LONDON (IT BOLTWISE) – Die Nutzung von KI-gestützten Chatbots zur Lebensberatung für autistische Menschen wirft Fragen auf. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Offenlegung einer Autismus-Diagnose oft zu stereotypen und vorsichtigen Ratschlägen führt, die soziale Isolation fördern könnten. Diese Erkenntnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, KI-Systeme zu entwickeln, die individuelle Bedürfnisse besser berücksichtigen.

Die Interaktion mit KI-gestützten Chatbots kann für autistische Menschen sowohl eine Quelle der Unterstützung als auch der Frustration sein. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Offenlegung einer Autismus-Diagnose bei der Nutzung solcher Systeme häufig zu stereotypen Ratschlägen führt. Diese Ratschläge sind oft übermäßig vorsichtig und fördern Verhaltensweisen wie das Meiden sozialer Kontakte oder romantischer Beziehungen. Dies wirft Fragen über die zugrunde liegenden Vorurteile in den Trainingsdaten dieser Systeme auf.
Viele autistische Menschen suchen in KI-Chatbots Unterstützung, um soziale Stigmata zu vermeiden. Diese Systeme, die auf großen Sprachmodellen basieren, sind darauf trainiert, menschliche Sprache zu imitieren und Ratschläge zu geben. Doch die Offenlegung einer Autismus-Diagnose kann die Art der erhaltenen Ratschläge erheblich verändern. Die Studie, die von einem Team der Virginia Tech durchgeführt wurde, zeigt, dass diese Systeme oft auf stereotype Annahmen zurückgreifen, die in den Trainingsdaten verankert sind.
Die Forscher um Caleb Wohn untersuchten, wie sich die Ratschläge der KI ändern, wenn Nutzer ihre Autismus-Diagnose offenlegen. Sie fanden heraus, dass die Systeme in solchen Fällen häufig zu Vermeidungsstrategien raten, was auf stereotype Vorstellungen von Autismus zurückzuführen ist. Diese Ratschläge können für einige Nutzer als schützend und bestätigend empfunden werden, während andere sie als einschränkend und bevormundend wahrnehmen.
Die Studie zeigt, dass es einen deutlichen Unterschied in den Empfehlungen gibt, je nachdem, ob eine Autismus-Diagnose offengelegt wird oder nicht. In Szenarien, in denen soziale Interaktionen gefragt sind, raten die Systeme bei offengelegter Diagnose häufig zur Ablehnung solcher Aktivitäten. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, KI-Systeme zu entwickeln, die besser auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer eingehen und nicht auf stereotype Annahmen zurückgreifen.
Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse Entwickler dazu anregen, Transparenzfunktionen in KI-Plattformen zu integrieren. Diese könnten es Nutzern ermöglichen, zu steuern, wie stark ihre Identität die Antworten der Systeme beeinflusst. Solche Funktionen könnten sicherstellen, dass personalisierte Technologie tatsächlich den vielfältigen, individuellen Bedürfnissen der Nutzer gerecht wird.
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