BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – IAV soll bis Ende 2027 rund 2000 Stellen abbauen; die IG Metall kritisiert, die Unternehmensleitung habe dabei wiederholt mit Insolvenz gedroht. Parallel plant Schaeffler den Abbau von 1800 Jobs über Altersteilzeit statt über Kündigungen. Während die Belegschaften schrumpfen, meldet Schaeffler zugleich neue Aufträge für humanoide Roboter im Volumen von 350 Millionen Euro, darunter ein Projekt mit Xpeng. Damit verschiebt sich der Fokus in der Zulieferbranche spürbar von klassischer Fahrzeugentwicklung hin zu robotiknahen Aktivitäten.

Die Debatte um Beschäftigung in der deutschen Autoindustrie bekommt in dieser Woche eine doppelte Stoßrichtung: Einerseits stehen bei der VW-Tochter IAV und beim Zulieferer Schaeffler erhebliche Personalreduzierungen im Raum, andererseits werden im gleichen Atemzug neue Wachstumsfelder sichtbar. Im Zentrum steht dabei nicht nur die Zahl der betroffenen Jobs, sondern auch die Mechanik, wie Unternehmen Einsparziele erreichen wollen. Während IAV seinen Stellenabbau bis Ende 2027 auf knapp 2000 Positionen ausrichten soll, plant Schaeffler 1800 Stellen über Altersteilzeit zu reduzieren – ein Vorgehen, das sich vom klassischen Kündigungsszenario klar abgrenzt.
Bei IAV eskaliere der Konflikt zwischen Unternehmensleitung und Belegschaft laut IG Metall offenbar in Richtung harter Verhandlungen. Die Gewerkschaft wirft der Unternehmensleitung vor, im Verlauf der Gespräche wiederholt mit Insolvenz gedroht zu haben. Für die Betroffenen ist das vor allem deshalb brisant, weil VW mit 50 Prozent an IAV beteiligt ist und der weitere Rückhalt an eine Einigung gekoppelt sein soll. Bis Ende 2027 soll die Belegschaft um 40 Prozent auf 2970 Mitarbeiter schrumpfen; der Abbau soll dabei über ein vereinbartes Abfindungsprogramm erfolgen und betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Darstellung der Gewerkschaft ausgeschlossen werden.
Interessant ist außerdem, dass IAV nicht nur Zahlen austauscht, sondern Standorte neu gewichtet. Am Stammsitz Berlin soll sich der Standort deutlich verkleinern, während Jobs ins niedersächsische Gifhorn verlagert werden. Unklar bleibt dabei zunächst, welche Mitarbeitergruppen ein Abfindungsangebot erhalten und wie das Matching zwischen betroffenen Teams und dem neuen Bedarf konkret organisiert wird. Die IG Metall verbindet den Abbau zudem mit tarifpolitischen Zielen: Sie betont, bei IAV eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche sowie Gehaltskürzungen verhindert zu haben. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, ob sich „Flexibilität“ durch Sozialtarifmodelle real in Beschäftigungssicherheit übersetzen lässt oder ob sich der Druck lediglich in neue Formen verlagert.
Ein weiterer Faktor verstärkt den Handlungsdruck: Laut dem Bericht treibt VW-Chef Oliver Blume ein Sparpaket voran, das bis zu 100.000 Jobs in Deutschland kosten könnte. Dazu gehöre auch, bei zugekauften Leistungen wie denen von IAV zu sparen. Das macht den Zusammenhang zwischen Konzernstrategie und Zulieferverträgen deutlich: Wenn bei Plattform- und Entwicklungsbudgets nachgesteuert wird, treffen die Auswirkungen häufig zuerst die Teile der Lieferkette, die nicht unmittelbar auf die nächste Produktgeneration einzahlen. Gleichzeitig zeigt der Text, dass VW Fahrzeuge für den chinesischen Markt inzwischen vor Ort entwickeln kann – also unabhängig von klassischen deutschen Ingenieurressourcen. Genau diese Verschiebung der Wertschöpfungsgeografie erhöht bei Standorten in Deutschland die Wahrscheinlichkeit, dass Einkaufs- und Entwicklungsrollen neu verteilt werden.
Auch Schaeffler setzt auf einen sozial abgefederten Weg, allerdings mit eigener Logik. Der Konzern möchte den Abbau über Altersteilzeit ab 2027 umsetzen und bietet Jahrgänge bis 1971 entsprechende Programme an; das Unternehmen rechnet damit, dass rund ein Fünftel der Berechtigten zusagt. Als Vergleichspunkt nennt Schaeffler, dass Ende 2024 bereits 4700 Stellen in Europa gestrichen wurden, davon 2800 in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2026 sei die Mitarbeiterzahl weltweit um 1900 auf knapp 109.000 gesunken. Personalchefrolle und HR-Kommunikation spielen hier eine zentrale Rolle: So erklärte die Personalchefin Astrid Fontaine, das Angebot zur Altersteilzeit reagiere auf hohes Interesse der Mitarbeitenden und schaffe flexible Lösungen für individuelle Bedürfnisse und Unternehmensanforderungen.
Unterm Strich entsteht damit ein Bild, das viele Konzerne derzeit antreibt: Personalkosten sollen sinken, während gleichzeitig neue Umsatztreiber aufgebaut werden. Bei Schaeffler kommt der Ausgleich über Robotik. Der Bericht nennt drei Aufträge für humanoide Roboter im Gesamtvolumen von 350 Millionen Euro, darunter ein Projekt mit dem chinesischen VW-Partner Xpeng, dessen Roboter „Iron“ noch 2026 in Serie gehen soll. Für Unternehmen ist diese Kombination aus Stellenabbau und Auftragssignalen strategisch anspruchsvoll, weil sie unterschiedliche Zeithorizonte zusammenbringt: Altersteilzeitprogramme wirken kurzfristig in der Kostenrechnung, während Robotikprojekte vor allem mittelfristig über Engineering-Tiefe, Automatisierungsprozesse und Produktionsanläufe skalieren.
Für die Branche lässt sich daraus ein doppelt relevanter Schluss ziehen. Erstens zeigt der Fall IAV, wie sehr Beschäftigungspolitik an Verhandlungs- und Governance-Mechanismen hängt, wenn ein Anteilseigner wie VW als strategischer Hebel wirkt. Zweitens macht der Robotik-Deal bei Schaeffler sichtbar, dass Zulieferer nicht zwangsläufig nur „kürzen“, sondern Tätigkeiten verlagern: weniger klassische Entwicklungskapazität, mehr Kompetenzen in Richtung robotiknaher Systeme und Integrationsarbeit. Für Teams bedeutet das praktisch, dass Qualifikationen rund um Automatisierung, Sensorik, Test und Industrial-Software an Bedeutung gewinnen. Wer diese Umstellung früh plant, kann im Übergang zwischen Sozialprogrammen und neuen Plattformen handlungsfähiger bleiben.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "IAV und Schaeffler kündigen Stellenabbau an – während Robotik-Umsätze steigen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "IAV und Schaeffler kündigen Stellenabbau an – während Robotik-Umsätze steigen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »IAV und Schaeffler kündigen Stellenabbau an – während Robotik-Umsätze steigen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!