LONDON (IT BOLTWISE) – Das Bundeskriminalamt warnt vor einer neuen Phishing-Welle gegen Nutzer des Steuerportals Elster. In den gefälschten Nachrichten versprechen Betrüger eine Steuererstattung in Höhe von exakt 263,00 Euro und locken Empfänger dazu, Links zu öffnen oder persönliche Daten preiszugeben. Laut Behördensystematik werden solche Erstattungsaufforderungen nicht über direkte Zahlungswege oder ungesicherte Formulare versendet. Die Angriffe laufen inzwischen nicht nur per E-Mail, sondern auch über WhatsApp, wodurch sich das Risiko auf mobilen Geräten verschärft.

BKA warnt vor Elster-Phishing: Betrug zielt auf 263-Euro-Erstattung ab
BKA warnt vor Elster-Phishing: Betrug zielt auf 263-Euro-Erstattung ab (Foto: IT BOLTWISE)
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Beim Steuerportal Elster taucht erneut eine Betrugsmasche auf, die auf einen sehr konkreten psychologischen Trigger setzt: eine „Steuererstattung“ in Höhe von exakt 263,00 Euro. Das Bundeskriminalamt (BKA) beschreibt, dass derzeit massenhaft E-Mails im Umlauf sind, die Empfänger zum Folgen eines Links oder zur Herausgabe persönlicher Informationen drängen. Für Betroffene ist dabei weniger die Höhe entscheidend als die Art der Kontaktaufnahme: Offizielle Stellen fordern Steuerzahler nicht über direkte Zahlungsaufforderungen und auch nicht über Erstattungsformulare in dieser Form zur Aktion auf. Genau an dieser Stelle entsteht der typische Angriffsweg, denn mit wenigen Klicks lässt sich der Übergang von der vermeintlichen Finanzkommunikation in die Datenerfassung ausnutzen.

Technisch betrachtet funktioniert das Muster klassischerweise über Phishing-Redirection und täuschend echte Oberflächen. Wer den Link aus einer solchen Nachricht öffnet, landet häufig auf einer Seite, die das Steuerportal imitieren soll, um Zugangsdaten oder weitere Finanzinformationen abzugreifen. Das BKA macht zudem klar, dass die beschriebenen Erstattungs-Nachrichten nicht der offiziellen Finanzverwaltung entsprechen. In der Praxis bedeutet das auch: Schon bevor jemand sensible Daten eingibt, kann das bloße Klicken problematisch sein, weil daraus weitere Schritte wie Identitätsabgleich, Account-Takeover oder die spätere Nutzerdatenverknüpfung folgen. Gerade weil Elster für viele Nutzer ein häufig genutzter Kanal ist, wirkt die Fassade besonders plausibel.

Besonders relevant für die operative IT-Sicherheit ist, dass sich die Kampagne laut Behördenhinweis nicht auf E-Mail beschränkt. Neben dem klassischen Versand über E-Mail werde die Phishing-Kampagne mittlerweile auch über den Messenger-Dienst WhatsApp verbreitet. Für Organisationen und Privatpersonen verschiebt sich damit das Risiko: Mobile Kommunikationswege sind oft weniger strikt gefiltert als Unternehmenspostfächer, und auch die Anzeige von Absendern oder Linkzielen kann je nach Endgerät, Client und Nutzerverhalten leichter übersehen werden. Für Sicherheitsverantwortliche heißt das, dass Awareness-Maßnahmen nicht nur auf Mail-basierte Angriffe abzielen dürfen, sondern explizit das Verhalten bei Nachrichten auf dem Smartphone adressieren müssen.

Historisch lässt sich Phishing nicht als Einzelfall begreifen, sondern als wiederkehrendes Schadmuster, das sich ständig an Abwehrmaßnahmen anpasst. Während klassische Angriffe oft mit schlecht formulierten Texten oder auffälligen Links starteten, nutzen aktuelle Kampagnen stärker die Vertrautheit mit administrativen Prozessen. Eine Steuererstattung ist dabei ein besonders wirksames Köder-Thema, weil viele Nutzer in Zeitfenstern rund um Erklärungen oder Rückzahlungen mit entsprechenden Informationen rechnen. Genau deshalb ist die Botschaft „exakt 263,00 Euro“ mehr als eine Zahl: Sie wirkt wie ein geprüfter Datensatz, obwohl der tatsächliche Zusammenhang zur Person und zum Steuerfall fehlt. Behördenhinweise wie „keine Links zu Erstattungsformularen“ sind daher auch eine indirekte Anleitung zur Verhaltenskorrektur.

Für Unternehmen und Institutionen liegt der Hebel weniger in einzelnen technischen Werkzeugen, sondern in der Kombination aus Erkennung, Prozesshärtung und Nutzerlogik. Wer solche Nachrichten erhält, sollte Links nicht aus dem Chat oder der E-Mail heraus öffnen und keine sensiblen Daten über ungesicherte Wege eingeben. Stattdessen empfiehlt sich, Informationen über die offiziellen Portale der zuständigen Behörden direkt zu verifizieren – also den Weg über die verlässliche Ausgangsquelle zu nehmen, nicht über den Umweg der Betrugsnachricht. Ergänzend können Unternehmen interne Regeln für Helpdesk-Prozesse schärfen, damit Mitarbeitende Auffälligkeiten schnell melden, ohne erst selbst „nachprüfen“ zu müssen, indem sie auf die Zielseiten der Angreifer gehen.

Parallel zu den Warnungen setzt auch der Präventionsbereich auf konkrete Schulungen, weil reine technische Filter nicht jede Variante abfangen. Die Verbraucherzentrale hat dazu ein Web-Seminar angekündigt, das am 19.08.2026 um 16 Uhr stattfindet und 90 Minuten dauert. Als Referenten sind Michael Krausch vom Landeskriminalamt (LKA) sowie Andrea Steinbach von der Verbraucherzentrale vorgesehen. Inhaltlich soll das Seminar unter anderem die Erkennung und Abwehr von Phishing-Versuchen anhand aktueller Beispiele behandeln, außerdem Schutz vor Betrug durch gefälschte SMS sowie das Erkennen von Fake-Shops im Internet. Für Nutzer mobiler Endgeräte wird außerdem die Sicherheit des Smartphones gegen Hacker und Datenmissbrauch adressiert, was zum aktuellen WhatsApp-Thema der Behördenwarnung direkt passt.

Die Kernbotschaft für die nächsten Tage ist klar: Wer unerwartete Erstattungen versprochen bekommt, sollte das Muster aktiv bremsen. Das BKA stellt darauf ab, dass Bürger niemals dazu aufgefordert werden, über Messenger-Dienste oder ungesicherte E-Mail-Links vertrauliche Daten zu übermitteln, und genau diese Lücke sollte zum festen Reflex werden. Auch bei professionell wirkenden Nachrichten gilt: Misstrauen bei finanziellen Vorteilen aus unaufgeforderter Kommunikation, keine Interaktion mit verdächtigen Links, und Verifikation über offizielle Wege. Damit reduziert sich das Risiko auf zwei Ebenen – einmal auf der Ebene der unmittelbaren Datenerfassung, und außerdem auf der Ebene der späteren Folgeangriffe, die aus gestohlenen Zugangsdaten entstehen können.


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