LONDON (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Analyse zeigt, wie „Poison Claude“ offenbar über einen Proxy-Ansatz und Zugriff auf gekaperte oder vergünstigte Kontingente KI-Modelle zu stark reduzierten Token-Preisen bereitstellt. Nutzer erhalten nach der Zahlung einen Anthropic-kompatiblen API-Schlüssel und sollen ihre Umgebung so konfigurieren, dass Requests über die fremde Schnittstelle laufen. Dadurch wandern Prompts im Klartext an den Dienstleister, der laut den Forschern damit vollständige Sicht auf die Anfragen hat. Zudem fanden sie eine zuvor offen erreichbare Status-Endpoint-Struktur, die inzwischen behoben wurde.

Der Einfall wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches Schnäppchen-Angebot für Entwickler: „Poison Claude“ wirbt in Untergrundforen und in Messaging-Kanälen für vergünstigten Zugriff auf große Sprachmodelle. In der Analyse von Okta-Researchern wird dabei nicht nur der Preismechanismus beschrieben, sondern vor allem die technische Auslegung, die das eigentliche Risiko erklärt: Der Dienstleister platziert sich zwischen Nutzer und Modell, leitet die Prompts weiter und kassiert einen Abschlag von 5–15 % gegenüber dem offiziellen Token-Preis – je nach Modell.
Für die Kostendifferenz nennt das Angebot eine konkrete Quelle von „billigen Tokens“: Der Dienst soll sogenannte kostenlose Bonus-Credits ausnutzen, etwa den US$100-Bonus auf AWS für Bedrock-Konten. Der Anbieter formuliert den Ablauf auf seiner Website ziemlich offen: Er fügt diese Konten zu einem eigenen Pool hinzu, routet jede Anfrage „unter der Haube“ an eine bestimmte Instanz und belastet dem Kunden anschließend anteilig. Praktisch heißt das für Betreiber einer Entwicklungsumgebung (beispielsweise ein Claude Code-ähnliches Setup): Nach Abschluss der Zahlung wird ein API-Schlüssel bereitgestellt, der formal wie eine Anthropic-kompatible Schnittstelle wirkt, während Nutzer per Umgebungsvariablen steuern, dass ihr Client nicht die offizielle API, sondern den Poison-Endpoint ansteuert.
Die zentrale technische Schwachstelle liegt damit weniger im Modell selbst als in der Datenflusskette. Wenn Prompts als Eingaben über eine gatewayartige Proxy-Konfiguration an den fremden Dienst geschickt werden, „muss“ der Dienst die Requests an ein Zielmodell weiterleiten; genau dadurch entsteht die vollständige Sicht auf den Prompt-Content. Okta weist explizit auf diesen Privatsphäre-Aspekt hin: Als Betreiber des Gateways könnten Prompts versehentlich offengelegt werden oder im schlimmsten Fall gezielt weiterverkauft bzw. missbraucht werden. Ergänzend wird in der Untersuchung ein Konfigurationsfehler genannt, der den Endpoint „api.claudeopus[.]shop/api/status“ mit Informationen zu insgesamt 881 Nutzern und 872 aktiven Nutzern erreichbar machte; diese Exposition sei inzwischen behoben worden. Für Betreiber solcher Systeme ist das ein Lehrbuchbeispiel, wie schnell aus „Unsichtbarkeit“ eine messbare Angriffsfläche wird, sobald Status- oder Monitoring-Pfade falsch abgesichert sind.
Auch die Infrastruktur zeigt, dass es weniger um legitime Kostenoptimierung als um Verbergen und Umgehung geht. Der Hauptzugang von Poison Claude (poison-claude.bitsender[.]top) soll hinter Cloudflare’s CDN gehostet sein, um die Ursprungs-IP zu verschleiern. Nach verantwortungsvoller Meldung habe Cloudflare zwar eine Phishing-Warnung vor die Domain gesetzt, gleichzeitig aber wohl beim API-Domain-Teil weiter keinen konsequenten Schritt unternommen; dort kommt Turnstile als Bot-Schutz zum Einsatz. Genau in dieser Grauzone entstehen Probleme: Selbst wenn Endnutzer an der vorderen Tür abgeblockt werden, bleibt der technische Kern (der API-Relay/Proxy) oft weiter ansprechbar – sofern kein wirklich durchgreifendes Maßnahmenpaket erfolgt.
