LONDON (IT BOLTWISE) – Apple bringt die AirPods 5 am 18. September 2026 in den Handel. Die neuen Ohrhörer setzen hardwareseitig auf Kontinuität und nutzen denselben Bluetooth-Chip wie schon die Modelle aus 2024, inklusive Bluetooth 5.3 und dem H2-Chip. Im Marketing steht vor allem aktive Geräuschunterdrückung (ANC) im Open-Ear-Design, ohne konkrete Messwerte zu Dezibel oder Testmethoden zu nennen. Für Funktionen wie Live-Übersetzungen und bestimmte KI-Features sind aktuelle iOS- und Apple-Intelligence-Voraussetzungen erforderlich.

AirPods 5 ab 18. September: Bluetooth 5.3, H2-Chip und Open-Ear-ANC
AirPods 5 ab 18. September: Bluetooth 5.3, H2-Chip und Open-Ear-ANC (Foto: IT BOLTWISE)
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Mit den AirPods 5 verschiebt Apple den Fokus spürbar von „neuer Hardware-Generation“ hin zu „validierter Plattform“. Laut den vorliegenden technischen Dokumentationen verwenden die neuen Ohrhörer denselben Bluetooth-Chip wie die Modelle aus dem Jahr 2024. Damit kommen sowohl Bluetooth 5.3 als auch der bereits bekannte H2-Chip zum Einsatz – eine Kombination, die die AirPods 5 hardwareseitig an die AirPods 4 angleicht und außerdem auf Augenhöhe mit den für 2025 erwarteten AirPods Pro 3 bringen soll. Für Anwender bedeutet das: Die Basisfunktionen (u. a. Verbindung, Latenzverhalten und Audio-Features, soweit sie vom Funk-Stack und der Signalverarbeitung abhängen) werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht komplett neu erfunden, sondern sauber weitergeführt.

Beim wichtigsten Vermarktungsargument landet Apple dagegen bei der aktiven Geräuschunterdrückung: Die AirPods 5 werden als bestes ANC-System „in einem Open-Ear-Design“ beworben. Der entscheidende Unterschied liegt in der Bauform. Die Ohrhörer verzichten auf Silikon-Ohrpassstücke und dichten damit nicht den Gehörgang ab. Genau diese Einschränkung macht Apple auch zum Gegenstand seines Superlativs: Der Vorteil bezieht sich auf die Variante ohne Abdichtung – nicht auf klassische In-Ear-Kopfhörer mit Noise-Cancelling über einen versiegelten Sitz. Konkrete technische Kennzahlen nennt Apple dabei nicht. Es fehlen Angaben zu Dezibel-Werten, zu Frequenzbereichen oder zu den verwendeten Testmethoden.

Stattdessen arbeitet der Hersteller mit relativen Leistungsvergleichen. Für die AirPods 5 wird eine bis zu 50-prozentige stärkere Rauschunterdrückung gegenüber den AirPods 4 mit ANC genannt – als Faktor 1,5. Gleichzeitig zeigt der interne Vergleich innerhalb des aktuellen Portfolios, dass Apple die Erwartungen bewusst staffelt. Auf der eigenen Vergleichsseite erreicht die Pro-Variante AirPods Pro 3 laut Apple eine bis zu dreimal höhere ANC-Leistung als das neue Standardmodell. In offiziellen Unterlagen zum Pro-3-Modell finden sich allerdings widersprüchliche Angaben zur exakten Performance bei der Geräuschunterdrückung. Diese Diskrepanz ist für Technik-affine Käufer relevant, weil sie darauf hinweist, dass „ANC-Leistung“ nicht als eine einzelne, allgemein messbare Größe zu verstehen ist, sondern stark von Messaufbau, Rahmenbedingungen und Zielmetriken abhängt.

