ROM / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass multiple Kindheitstraumata das Risiko für vernetzte Suchtverhalten im Erwachsenenalter erhöhen. Die Forschung hebt hervor, dass Menschen mit kumulativen traumatischen Erfahrungen schwerwiegendere Suchtprobleme entwickeln, die sich gegenseitig verstärken.

Verbindung zwischen Kindheitstraumata und Suchtverhalten im Erwachsenenalter
Verbindung zwischen Kindheitstraumata und Suchtverhalten im Erwachsenenalter (Foto: IT BOLTWISE)
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Eine kürzlich in der Fachzeitschrift Addictive Behaviors veröffentlichte Studie legt nahe, dass das Erleben mehrerer traumatischer Ereignisse in der Kindheit mit einem höheren Risiko verbunden ist, im Erwachsenenalter miteinander verknüpfte Suchtverhalten zu entwickeln. Die Forschung liefert Beweise dafür, dass Menschen, die kumulative Kindheitstraumata erleiden, tendenziell schwerwiegendere Substanz- und Verhaltenssüchte erfahren, die sich gegenseitig verstärken. Dieses Muster deutet auf eine komplexe Beziehung zwischen frühem psychologischem Schmerz und den Bewältigungsmechanismen im Erwachsenenalter hin.

Wissenschaftler wissen, dass schwierige Kindheitserlebnisse die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, dass jemand eine Sucht entwickelt. Historisch gesehen haben sich viele Studien darauf konzentriert, wie eine einzelne Art von Trauma eine spezifische Sucht beeinflusst, wie zum Beispiel Alkoholabhängigkeit oder zwanghaftes Glücksspiel. In der Realität häufen sich jedoch oft negative Kindheitserfahrungen, wobei ein einzelnes Kind mehrere verschiedene Arten von Härten erleidet.

Gleichzeitig treten Süchte selten völlig isoliert auf. Menschen wechseln oft von einem Suchtverhalten zum anderen oder betreiben mehrere gleichzeitig. Dies deutet darauf hin, dass verschiedene Süchte möglicherweise eine zugrunde liegende psychologische Grundlage teilen.

„Unsere Studie wurde durch eine wesentliche Lücke in der wissenschaftlichen Literatur motiviert. Während der Zusammenhang zwischen belastenden Kindheitserfahrungen und Suchtverhalten umfassend untersucht wurde, bleibt die Rolle kumulativer belastender Erfahrungen nur teilweise erforscht – nicht nur in Bezug auf einzelne Suchtverhalten, sondern auch hinsichtlich ihrer Wechselbeziehungen“, sagte Studienautor Giorgio Veneziani, ein Postdoktorand an der Universität Sapienza in Rom.

Für ihre Studie rekrutierten die Wissenschaftler 802 Erwachsene aus der allgemeinen Bevölkerung in Italien. Sie sammelten die Teilnehmer über Anzeigen auf sozialen Medienplattformen wie Facebook und Instagram. Die Teilnehmer füllten eine Online-Umfrage aus, die nach ihren persönlichen Hintergründen und ihrer Geschichte psychologischer Herausforderungen fragte.

Die Umfrage enthielt ein Screening-Tool zur Messung von zehn verschiedenen Arten von Suchtverhalten. Vier davon bezogen sich auf Substanzen, nämlich Alkohol, Tabak, Cannabis und Kokain. Die anderen sechs waren Verhaltenssüchte, die einen überwältigenden Drang beinhalten, Aktivitäten wie Glücksspiel, Einkaufen, Videospiele spielen, übermäßiges Essen, Sex und Überarbeitung nachzugehen.

Die Wissenschaftler verwendeten auch einen Fragebogen, um die Exposition der Teilnehmer gegenüber traumatischen Ereignissen vor dem Alter von siebzehn Jahren zu bewerten. Diese Ereignisse umfassten den Tod eines nahen Familienmitglieds, schwere elterliche Beziehungsprobleme, körperliche Gewalt, schwere Krankheit oder sexuellen Missbrauch. Basierend auf ihren Antworten wurden die Teilnehmer in drei spezifische Kategorien eingeteilt.

Die Daten liefern Beweise dafür, dass die Gruppe mit mehreren belastenden Kindheitserfahrungen deutlich höhere Niveaus bestimmter Süchte aufwies. Insbesondere berichteten diese Personen über schwerwiegendere Probleme mit Tabakkonsum, übermäßigem Essen und zwanghaftem Sexualverhalten im Vergleich zu den Menschen ohne Kindheitstrauma. Übermäßiges Essen war in dieser Gruppe auch schwerwiegender als in der Gruppe mit nur einer belastenden Erfahrung.

Die Hauptaussage ist, dass kumulative belastende Kindheitserfahrungen eine wichtige Rolle nicht nur bei der Schwere einzelner Suchtverhalten spielen, sondern auch bei der Art und Weise, wie diese Verhaltensweisen miteinander verknüpft werden. Bei Personen mit mehreren belastenden Erfahrungen waren Suchtverhalten stärker miteinander verknüpft, was auf ein potenzielles Muster des Polysubstanzgebrauchs und stärkere Verbindungen zwischen Verhaltens- und substanzbezogenen Süchten hinweist.

Die Studie bietet einen detaillierten Einblick in die Überlappung von Süchten, weist jedoch einige Einschränkungen auf. Die Forschung basierte auf einem Querschnittsdesign, was bedeutet, dass sie eine Momentaufnahme von Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasste. Daher können die Forscher nicht definitiv beweisen, dass Kindheitstrauma diese vernetzten Süchte direkt verursacht, sondern nur, dass eine starke Beziehung besteht.


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