BALTIMORE / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass ein bestimmtes Gehirntraining das Risiko von Demenz bei älteren Menschen um 25 % senken kann. Überraschenderweise handelt es sich dabei nicht um Gedächtnis- oder Problemlösungsaufgaben, sondern um ein interaktives Computerspiel, das die Fähigkeit testet, zwei separate Bilder in immer schnelleren Sequenzen zu erkennen.

In der jüngsten Forschung wurde ein spezielles Gehirntraining untersucht, das das Risiko von Demenz bei Menschen über 65 Jahren um etwa 25 % senken kann. Interessanterweise handelt es sich dabei nicht um klassische Gedächtnis- oder Problemlösungsaufgaben, sondern um ein interaktives Computerspiel, das die Fähigkeit testet, zwei separate Bilder in immer schnelleren Sequenzen zu erkennen. Dieses Spiel fordert die Nutzer heraus, indem es sie zwingt, ihre Aufmerksamkeit zu teilen und sich auf mehrere Aufgaben gleichzeitig zu konzentrieren.
Das Spiel, das ursprünglich im Rahmen der ACTIVE-Studie entwickelt wurde, zeigt den Nutzern ein Fahrzeug in einer bestimmten Umgebung und fordert sie auf, ein bestimmtes Schild zu identifizieren, das kurz am Rand des Bildschirms erscheint. Diese Art von Training, das als “geteilte Aufmerksamkeit” bekannt ist, erfordert keine bewusste Strategie zur Verbesserung, sondern basiert auf unbewusstem Lernen. Diese Form des Lernens nutzt andere Teile des Gehirns als das Lösen von Problemen oder das Verstehen von Wörtern.
Die ACTIVE-Studie, die 1998 begann, testete drei Arten von kognitivem Training an über 2.800 Freiwilligen. Eine Gruppe konzentrierte sich auf Gedächtnistechniken, eine andere auf Problemlösungsfähigkeiten, während die dritte Gruppe das geteilte Aufmerksamkeits- und Geschwindigkeitsspiel nutzte. Die Ergebnisse zeigten, dass nur die Teilnehmer, die das Geschwindigkeitsspiel mit zusätzlichen “Booster”-Sitzungen absolvierten, eine signifikante Reduktion des Demenzrisikos erfuhren.
Warum gerade dieses schnelle, geteilte Aufmerksamkeitstraining so effektiv ist, bleibt Gegenstand weiterer Forschung. Eine Hypothese ist, dass das Spiel die neuronale Konnektivität und Plastizität erhöht, indem es das Gehirn auf neue Weise herausfordert. Diese Art von Training könnte die kognitive Reserve stärken, die dem Gehirn hilft, trotz altersbedingter oder krankheitsbedingter Schäden normal zu funktionieren. Experten betonen jedoch, dass kognitives Training nur ein Teil eines umfassenden Ansatzes zur Verbesserung der Gehirngesundheit ist.
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