LONDON (IT BOLTWISE) – VW-Chef Oliver Blume stellt die 35-Stunden-Woche für Deutschlands Beschäftigte in den Raum, um Arbeitskosten im Konzern zu senken. Als Ansatz nennt er eine höhere Jahresarbeitszeit und sogar eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich. Parallel hat Volkswagen mehrere Tarifverträge gekündigt, darunter den Manteltarifvertrag, der Arbeitszeit und Urlaubstage regelt. Die IG Metall in Niedersachsen kündigt Widerstand an und warnt vor einem weiteren Personalabbau.

Die Debatte um die 35-Stunden-Woche trifft in der deutschen Autoindustrie einen wunden Punkt: Sie ist dort tariflich bei vielen Beschäftigten Standard, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben. Vor diesem Hintergrund sorgt Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, für zusätzlichen Druck auf die Verhandlungsebene. In einem veröffentlichten Gespräch stellte er höhere Arbeitszeiten für die rund 130.000 Beschäftigten in Deutschland als Option in den Raum. Hintergrund ist aus seiner Sicht vor allem der Kostendruck im Wettbewerb, denn die Arbeitskosten in Deutschland lägen den Angaben zufolge etwa doppelt so hoch wie in anderen europäischen Ländern, in denen Volkswagen aktiv ist. Damit wird Arbeitszeitpolitik unmittelbar zu einem Hebel im Konzern-Sparprogramm.
Technisch betrachtet ist Arbeitszeit weniger ein „reines Sozialthema“, sondern wirkt direkt in die Kostenstruktur und in die Produktionsplanung hinein. Wenn für Bereiche mit bereits hoher Auslastung die Wochenarbeitszeit steigt, kann ein Unternehmen die gleiche Produktionsmenge mit weniger zusätzlichem Personal abbilden oder Überstunden besser in den Regelbetrieb integrieren. In der Logik der Konzernkreise aus der Meldung würde eine Verlängerung der Arbeitszeit zwar nicht überall Sinn ergeben, etwa wenn ohnehin Personalüberhänge bestehen. Genau dort liegt die Komplexität: Die Personalbedarfsplanung muss Schichtmodelle, Qualifikationen, Krankheitsquoten und Auftragsschwankungen gleichzeitig berücksichtigen, sonst verschiebt sich der Effekt von Kostenreduktion zu operativem Risiko.
Volkswagen hat dafür die tarifliche Grundlage offensiv angefasst: Am Mittwoch kündigte der Konzern zehn Tarifverträge, darunter auch den zentralen Manteltarifvertrag. Dieser regelt unter anderem Arbeitszeit und Urlaubstage; die Kündigungen schaffen aus Sicht des Unternehmens „Raum für Verhandlungen“. Für die Beschäftigten bedeutet das praktisch, dass bisherige Spielregeln bis zu neuen Absprachen nicht unverändert fortgeschrieben werden. Zudem läuft die Kommunikation parallel zur operativen Krise, wie sie in der Meldung über den Sparkurs und geplante Personalkosten-Entlastungen beschrieben wird. Laut Bericht will Volkswagen „Milliarden beim Personal einsparen“ und dazu Zehntausende Stellen abbauen, auch wenn eine konkrete Zahl für eine mögliche längere Wochenarbeitszeit zunächst nicht genannt wurde.
Gleichzeitig macht die IG Metall die Grenzen dieser Strategie deutlich. In Niedersachsen kritisiert die Gewerkschaft die Art der Kommunikation: Zunächst seien die Kündigungen laut Sprecher über die Medien lanciert worden, erst nach wiederholter Nachfrage sei die Arbeitgeberseite nach Angaben der Gewerkschaft nachgerückt. Dann sei Blume öffentlich über längere Arbeitszeiten „geschwadroniert“ worden, ohne konkrete Forderungen zur Belegschaft zu bringen. Inhaltlich stellt die IG Metall klar, dass sie sich gegen ein „Rütteln“ an der 35-Stunden-Woche stemmen werde. Dahinter steckt eine betriebswirtschaftliche Gegenrechnung: Wenn die Arbeitszeit pro Kopf steigt und Auslastung unverändert bleibt, sinkt rechnerisch der Personalbedarf. Die Gewerkschaft befürchtet deshalb, dass eine Arbeitszeitverlängerung als indirekte Entgeltkomponente wirken könnte und am Ende Jobabbau begünstigt.