Die Lage wirkt dabei nicht isoliert. Parallel wird ein ähnlich gelagerter Dienst namens Ecomagent.in beschrieben, der im „gray market“ operieren soll und laut Schätzung fast 970 Nutzer erreicht. Er wirbt mit vergünstigtem Zugang zu mehreren Modelllinien, darunter Anthropic-Modelle wie Opus und Sonnet sowie OpenAI-Modelle über einen eigenen, angeblich „custom“ API-Endpunkt. Für die Marktseite ist das zweischneidig: Die Nachfrage nach günstigem KI-Zugriff ist real, ebenso der Wunsch nach Einschränkungen bei Verfügbarkeit und Zugriffskontrollen. Gleichzeitig machen diese Vermittler es angreifbar, Datenflüsse zu zentralisieren und die Erwartungen an „Privatsphäre und Anonymität“ technisch zu unterlaufen.
Hinzu kommt ein übergreifender Kontext: In China wächst laut der Analyse ein Markt für US-basierte LLMs, deren Nutzung teils explizit verboten ist oder wegen der Great Firewall nicht ohne Weiteres funktioniert. Proxy- und Relay-Plattformen werden dann zum technischen „Brückenkopf“ für lokale Entwickler. Gleichzeitig verweist Okta auf frühere Vorwürfe im großen Maßstab: Anthropic habe drei chinesische Firmen (DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax) beschuldigt, „industrial-scale campaigns“ zur illegalen Extraktion von Claude-Fähigkeiten koordiniert zu haben, und Reuters habe zudem berichtet, dass chinesische militärische Forschende KI-Modelle von OpenAI und Anthropic nutzen, um inländische Systeme zu trainieren. Solche Debatten zeigen, dass die Modellökonomie nicht nur technische, sondern auch geopolitische Dimensionen hat – und dass Proxy-Modelle in diesem Umfeld besonders leicht für Missbrauch eingesetzt werden können.
Für die Sicherheits- und Produktverantwortlichen ist das Signal deshalb klar: Wer KI-Funktionen über Drittanbieter-Routings einkauft, verlagert Vertrauen in den Datenfluss. Okta führt außerdem an, dass Bot-Aktivitäten zunehmen – insbesondere mit stärker eingesetzten KI-Agenten – und dass Botnetz-Betreiber beim Umgehen von Bot-Erkennungsmethoden neue Spielräume haben, etwa durch Residential Proxies. Diese stammen aus „benignen“ Verbraucher-Anschlüssen und weisen damit häufig wenig oder gar keine Historie als bösartig auf, wodurch Blockmaßnahmen schwerer werden. In der Praxis bedeutet das: Die Kostenersparnis auf dem Token-Niveau kann durch ein wesentlich teureres Risiko auf der Seite von Datensicherheit, Compliance und Modellintegrität aufgewogen werden, vor allem wenn Prompts sensitive Inhalte enthalten oder als Trainings-/Betriebsgrundlage in Unternehmensworkflows genutzt werden.
Unternehmen sollten deshalb ihre KI-Architektur nicht nur nach Funktionen, sondern nach Datenverbleib bewerten. Ein prüfbarer Fokus liegt dabei auf der Frage, welche Requests tatsächlich an welche Endpunkte gehen (inklusive Umgebungsvariablen und Proxy-Konfiguration), welche Logging-Felder aktiviert sind und ob Schutzmechanismen wie Rate-Limits, Bot-Detektion und Endpoint-Absicherung konsistent durchgezogen wurden. Der Fall Poison Claude zeigt zudem, wie schnell „billiger Zugang“ in die Nähe von betrügerischem Routing rückt, wenn der Betreiber offiziell externe Konten und Bonus-Credits als Ressource nutzt und dann Transparenz- und Privatsphäre-Erwartungen der Nutzer unterläuft. Für die nächsten Monate ist zu erwarten, dass solche Angebote weiter versuchen werden, technische Hürden wie CDN-Warnseiten oder Turnstile-Checks zu umgehen – während zugleich das Bewusstsein für Prompt-Privacy in IT- und Security-Teams weiter steigen dürfte.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Betrügerische KI-Zugriffe: „Poison Claude“ verkauft vergünstigten Modellzugang" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Betrügerische KI-Zugriffe: „Poison Claude“ verkauft vergünstigten Modellzugang" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Betrügerische KI-Zugriffe: „Poison Claude“ verkauft vergünstigten Modellzugang« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!