozent. Der Telekommunikationskonzern will damit die rasant steigenden KI-Kosten spürbar senken und neue Tools zur Call-Transkription sowie für den Kundenservice bauen. Open-Weights-Modelle lassen sich anpassen, ohne geschlossene Modellzugänge mit laufenden Gebühren zu benötigen. Parallel treibt NVIDIA den Open-Ökosystem-Gedanken mit dem Kauf von Hugging Face voran.

Die Richtung, in die sich Unternehmens-KI entwickelt, ist gerade weniger eine Frage von „besserer Intelligenz“ als von Kosten- und Steuerungsmodellen. Während geschlossene Modelle für viele Use Cases lange den Standard gesetzt haben, zeigt der aktuelle Kurswechsel bei AT&T einen pragmatischen Treiber: Wenn die Preise für Inferenz und Verwaltung von KI-Systemen im Laufe eines Jahres stark anziehen, wird die Frage nach planbaren Budgets schnell zur Produktfrage. Laut den Angaben von Andy Markus, Chief Data and A.I. Officer bei AT&T, lag der Anteil offener Modelle an der KI-Nutzung im Mai bei 20 Prozent. Seitdem stieg er auf 40 Prozent, und Markus rechnet damit, dass er in den kommenden Monaten bis auf 60 Prozent klettern kann.
Technisch betrachtet geht es bei „open“ um zwei unterschiedliche Zugangswege: Open-Source-Modelle geben nicht nur die Modellgewichte frei, sondern auch den Quellcode der zugrunde liegenden Implementierung. Open-Weights-Modelle veröffentlichen dagegen „weights“ – also die numerischen Parameter, die das Rechnen des Modells steuern. Für die Praxis in Unternehmen ist besonders diese Unterscheidung relevant, weil sie bestimmt, wie viel man selbst in Training, Fine-Tuning und Deployment investieren muss. AT&T nutzt in diesem Kontext offenbar vor allem Open-Weights-Modelle und passt sie an, um daraus eigene Werkzeuge zu bauen, etwa für die Transkription von Telefonaten und die Unterstützung im Kundenservice. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von wiederkehrenden Abo- oder API-Gebühren hin zu Infrastrukturkosten wie Rechenleistung, Speicher und Pipeline-Betrieb.
Der Markt liefert dafür zusätzliche Signale. Berichten zufolge setzen inzwischen auch andere Firmen wie Airbnb und ein großer Beratungsakteur verstärkt auf Open-Modelle, weil sie sich einfacher anpassen lassen und in der Regel günstiger im Betrieb sind. Ein weiterer Hinweis kommt von OpenRouter, einer Plattform, über die Nutzer verschiedene KI-Modelle für Aufgaben auswählen können: Dort soll der Anteil offener Modelle an der Nutzung in den USA von 10 Prozent im Vorjahr auf 58 Prozent gestiegen sein. Parallel hat NVIDIA am Donnerstag angekündigt, Hugging Face zu übernehmen – einen zentralen Baukasten für offene KI-Modelle – und nennt dabei einen Kaufpreis von 12,9 Milliarden US-Dollar. Dass ausgerechnet ein Chip- und Infrastrukturhersteller so stark in das Open-Ökosystem investiert, ist vor allem als Signal an Entwickler und Unternehmen zu lesen: Die Zugänglichkeit der Modelle wird als strategischer Hebel für den breiteren Einsatz betrachtet.
Für die Kostenrechnung ist dabei nicht nur der Zugang zu einem Modell entscheidend, sondern auch das Verhältnis aus „ausreichend gut“ und „zu teuer“. Jerry Tang, CEO von Atlas Cloud, ordnet offene chinesische Modelle in dieses Raster ein: Er sagt, einige dieser Systeme erreichten inzwischen etwa 80 bis 90 Prozent der Leistungsfähigkeit führender Closed-Modelle, könnten aber bei den Preisen bei nur 20 Prozent liegen. Seine Metapher mit Sportwagen versus alltagstauglichen Modellen zielt auf eine typische Unternehmensrealität: Viele Workflows benötigen keine maximale Modellschärfe, sondern eine verlässliche Trefferquote bei klaren Kostenobergrenzen. So bleibt das Modellportfolio häufig gemischt: Geschlossene Modelle gelten weiterhin als besonders stark für „schwere“ Aufgaben, etwa für anspruchsvolle Codierung sowie Bild- und Videogenerierung, während offene Modelle oft bei einfacheren, spezialisierten Tätigkeiten punkten.