Dass der Konflikt nicht auf Volkswagen allein beschränkt ist, zeigen die Parallelen innerhalb der Branche. Die 35-Stunden-Woche gilt zwar in tarifgebundenen Unternehmen als Standard, ist aber auch Gegenstand früherer Diskussionen gewesen. Mercedes-Benz hatte im Sommer eine grundsätzliche Debatte über Arbeitszeiten angestoßen, unter anderem mit dem Hinweis, dass für dasselbe Gehalt mehr gearbeitet werden solle. Auch BMW wird in der Meldung im Zusammenhang mit dem Thema genannt: Der neue Konzernchef Milan Nedeljković sowie weitere Stimmen aus der Industrie hätten die 35-Stunden-Woche zuletzt infrage gestellt. Die IG Metall verweist in diesem Kontext auf bereits erfolgte Proteste, etwa im Umfeld von Mercedes und bei einem Auto-Aktionstag mit rund 175.000 Teilnehmenden.
Für Unternehmen liegt die Herausforderung damit weniger darin, „ob“ Arbeitszeit verhandelbar ist, sondern „wie“ die Wirkung sauber gesteuert wird. Eine mögliche Erhöhung der Wochenarbeitszeit kann tatsächlich Kosten pro Stück senken, wenn Produktionsvolumen stabil ist und Ressourcen Engpässe bleiben. Sobald jedoch das Unternehmen gleichzeitig Personal reduziert, muss es sehr genau zwischen produktiven Effekten und Kapazitätsrisiken unterscheiden: Qualifikationslücken, Stillstandsrisiken oder sinkende Schichtflexibilität können den erwarteten Kostenvorteil aushebeln. Hinzu kommt: Der Manteltarifvertrag ist nicht nur ein Arbeitszeitdokument, sondern ein Koordinationsmechanismus für Urlaub, Ausgleichsmodelle und Regelungen zum Arbeitsalltag. Wenn diese Logik in Bewegung gerät, verlagert sich Verhandlungsmacht von der Unternehmensseite auf die Frage, welche Übergangsmodelle und Sicherungen die Tarifpartner akzeptieren.
Am Ende wird sich zeigen, ob die 35-Stunden-Woche in der Autoindustrie eher eine langfristig verfestigte Leitplanke bleibt oder zum flexiblen Verhandlungsgegenstand wird. Der weitere Prozess dürfte eng getaktet sein, weil die Meldung die nächsten Wochen und Monate als Verhandlungsfenster für die Arbeitgeberseite benennt. Für Beschäftigte und Personalverantwortliche bedeutet das: Es geht nicht nur um Arbeitszeit als Zahl, sondern um die Verteilung von Produktivitätsgewinnen, Planbarkeit in Schichten und den Zusammenhang mit Stellenabbau. In der Branche dürfte die Debatte damit als Testfall wirken, wie weit Kostendruck in Deutschland tarifrechtlich und betrieblich „durchgereicht“ werden kann, ohne die Stabilität der Produktion und die Akzeptanz im Betrieb zu verlieren.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "VW-Chef Blume stellt 35-Stunden-Woche infrage: Milliarden sparen durch mehr Arbeitszeit?" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "VW-Chef Blume stellt 35-Stunden-Woche infrage: Milliarden sparen durch mehr Arbeitszeit?" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »VW-Chef Blume stellt 35-Stunden-Woche infrage: Milliarden sparen durch mehr Arbeitszeit?« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!