DÜSSELDORF / LONDON (IT BOLTWISE) – Die BEOS AG hat mit der Karatas Backwaren GmbH den ersten Mieter für die „Rheindocks“ im Gewerbequartier Werft68 gewonnen. Das Unternehmen mietet rund 3.500 Quadratmeter Hallen- und Bürofläche in zwei Einheiten des Blocks A an. Der Mietvertrag läuft zehn Jahre, die Übergabe ist für Mitte September geplant. Die Inbetriebnahme soll im ersten Quartal 2027 starten.

Im Düsseldorfer Gewerbequartier Werft68 sorgt ein neuer Mietvertrag für spürbare Planungssicherheit: Die BEOS AG hat mit Karatas Backwaren den ersten Mieter für die „Rheindocks“ gewonnen. Damit wird aus der Projektentwicklung ein konkretes Nutzungsszenario, denn die Flächen werden nicht erst für eine spätere Vermarktungsphase „vorgehalten“, sondern sind bereits auf den Einsatz eines produzierenden, gewerblich ausgerichteten Unternehmens zugeschnitten. Für den Standort Düsseldorf-Holthausen ist das vor allem deshalb relevant, weil solche frühen Vermietungsabschlüsse typischerweise als Qualitätsmarke wirken: Sie reduzieren das Risiko in der weiteren Bau- und Vermarktungsplanung und signalisieren dem Markt eine belastbare Nachfrage.
Konkret umfasst das Mietpaket rund 3.500 Quadratmeter Hallen- und Bürofläche, aufgeteilt auf zwei Einheiten im Block A. Die Laufzeit des abgeschlossenen Vertrags beträgt zehn Jahre. Die Übergabe der Flächen ist für Mitte September vorgesehen; die Inbetriebnahme wird für das erste Quartal 2027 eingeordnet. Diese zeitliche Staffelung ist für Betreiber und Investoren gleichermaßen ein Steuerungsinstrument: Der Mieter erhält einen klaren Vorlauf für die Umsetzung von Produktions- und Betriebsabläufen, während die Vermieterseite die Baufortschritte sowie die technische Ausrüstung in einer Weise planen kann, die späteren Umbauaufwand reduziert.
Technisch betrachtet setzen die „Rheindocks“ auf ein Konzept, das klassische Light-Industrial-Anforderungen mit moderner Energie- und Infrastrukturtechnik verbindet. Vorgesehen ist eine modular strukturierte Flächenlogik, die Einheiten ab 1.200 Quadratmetern Hallenfläche sowie Büroanteile ab 270 Quadratmetern bereitstellt. Dazu kommt eine „moderne und nachhaltige Gebäudeausstattung“ mit über 3.000 Photovoltaikmodulen, Wärmepumpentechnologie und einer Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. Als Ziel wird zudem eine DGNB-Gold-Zertifizierung genannt, was insbesondere für Unternehmen interessant ist, die eigene Nachhaltigkeitsziele entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachweisen oder bilanzpolitisch sichtbar machen wollen.
Für die Marktwirkung lohnt sich der Blick auf den Kontext: Die erste Vermietung in den „Rheindocks“ folgt auf frühere Erfolge im Areal, insbesondere in den „Loftworks“. Damit zeichnet Werft68 eine Entwicklungslogik, bei der zunächst nutzungsnahe Flächen entstehen und anschließend ein weiterer Baustein im selben Standortkonzept nachgeschoben wird. Jochen Butz, Head Real Estate Development Light Industrial & Commercial Region Köln, ordnet das Nutzungskonzept von Karatas Backwaren als besonders passend für den neuen Light-Industrial-Baustein ein und betont den Auftaktcharakter der ersten Anmietung. Gleichzeitig heißt es, dass bereits Gespräche mit weiteren Interessenten für noch verfügbare Flächen geführt werden, was auf eine fortlaufende Vermarktungsdynamik hindeutet und nicht nur auf einen „Einmieter“-Erfolg.
Karatas Backwaren liefert dabei auch eine branchenspezifische Perspektive: Der Geschäftsführer des Unternehmens äußerte, mit Werft68 einen Standort gefunden zu haben, der zu den langfristigen Unternehmenszielen passt. In der Praxis bedeutet das meist zweierlei: Erstens müssen Hallen- und Büroflächen nicht nur kurzfristig verfügbar sein, sondern den weiteren Ausbau von Kapazitäten, Prozessketten und Logistikabläufen abbilden können. Zweitens spielt die Planungssicherheit für Investitionen in Maschinen, Energieversorgung und interne Transportlogistik eine zentrale Rolle. Der Dank an die BEOS AG für die partnerschaftliche Zusammenarbeit während des Vermietungsprozesses deutet zudem darauf hin, dass bei solchen Projekten die Abstimmung zwischen baulicher Ausführung und betrieblichem Feinkonzept entscheidend ist.
Auch die regionalen Standortfaktoren werden im Mietvertragserfolg sichtbar adressiert: Düsseldorf-Holthausen gilt laut Bericht als attraktiv für produzierende sowie gewerblich orientierte Unternehmen. Als wichtige Faktoren werden die Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz und die Lage in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands genannt. Das ist für Backwarenhersteller besonders relevant, weil die Wertschöpfungskette häufig eine Mischung aus Vorproduktion, Verarbeitung, Verpackung und zeitkritischer Distribution erfordert. Ergänzend begleitet wurde die Ansiedlung von der Wirtschaftsförderung Düsseldorf im Rahmen einer Partnerschaft; damit wird deutlich, dass der Standort nicht nur aus Immobilien- und Bauperspektive gedacht wird, sondern auch aus dem Blickwinkel von Unternehmensansiedlung und regionaler Standortpolitik.
Für Unternehmen, die selbst als Nutzer, Zulieferer oder potenzielle Mieter in ähnlichen Lagen agieren, liefert der Fall Werft68 mehrere Ableitungen. Erstens zeigt der Zeithorizont bis Mitte September (Übergabe) und Q1 2027 (Inbetriebnahme), dass frühe Mietabschlüsse die spätere Implementierung von Energie- und Betriebskonzepten strukturieren können. Zweitens macht die Kombination aus PV, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur die Immobilie zu einem technischen Investitionspaket, bei dem das Gebäudekonzept und der Betriebsmodus stärker zusammenwachsen als bei rein „konventionellen“ Hallen. Werft68 positioniert sich damit im Wettbewerb um Flächen für produktionsnahe Nutzung deutlich über reine Quadratmeter hinaus: Es geht um die Fähigkeit, Energieversorgung, Elektrifizierung und Zertifizierungsziele in eine betrieblich nutzbare Architektur zu übersetzen.
Schließlich dürfte die weitere Vermietungsentwicklung im Areal davon profitieren, dass ein erster, klarer Anwendungsfall vorliegt. Wenn bereits Verhandlungen mit weiteren Interessenten für die noch verfügbaren Flächen laufen, entsteht eine Beschleunigung: Der Markt kann sich am konkreten Mietermodell orientieren, während der Vermieter die technische Auslegung der „Rheindocks“ durch den realen Betriebsbedarf weiter schärfen kann. Für die BEOS AG ist das ein wichtiger Schritt im Entwicklungsfortschritt von Werft68, für den Standort Düsseldorf-Holthausen ein Signal für nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung. Im Ergebnis wird aus einem Projektstatus ein Betriebsbeginn in Sichtweite – und das ist in einer Branche, in der Planungssicherheit häufig wertvoller ist als jede Einzelmaßnahme.
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