STRASSBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass die Größe der Amygdala bei Makaken mit ihrer sozialen Toleranz korreliert. Tolerante Arten besitzen größere Amygdalae, die ihnen helfen, komplexe soziale Interaktionen zu managen und friedlichere Beziehungen zu pflegen.

In der Welt der Primatenpolitik gibt es sowohl Despoten als auch Demokraten. Eine aktuelle Studie hat herausgefunden, dass das Maß an sozialer Toleranz bei Makaken physisch im Gehirn verankert ist. Durch die Analyse von MRT-Scans von 12 verschiedenen Makakenarten entdeckte das Forscherteam, dass tolerantere, „freundliche“ Arten eine größere Amygdala besitzen als ihre aggressiveren, intoleranten Gegenstücke. Traditionell als Zentrum für Angst und Aggression angesehen, wird die Amygdala in dieser Studie als ein hochentwickeltes soziales Zentrum neu definiert, das Primaten hilft, komplexe Beziehungen zu managen, impulsives Verhalten zu regulieren und sich an dynamische soziale Umgebungen anzupassen.
Die Forscher fanden heraus, dass Arten mit hohen sozialen Toleranzgraden signifikant größere Amygdala-Volumina aufwiesen als intolerante Arten. Diese Entdeckung widerspricht der bisherigen Annahme, dass die Amygdala hauptsächlich aggressive Verhaltensweisen unterstützt. Stattdessen fungiert sie als multifunktionales Zentrum, das in komplexe soziale Netzwerke im Gehirn eingebettet ist. Interessanterweise zeigte die Studie, dass tolerante Makaken mit größeren Amygdalae geboren werden, die im Laufe ihres Lebens an Volumen verlieren, während intolerante Arten mit kleineren Amygdalae beginnen, die mit der Zeit wachsen.
Die Untersuchung ergab keine konsistente Verbindung zwischen sozialer Toleranz und dem Volumen des Hippocampus, was darauf hindeutet, dass die Amygdala der primäre neuroanatomische Treiber des sozialen Stils ist. Die Forscher verglichen 12 Arten, die vier Grade sozialer Toleranz repräsentieren, darunter seltene und zuvor nicht gescannte Arten. Diese Ergebnisse bieten neue Einblicke in die neuronalen Grundlagen der sozialen und emotionalen Verarbeitung bei Makaken.
Die Studie, die in der Fachzeitschrift eLife veröffentlicht wurde, hebt hervor, dass die Größe der Amygdala mit der Fähigkeit korreliert, komplexe soziale Informationen zu verarbeiten, bessere soziale Interaktionen zu erleichtern und Konflikte zu managen. Diese Erkenntnisse haben tiefgreifende Auswirkungen auf unser Verständnis der Evolution des sozialen Gehirns und unterstreichen die Bedeutung der Entwicklungsphase und der sozialen Umgebung bei der Gestaltung neuroanatomischer Anpassungen.
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