LONDON (IT BOLTWISE) – Verbatim bringt mit „Portable Dual Monitor Essentials“ einen tragbaren Doppelmonitor auf den Markt, der zwei 15,6-Zoll-Full-HD-Displays übereinander stapelt. Im Test überzeugt vor allem die Verarbeitung und der große, stabil wirkende Standfuß inklusive Zeltform für Präsentationen am Konferenztisch. Gleichzeitig zeigt sich das Konzept in der Praxis als sehr strom- und lichtabhängig: Mit unter 200 cd/m² sind die Panels selbst drinnen oft grenzwertig. Zudem ist das Setup sperriger als viele Notebooks und das Betriebssystem-Handling unterscheidet sich zwischen macOS und Windows deutlich.

Der Reiz des Verbatim Portable Dual Monitor Essentials liegt in einem einfachen Versprechen: Zwei Bildschirme ohne Docking-Station, ohne exteren Monitorstapel am Arbeitsplatz, stattdessen ein Gerät, das sich wie ein Laptop zusammenklappen lässt. Die Idee passt zu Arbeitsszenarien wie Beratungstermine, Schulungen oder „Nebenbei-Meetings“ – dort, wo ein großes Display am besten wäre, aber der Platz nicht reicht. Genau diese Lücke adressiert Verbatim mit zwei übereinander angeordneten 15,6-Zoll-Panels im Format 16:9.
Beim Design geht Verbatim einen preisbewussten Weg, aber nicht auf Kosten der grundlegenden Anfassqualität. Das schwarze Gehäuse besteht aus Kunststoff und wirkt von außen sauber verarbeitet; im Unterschied zu höherpreisigen Alternativen gibt es hier kein Metallgehäuse. Zusammengeklappt erinnert der Doppelmonitor an einen Laptop, allerdings mit klar mehr Volumen: Er misst 356,1 x 222,7 x 27 mm und bringt inklusive Standfuß 1,75 kg auf die Waage. Für den Rucksack ist das spürbar, und selbst wenn man das Gewicht gegen typische „Ultrabooks“ abwägt, fällt das Ergebnis weniger elegant aus. Auffällig ist zudem ein mechanischer Mangel: Die beiden Hälften schließen nicht fest, sie liegen lose aufeinander und klappern – Magnete, die das wie beim erwähnten Vergleichsmodell zuverlässig fixieren, fehlen.
Der Standfuß ist dagegen das Highlight für Präsentations- und Konferenznutzung. Er sitzt hinten am Gerät, lässt sich weit aufklappen und trägt den Monitor so auch in einer Zeltform. In dieser Position zeigt der obere Bildschirm dem Gegenüber Inhalte in der Mitte eines Konferenztisches – dazu kommt ein Lagesensor, der das Bild des oberen Displays automatisch dreht. Neben der Standfuß-Variante gibt es eine VESA-Aufnahme mit 75 x 75 mm, wodurch sich das System grundsätzlich auch an einen Arm oder eine Wand integrieren lässt. Für die Bedienung setzt Verbatim auf mechanische Tasten, und das On-Screen-Display ist mehrsprachig. Die mitgelieferte Hülle aus schwarzem, neoprenähnlichem Textil schützt dabei vor Kratzern, wirkt aber nicht dafür gebaut, das Gerät gegen grobe Belastungen wie „Draufsetzen“ abzusichern.
Technisch setzt der Monitor auf zwei USB-C-Anschlüsse und einen Mini-HDMI-Port, wobei die Bildübertragung über DisplayPort-Alt-Mode mit 60 Hz bei 1920 x 1080 Pixeln pro Display erfolgt und die Ports zugleich Strom aufnehmen (Power Delivery als Eingang). Wichtig ist: Laut Test funktioniert das Gerät nur mit Netzteil. Selbst wenn der Laptop seine Leistung über USB-C liefert, entlastet das den Monitor nicht vollständig – er bleibt damit auf eine Steckdose oder eine ausreichend dimensionierte Powerbank angewiesen, ähnlich wie bei anderen mobilen Doppelmonitoren mit höherem Stromhunger. Für die USB-C-Verbindung verlangt Verbatim ein Kabel, das mindestens 10 Gbit/s (USB 3.2 Gen 2) unterstützt; schwächere Leitungen übertragen demnach kein Bild. Als Signalgeber liefern also nicht nur Adapter, sondern vor allem das richtige Kabel den Unterschied zwischen „läuft“ und „bleibt schwarz“.
Im Bildmodus zeigt sich dann die eigentliche Grenze: Die Panels basieren auf IPS-Technik mit 15,6 Zoll und Full HD, die Helligkeit ist jedoch der Schwachpunkt. Verbatim nennt 220 bis 250 cd/m²; gemessen wurden auf dem unteren Display maximal etwa 200 cd/m², auf dem oberen rund 189 cd/m². Das reicht für Büroarbeit in moderatem Licht, wird aber schnell kritisch – selbst drinnen, wenn Fensterlicht oder hellere Räume dominieren. Unterwegs und erst recht draußen wird es nach den Testbeobachtungen eng; dort seien deutlich höhere Werte nötig. Auch beim Farbraum ist der Monitor eher auf „brauchbar“ statt auf „präzise“ getrimmt: Verbatim nennt 45 % NTSC Abdeckung, womit für Bildbearbeitung weniger Spielraum bleibt. Die beworbene HDR-Unterstützung wirkt vor diesem Hintergrund bei der Kombination aus Helligkeit und Farbraum eher wie Marketing.
Für die Praxis ist außerdem relevant, wie Windows, macOS und andere Systeme die zwei Displays behandeln. Verbatim bietet drei Aufteilungsmodi, aber nicht jede Plattform kann alles. Im „Ultra-Modus“ läuft der Inhalt über beide Displays, wobei in der Mitte ein breiter schwarzer Balken aus den Bildschirmrändern stört. Der „Erweitern“-Modus erkennt zwei zusätzliche Monitore – das klappt nur unter Windows; macOS kann laut Test lediglich duplizieren oder den Ultra-Modus. Im Duplizierungsmodus spiegelt der Laptop den Inhalt auf beide Hälften; wer zwei unabhängige Anwendungen gleichzeitig auf zwei Quellen plant, muss entsprechend mit dem Betriebssystem-Handling leben. Dazu kommen nur 1-Watt-Lautsprecher je Displayhälfte, also eher Systemtöne als „Alltagston“ für Meetings. Der Preis von 216 Euro ist für zwei Full-HD-Panels mit Netzteil, Kabeln und Hülle zwar attraktiv, aber die Kaufentscheidung hängt stark davon ab, ob man die Helligkeitsschwäche akzeptiert.
Unterm Strich richtet sich das Verbatim Portable Dual Monitor Essentials vor allem an stationäre Arbeitsplätze in nicht zu hellen Räumen und an Präsentationen am Konferenztisch, wo die Zeltform und die stabile Standlösung im Vordergrund stehen. Für Bahnfahrten und Café-Umgebungen ist der Nutzen dagegen begrenzt: Im ICE etwa fehlen oft die Flächen, um noch Platz für zwei übereinander gestapelte Displays zu finden. Wer ein Metallgehäuse, deutlich mehr Helligkeit oder den Betrieb an zwei Geräten gleichzeitig erwartet, findet bei höherpreisigen Doppelmonitoren eher die passende Ausstattung. Für unterwegs bleibt als Alternative ein einzelner mobiler Monitor pragmatischer – besonders dann, wenn man nicht an zwei unabhängige Bildquellen gebunden ist.
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