Der technologische Shift wird zudem durch die Grenzen des alten Modells verstärkt. Nachdem ChatGPT 2022 in die Breite gewirkt hatte, wanderten viele Unternehmen zunächst zu geschlossenen KI-Modellen, weil sie schnell einsatzbereit waren und weniger Eigenaufwand erforderten. Open-Source-Modelle spielten zu dieser Zeit stärker in der Entwicklergemeinde. Das hat sich laut der vorliegenden Darstellung im vergangenen Jahr beschleunigt, als DeepSeek ein Modell namens DeepSeek-V3 veröffentlichte, das dem Wettbewerbsniveau nahekommen sollte, aber mit geringerem Rechenaufwand auskommt. Wenn viele offene Modelle mittlerweile sogar auf einem Smartphone oder Laptop laufen können, reduziert das für Unternehmen nicht nur die Einstiegshürde, sondern verändert auch die Architekturüberlegungen: Weniger zentrale Abhängigkeit von großen Inferenz-Services, mehr Möglichkeiten für lokale oder hybride Bereitstellungen.
Gleichzeitig bleibt die politische und regulatorische Dimension ein echter Faktor im Einkaufsprozess. Einige US-Unternehmen seien dem Einsatz chinesischer Modelle zurückhaltend begegnet, weil sie Bedenken zu Regulierung und Datenschutz anführen. AT&T soll chinesische Modelle zwar erforschen, aber nicht produktiv einsetzen; stattdessen arbeitet der Konzern mit alternativen Modellen aus dem US-Umfeld, darunter Gemma von Google und Llama aus dem Meta-Umfeld. Auf der anderen Seite argumentieren Befürworter des offenen Zugangs, dass Offenheit die Grundlage für ein ausgewogenes KI-Ökosystem ist. Auch Dario Amodei von Anthropic wird in diesem Zusammenhang mit der Position genannt, KI eng zu regulieren, um nationale Sicherheitsrisiken zu adressieren. Mark Zuckerberg hingegen stellt in der vorliegenden Darstellung die Wirksamkeit von Zugangsrestriktionen infrage und setzt auf amerikanische Open-Source-Modelle, die global führend werden sollen.
Welche Konsequenzen sich daraus für Unternehmen ergeben, hängt weniger von der „ideologischen“ Seite ab, sondern von der Fähigkeit, Open-Modelle in Betriebsprozesse zu integrieren. Wer heute von der API eines geschlossenen Anbieters auf Open-Weights umstellt, braucht eine belastbare MLOps- und Observability-Strategie: Modellversionierung, Qualitätsmessung nach Domäne, Prompt- und Preprocessing-Management sowie ein sauberes Kostenmonitoring pro Anfrage. AT&T liefert dafür bereits ein konkretes Beispiel, weil die neuen Tools für Call-Transkription nicht nur Rechenleistung erfordern, sondern auch sprachliche und prozessuale Anpassungen an den eigenen Betrieb. Wenn der Anteil offener Modelle wie angekündigt weiter steigt, wird die Frage künftig stärker lauten: Welche Teilaufgaben lassen sich so optimieren, dass das Unternehmen die Performance-Kurve mit den Budgetgrenzen in Einklang bringt – und bei welchen Use Cases bleibt der Griff zum geschlossenen Modell wirtschaftlich sinnvoll?
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Unternehmens-KI setzt auf Open-Models: AT&T schaltet auf Open-Weights um" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Unternehmens-KI setzt auf Open-Models: AT&T schaltet auf Open-Weights um" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Unternehmens-KI setzt auf Open-Models: AT&T schaltet auf Open-Weights um« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!