LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass die psychische Belastung von Jugendlichen während der COVID-19-Pandemie deutlich zunahm. Besonders stark traf es Jugendliche mit einer genetischen Veranlagung für psychiatrische Erkrankungen. Die Auswertung über mehrere Erhebungswellen deutet zudem auf anhaltende emotionale und Verhaltensprobleme bis in die späte Pandemiephase hin. Geschlechtsunterschiede fallen dabei deutlich aus, wobei Mädchen früh stärker betroffen waren.

Die COVID-19-Pandemie hat nicht nur das öffentliche Leben ausgebremst, sondern auch die psychische Entwicklung vieler Jugendlicher spürbar verzögert. In einer aktuellen Untersuchung wird dieser Zusammenhang nun auf eine zweite Achse erweitert: Neben den pandemiebedingten Stressoren wie Schulschließungen, sozialer Isolation und dem abrupten Wechsel von Alltagsroutinen rückt die Studie die Frage in den Mittelpunkt, warum einige Heranwachsende stärker durchdrehen als andere. Ergebnis: Wer eine höhere genetische Neigung zu bestimmten psychiatrischen Zuständen mitbringt, erlebt während der Pandemie insgesamt mehr Symptome als Jugendliche ohne vergleichbares Risiko.
Technisch betrachtet arbeiten die Forschenden mit polygenen Risiko-Scores, also Kennzahlen, die aus vielen tausend genetischen Varianten den statistischen Anteil einer „biologischen Grundanfälligkeit“ für verschiedene psychische Merkmale abschätzen. Damit lässt sich nicht diagnostizieren und auch kein einzelnes Kind sicher vorhersagen. Der Score bildet vielmehr die Wahrscheinlichkeit ab, dass eine Person im statistischen Durchschnitt sensibler auf Umweltbelastungen reagiert. Die Studie unterscheidet dabei vier Risikokategorien, darunter neuroentwicklungsbezogene und sogenannte internalisierende Verläufe wie depressive Verstimmungen oder Angst. Solche Scores sind in der KI-gestützten Genomforschung verwandt mit datengetriebenen Klassifikationsideen: Sie nutzen große Muster aus Trainingsdaten, um grobe Tendenzen zu schätzen, ersetzen aber nicht den klinischen Befund.
Die Datengrundlage stammt aus dem Adolescent Brain Cognitive Development Study-Projekt in den USA und umfasst 10.374 Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren im Jahr 2020. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verfolgten die Teilnehmenden über fünf Erhebungswellen, die ausdrücklich sowohl die Zeit vor der Pandemie als auch die frühen (2020) und die späten Phasen bis in den frühen Zeitraum 2022 abdecken. Insgesamt wurden 20 verschiedene Messgrößen zur psychischen Gesundheit erhoben, die von elterlich berichteten Verhaltensindikatoren bis zu von Jugendlichen selbst beschriebenen internalisierenden Symptomen reichen. Für die Auswertung entscheidend ist die Längsschnittlogik: Symptome werden nicht nur einmal erfasst, sondern über Zeiträume hinweg mit dem genetischen Profil in Beziehung gesetzt.
In den Ergebnissen zeigt sich zuerst ein breiter Anstieg der Belastung. Während der frühen Pandemiephase stiegen die Symptomwerte je nach Messinstrument um etwa 4% bis 14% gegenüber dem Niveau vor der Pandemie. Auch nachdem erste Restriktionen gelockert wurden, blieb die Entwicklung ungünstig: In der späten Phase lagen die Werte in einer Spannweite von 6% bis 24% über den frühen Pandemiewerten. Besonders sichtbar sind diese Muster in Verhaltensdimensionen, die Eltern berichteten, etwa zurückgezogenes Verhalten, depressive Symptome und regelbrechendes Verhalten. Parallel dazu nahmen auch selbst berichtete internalisierende Probleme zu. Damit passt das Bild zur Grundthese, dass die pandemiebedingten Lebensveränderungen nicht nur kurzfristig „überspringen“, sondern sich in Entwicklungsverläufen festsetzen können.
