LONDON (IT BOLTWISE) – XRP und Stellar (XLM) geraten am Donnerstag unter Verkaufsdruck, nachdem die Kurse in dieser Woche bereits spürbar nachgegeben haben. Beide Coins nähern sich nun stark beachteten Support-Bereichen, die den nächsten Richtungsimpuls auslösen könnten. Laut Markt-Derivaten und On-Chain-Signalen bleibt das Upside-Potenzial allerdings begrenzt und die Stimmung bleibt gemischt. Entscheidend wird, ob XRP über den 200-Tage-EMA-Bereich gehalten werden kann und ob XLM seine kurzfristige Konsolidierung übersteht.

XRP und XLM unter Druck: Wann die nächsten Support-Zonen kippen
XRP und XLM unter Druck: Wann die nächsten Support-Zonen kippen (Foto: IT BOLTWISE)
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Der Markt für XRP und XLM zeigt am Donnerstag ein typisches Muster: Nach einem Wochenverlauf mit deutlichen Verlusten rückt die nächste technische Entscheidung näher. Beide Werte nähern sich Support-Zonen, die in der Praxis häufig als Trigger für Anschlusskäufe oder beschleunigte Abverkäufe wirken. Während XRP insgesamt noch oberhalb wichtiger gleitender Durchschnitte notiert, wirkt der kurzfristige Rückenwind durch die Momentum-Indikatoren spürbar gedämpft. XLM befindet sich gleichzeitig in einer engen Konsolidierung, in der schon kleine Bewegungen darüber entscheiden, ob aus dem Seitwärtsschub ein erneuter Anstieg oder ein Durchrutschen Richtung tieferer Marken wird.

Ein genauer Blick auf die Stimmungsindikatoren aus dem Derivatehandel deutet für beide Altcoins auf eine vorsichtige Haltung hin. Bei XRP liegt das Long-to-Short-Verhältnis laut den in der Quelle genannten Datenständen bei 0,83 und damit unter der Schwelle von 1, was in der Logik der Kennzahl eher für bearish geprägte Erwartungen spricht. Zusätzlich wird erwähnt, dass die Funding Rate zeitweise negativ wurde: Wenn Shorts die Long-Positionen „auszahlen“, entsteht häufig ein Kosten- oder Druckmoment, das die Aufwärtsdynamik kurzfristig bremsen kann. Für XLM ergibt sich dagegen ein anderes Bild: Das Long-to-Short-Verhältnis wird mit 1,13 beschrieben und liegt damit näher an einem bullisheren Lager, zugleich zeigt die Funding Rate laut Quelle eine Annäherung an negatives Terrain, falls sie die Marke unterschreitet.

Auf On-Chain-Ebene bleibt das Bild ebenfalls nicht eindeutig. Für XRP nennt die Quelle Futures-Überhitzungszeichen und eine sell-side Dominanz, ergänzt um Hinweise darauf, dass vor allem einzelne Retail-Teilnehmer aktiv sind. Der Spot-Markt soll zwar ebenfalls „heizen“, aber andere Kennzahlen in Summe neutral bleiben, was als vorsichtige, eher abwartende Haltung interpretiert wird. XLM wiederum wird mit großen Whale-Orders in Verbindung gebracht, die kurzfristig Liquidität und Reaktionsfähigkeit erhöhen können; gleichzeitig nennt die Quelle auch hier eine sell-side Dominanz. Gerade diese Kombination ist für Anleger häufig ein Konflikt: Große Orders können Kurse stützen, aber wenn sie gleichzeitig eher in Abwärtsrichtung „gespiegelt“ sind, steigt das Risiko, dass der Markt die nächsttiefe Zone testet, bevor er echten Trendaufbau zeigt.

Technisch betrachtet treibt bei XRP vor allem der Bereich rund um den 200-Tage-EMA die Diskussion. Die Quelle beschreibt XRP bei 1,392 USD und damit nach einem Wochenminus, das bereits über 2% betragen soll. Positiv ist: Der Kurs hält weiterhin oberhalb von 50-, 100- und 200-Tage-Exponential-Moving-Averages, die in einem relativ engen Band zwischen etwa 1,244 und 1,354 USD liegen. Dazu passt der RSI, der in den mittleren 50er-Bereichen notiert und damit keine „Erschöpfungs“-Signale wie in stark überkauften Situationen liefert. Gleichzeitig bleibt die MACD-Linie unterhalb der Nullmarke, was auf nachlassende Aufwärtskraft hindeutet: XRP kann also zwar strukturell gestützt sein, aber der Markt zahlt derzeit für jede Bewegung nach oben schnell wieder die kurzfristige Prämie heraus.

Unterhalb von XRP wird in der Quelle ein gestaffelter Support-Plan sichtbar. Zunächst steht der 200-Tage-EMA in der Nähe von 1,354 USD im Fokus. Darunter folgt ein horizontaler Bereich um etwa 1,300 USD, flankiert von 50- und 100-Tage-EMAs, und erst weiter unten wird ein entfernterer Boden bei rund 1,000 USD genannt. Auf der Oberseite wartet hingegen mit ungefähr 1,900 USD eine frühere horizontale Deckelung als Widerstandszone. Für Trader ist entscheidend, dass ein „besserer“ bullisher Neustart nicht nur intraday erreicht werden muss, sondern laut Quelle eine tägliche Schlusskursbildung oberhalb dieser Barriere benötigt. Ohne ein solches Signal bleibt der Markt damit eher in einem Korrektur- oder Konsolidierungsmodus.

Bei XLM ist der Engpass noch klarer definiert, weil die EMAs sehr dicht beieinander liegen. Laut Quelle notiert XLM bei 0,1802 USD nach einem Wochenrückgang von über 3%. Der Kurs bewegt sich damit knapp über dem 50-Tage-EMA bei rund 0,1796, wird aber durch den 100-Tage-EMA bei etwa 0,1803 und zusätzlich die 200-Tage-EMA-Region nahe 0,1886 gedeckelt. Diese Häufung macht jede Richtungsentscheidung „technisch teuer“: Es braucht eine überzeugende Kraft, um die kurzfristig widersprüchlichen Signale gegeneinander auszubalancieren. Der RSI liegt laut Quelle um 50, der MACD rutscht minimal unter die Signal-Linie – beides passt zu einem Szenario, in dem Käufer noch nicht dominiert haben, aber auch noch kein harter Abbruch erfolgt ist.

Der nächste Schritt hängt damit an konkreten Marken. Auf der Abwärtsseite nennt die Quelle als unmittelbare Stütze den 50-Tage-EMA um 0,1796 und darunter eine definiertere horizontale Zone bei etwa 0,1774 USD. Ein täglicher Schlusskurs unter diesem Bereich würde laut Quelle den Blick auf weitere Unterstützung bei ungefähr 0,1420 USD öffnen. Nach oben hin müssen Käufer zuerst den 100-Tage-EMA bei 0,1803 zurückerobern; erst darüber rückt die 200-Tage-EMA-Region um 0,1886 als nächstes entscheidendes Hindernis in den Mittelpunkt. Genau hier entscheidet sich, ob XLM im aktuellen Range bleibt oder eine medium-term Erholung anstoßen kann, die der Markt aktuell noch nicht konsequent einpreist.


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