PHILADELPHIA / LONDON (IT BOLTWISE) – Wissenschaftler der Universität von Pennsylvania haben ein spezifisches Muster hochfrequenter Gehirnaktivität im anteromedialen orbitofrontalen Kortex identifiziert, das mit zwanghaften Verhaltensweisen bei Zwangsstörungen in Verbindung steht. Durch gezielte tiefe Hirnstimulation konnten bei drei Patienten mit therapieresistenter Zwangsstörung die Symptome schnell gelindert werden.

Forscher der Universität von Pennsylvania haben ein bedeutendes Muster hochfrequenter Gehirnaktivität im anteromedialen orbitofrontalen Kortex (amOFC) identifiziert, das mit zwanghaften Verhaltensweisen bei Menschen mit Zwangsstörungen (OCD) in Verbindung steht. Diese Entdeckung könnte den Weg für präzisere und reaktionsfähigere Systeme zur tiefen Hirnstimulation (DBS) ebnen, die nur dann aktiviert werden, wenn pathologische Signale auftreten.
In einer Studie mit drei Patienten, die an schwerer, therapieresistenter Zwangsstörung litten, zeigte sich, dass das kurzzeitige Unterbrechen dieses Signals durch gezielte DBS die Symptome schnell lindern konnte. Dies deutet darauf hin, dass die Symptome von Zwangsstörungen durch abnormale Frontalkreisläufe im Gehirn verursacht werden könnten. Die Ergebnisse könnten die Entwicklung von DBS-Systemen unterstützen, die nur dann aktiviert werden, wenn OCD-bezogene Signale erkannt werden.
Die Studie, die in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht wurde, zeigt, dass abnorm starke hochfrequente Aktivitäten im rechten anteromedialen orbitofrontalen Kortex mit den Symptomen von Zwangsstörungen korrelieren. Bei den drei behandelten Patienten führte die gezielte Stimulation zu einer Reduzierung der pathologischen Gehirnaktivität und einer schnellen Linderung der zwanghaften Verhaltensweisen.
OCD betrifft etwa zwei Prozent der Menschen in den Vereinigten Staaten und führt zu aufdringlichen, obsessiven Gedanken, die zu wiederholten, zwanghaften Verhaltensweisen führen können. Während OCD oft auf Antidepressiva und/oder Psychotherapie anspricht, profitieren mindestens 30 Prozent der Patienten nicht von diesen Strategien. Seit 2009 ist die tiefe Hirnstimulation von der US-amerikanischen Food and Drug Administration zur Behandlung von schwerer, therapieresistenter OCD bei Erwachsenen zugelassen.
Die Forscher hoffen, dass reaktionsfähige DBS-Systeme zu präziseren Behandlungen führen, die auf die individuellen Symptome jedes Patienten zugeschnitten sind. Die Studie wurde von den National Institutes of Health, der Foundation for OCD Research und der AE Foundation unterstützt.
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