Noch klarer wird die genetische Komponente, wenn die Forschenden die Risikokategorien getrennt betrachten. Für jede um eine Einheit höhere Ausprägung eines polygenen Risiko-Scores für neuroentwicklungsbezogene oder internalisierende Zustände stieg die Symptomlast in den meisten Kategorien um rund 3% bis 21%. Das ist keine gleichförmige Steigerung bei jedem Messpunkt, aber die Richtung ist konsistent. Zusätzlich treten deutliche Unterschiede nach Geschlecht auf: Mädchen zeigten während der frühen Pandemiephase einen stärker ausgeprägten Anstieg psychischer Herausforderungen, unter anderem mit einem berichteten Plus von 25% bei elterlich gesehenen affektiven Problemen. Bei Jungen fällt der frühe Peak kleiner aus; dort tendieren die Werte später eher dazu, sich zu stabilisieren oder sogar leicht abzusinken. Die Studie zeigt außerdem, dass Mädchen mit einem hohen neuroentwicklungsbezogenen genetischen Risiko in der frühen Phase stärker Zuwächse bei conduct problems und aggressivem Verhalten aufweisen.
Die Arbeit ordnet diese Befunde in einen größeren Kontext ein: Bereits frühere Auswertungen auf Bevölkerungsebene hatten darauf hingewiesen, dass die pandemische Belastung bei Kindern und Jugendlichen insgesamt zunimmt und dass Mädchen häufig überproportional betroffen sind, insbesondere bei Angst- und Depressionsindikatoren. Neu ist hier vor allem die Verknüpfung zweier Ebenen – Umweltstress und genetische Vulnerabilität – und die Tatsache, dass die Symptome nicht nur „am Ende der Messung“ verglichen werden, sondern in mehreren Wellen über die Zeit. Gleichzeitig machen die Autorinnen und Autoren klar, wo die Grenzen der Methode liegen: Die verwendeten Risiko-Scores wurden in weiten Teilen auf Modellen trainiert, die auf erwachsenen Datensätzen basieren. Für frühe Adoleszenz könnte das bedeuten, dass die genetische Architektur mentaler Zustände nicht exakt in derselben Weise abgebildet wird wie bei älteren Gruppen.
Auch die Kausalitätsfrage bleibt offen. Die Kalenderabschnitte, die als „früh“ und „spät“ definiert wurden, trennen nicht die einzelnen Ursachen der Jugendbelastung. Die Symptomzunahme könnte in unterschiedlichen Anteilen mit Schulschließungen, familiären finanziellen Belastungen, Angst vor einer Ansteckung oder Veränderungen der körperlichen Gesundheit zusammenhängen. Selbst wenn die Forschenden Alterseffekte berücksichtigen, überlagern sich normale Entwicklungsbewegungen in der Adoleszenz häufig mit pandemiebedingten Trends. Für die Praxis bedeutet das: Die Ergebnisse eignen sich besonders dazu, Risikoprofile zu identifizieren und Ressourcenplanung zu unterstützen, nicht aber dazu, einzelne Kinder als „vorherbestimmt“ einzuordnen. Wer in Bildung, Jugendhilfe oder Gesundheit arbeitet, kann aus den Zahlen dennoch ableiten, dass genetische Vulnerabilität als erklärender Moderator beim Stressgeschehen ernst genommen werden sollte.
Für die weitere Forschung schlagen die Autorinnen und Autoren deshalb eine Präzisierung vor: Welche konkreten pandemischen Störungen – und in welcher Kombination – haben den stärksten Einfluss auf Wohlbefinden und Symptomverläufe? Interessant wäre außerdem die Gegenrichtung, also welche Schutzfaktoren im häuslichen oder sozialen Umfeld Risiken abfedern können. Zudem wird betont, dass genetische Modelle breiter auf unterschiedliche ancestrale Populationen erweitert werden müssen, um Verzerrungen zu reduzieren. Gerade weil polygenische Risiko-Scores derzeit vor allem als statistische Werkzeuge funktionieren, ist die Qualität der zugrundeliegenden Trainingsdaten ein entscheidender Hebel. Aus Sicht der KI-Entwicklung heißt das: Bessere Datenvielfalt verbessert nicht nur die Genauigkeit, sondern erhöht vor allem die Übertragbarkeit der Modelle auf reale, heterogene Gruppen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Genetische Anfälligkeit verschärfte laut Studie die psychische Krise bei Jugendlichen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Genetische Anfälligkeit verschärfte laut Studie die psychische Krise bei Jugendlichen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Genetische Anfälligkeit verschärfte laut Studie die psychische Krise bei Jugendlichen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!