GÖTTINGEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Untersuchungen werfen Zweifel an der Existenz von Exomonden um die Exoplaneten Kepler-1625b und Kepler-1708b auf. Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung haben mit einem optimierten Algorithmus die bisherigen Entdeckungen überprüft und kamen zu überraschenden Ergebnissen.

Die Vorstellung, dass Planeten von Monden umkreist werden, ist in unserem Sonnensystem weit verbreitet. Doch die Suche nach solchen Exomonden in fernen Sternsystemen gestaltet sich als äußerst herausfordernd. Bisher gab es nur zwei potenzielle Hinweise auf Exomonde, nämlich bei den Exoplaneten Kepler-1625b und Kepler-1708b. Diese Entdeckungen wurden jedoch kürzlich von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Frage gestellt.
Die Forscher nutzten einen speziell entwickelten Algorithmus, um die Lichtkurven der Exoplaneten zu analysieren. Diese Methode, die als Open-Source-Code verfügbar ist, ermöglicht eine schnellere und präzisere Suche nach Exomonden. Bei der erneuten Auswertung der Daten von Kepler-1625b und Kepler-1708b zeigte sich, dass die bisherigen Hinweise auf Monde möglicherweise falsch interpretiert wurden.
Besonders der Fall von Kepler-1625b sorgte für Aufsehen, als Forscher der Columbia University einen riesigen Mond in seiner Umlaufbahn vermuteten. Doch die neuen Analysen legen nahe, dass die ursprünglichen Daten nicht ausreichend die Mitte-Rand-Verdunklung des Sterns berücksichtigten, was zu Fehlinterpretationen führen könnte. Auch bei Kepler-1708b konnten die Forscher keine eindeutigen Hinweise auf einen Mond finden.
Die Ergebnisse der Studie werfen ein neues Licht auf die Herausforderungen bei der Suche nach Exomonden. Die Forscher betonen, dass nur besonders große Monde, die in großem Abstand um ihren Planeten kreisen, mit der aktuellen Technik nachweisbar sind. Dies bedeutet, dass die ersten tatsächlich entdeckten Exomonde wahrscheinlich sehr ungewöhnlich sein werden. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht und könnten die zukünftige Suche nach Exomonden maßgeblich beeinflussen.
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