Technisch konkret wird Apple dann wieder bei den Basisdaten und beim Schutzkonzept. Ein Earbud wiegt laut Spezifikation 4,3 Gramm, die Abmessungen liegen bei 30,2 x 18,3 x 18,1 Millimetern. Das Gehäuse ist nach IP57 zertifiziert und damit besser geschützt als der Standard IP54 bei der Vorgängergeneration. Was im Alltag ebenfalls zählt: Apple nennt keine genauen Angaben zur möglichen Tauchtiefe oder zur Dauer der Belastbarkeit unter Wasser. Für Nutzer heißt das, dass der „Outdoor“-Alltag wahrscheinlich gut abgedeckt ist, ein ganzheitlicher Einsatzplan für längere oder tiefere Tauchphasen aber nicht mit den veröffentlichten Daten belastbar abgesichert werden kann.

Bei der Audioaufnahme setzen die AirPods 5 auf drei Mikrofone: zwei Beamforming-Mikrofone sowie ein nach innen gerichtetes Mikrofon. Funktionen wie Voice Isolation und Aufnahmen in Studioqualität tauchen in den Spezifikationen auf, bleiben aber ohne technische Detailangaben wie Abtastraten oder Bit-Tiefen. Spannender wird es bei der Laufzeit, weil Apple hier zwischen ANC- und nicht-ANC-Betrieb sowie zwischen Basismodell und Ladecase unterscheidet. Mit aktiver Geräuschunterdrückung erreicht das Standardmodell bis zu 4 Stunden, die Variante mit Wireless Charging Case bis zu 5 Stunden. Ohne ANC steigt die Ausdauer auf 6 bzw. 7 Stunden. In Kombination mit dem jeweiligen Case nennt Apple für das Standardmodell eine Gesamtlaufzeit von bis zu 20 Stunden, für die teurere Version bis zu 22 Stunden – und damit einen klaren, praktischen Unterschied je nach Lade-Setup.

Für den Kaufprozess sind Preis und Verfügbarkeit sauber benannt: 129 US-Dollar kostet das Standardmodell, 149 US-Dollar die Variante mit kabellosem Ladecase. Der Verkaufsstart ist auf den 18. September 2026 datiert. Zudem räumt Apple mit dem Launch das Sortiment auf: Ältere Modelle wie die AirPods 4, die AirPods Pro 2 sowie die AirPods Max mit USB-C sind nicht mehr im offiziellen Store verfügbar. Der Wechsel bedeutet für Bestandsnutzer auch eine Software-Realität: Viele Features hängen am Ökosystem. Basisfunktionen wie Adaptive EQ und Spatial Audio laufen direkt auf dem Kopfhörer, während KI- und Komfortfunktionen – etwa „Hands-free Siri AI“ oder Live-Übersetzungen – ein gekoppeltes Gerät mit aktuellem Betriebssystem voraussetzen. Für Live-Übersetzungen wird ein iPhone 15 Pro oder neuer benötigt, außerdem iOS 26 sowie Apple Intelligence; in China ist dieser Dienst nicht verfügbar. Die Siri-KI und manuelle Equalizer-Einstellungen sollen iOS 27 erfordern, dessen Veröffentlichung für den 14. September 2026 erwartet wird.

Aus Sicht technischer Bewertung bleibt außerdem relevant, was Apple bewusst nicht in das Standardmodell packt. Bestimmte Hardware-Vorteile bleiben der Pro-Serie vorbehalten: So fehlen den AirPods 5 ein Herzfrequenzsensor sowie Ultrabreitband-Technologie (UWB) in den Earbuds selbst. UWB der zweiten Generation und ein Lautsprecher zur Lokalisierung sind laut Angaben nur im Ladecase der AirPods Pro 3 integriert. Beim 149-Dollar-Modell der AirPods 5 setzt Apple immerhin auf einen Lautsprecher im Case für die „Wo ist?“-Suche, ergänzt um eine Touch-Steuerung für die Lautstärke am Kopfhörer. Damit positioniert Apple die AirPods 5 klar als praktikables Upgrade im Alltag: ANC mit Open-Ear-Anspruch, robuste IP57-Klasse und verlässliche Funkbasis, aber ohne die Sensorik- und Lokalisierungsdetails der Pro-Linie.


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