SYDNEY / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie beleuchtet die neurobiologischen Ursachen des Prolongierten Trauerstörung (PGD), die bei etwa 5 % der Trauernden auftritt. Forscher haben herausgefunden, dass diese Störung mit einer Fehlfunktion in den Belohnungsnetzwerken des Gehirns verbunden ist, was zu einem chronischen Verlangen nach dem Verstorbenen führt. Diese Erkenntnisse könnten den Weg für gezielte Behandlungen ebnen.

Die Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen ist ein universelles menschliches Erlebnis, das jedoch von Individuum zu Individuum unterschiedlich verarbeitet wird. Während die meisten Menschen nach einiger Zeit in der Lage sind, mit dem Verlust umzugehen und weiterzumachen, bleibt für etwa 5 % der Trauernden der Schmerz bestehen. Diese anhaltende Trauer wird als Prolongierte Trauerstörung (PGD) bezeichnet und wurde erst 2018 als eigenständige psychische Störung anerkannt.
Forscher haben begonnen, die neurobiologischen Grundlagen dieser Störung zu untersuchen, um besser zu verstehen, warum einige Menschen in ihrer Trauer ‘stecken bleiben’. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass PGD mit einer spezifischen Fehlfunktion in den Belohnungsnetzwerken des Gehirns verbunden ist. Diese Netzwerke, zu denen der Nucleus accumbens und der orbitofrontale Kortex gehören, sind normalerweise für Verlangen und Motivation zuständig.
Im Gegensatz zu Depressionen, die oft mit einer allgemeinen emotionalen Dämpfung einhergehen, scheint PGD das Gehirn in einem Zustand des chronischen Verlangens nach dem Verstorbenen zu halten. Diese Erkenntnis ist entscheidend, da sie darauf hindeutet, dass PGD nicht einfach eine extreme Form von Traurigkeit ist, sondern eine eigenständige neurologische Störung, die spezifische therapeutische Ansätze erfordert.
Die Forschung in diesem Bereich steht noch am Anfang, und viele der bisherigen Studien basieren auf kleinen Stichproben. Dennoch sind die bisherigen Ergebnisse vielversprechend und könnten den Weg für neue Behandlungen ebnen, die speziell auf die Reaktivierung der Motivationsnetzwerke des Gehirns abzielen. Dies könnte den Betroffenen helfen, ihre Trauer zu verarbeiten und wieder in der Gegenwart zu leben.
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