BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein deutscher Hacker steht im Zentrum eines bedeutenden Cyberangriffs auf Rosneft Deutschland, der im März 2022 stattfand. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben, nachdem der Angriff Millionen Euro Schaden verursacht und die kritische Infrastruktur des Energieunternehmens erheblich gestört hatte.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 30-jährigen Deutschen erhoben, der beschuldigt wird, im März 2022 einen Cyberangriff auf Rosneft Deutschland durchgeführt zu haben. Dieser Angriff führte zu erheblichen Störungen bei einem der wichtigsten Energieunternehmen Deutschlands und verursachte Schäden in Millionenhöhe. Der Verdächtige sieht sich zwei Anklagen wegen Datenspionage gegenüber, darunter eine wegen besonders schwerer Computersabotage.
Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) berichten, dass der Hacker die Systeme der Rosneft Deutschland GmbH infiltrierte, etwa 20 Terabyte an Daten stahl und kritische Dateien löschte, die Teil der kritischen Infrastruktur Deutschlands im Energiesektor waren. Der Angriff erfolgte nur wenige Wochen nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine, was den Druck auf europäische Energieunternehmen erhöhte.
Der Verdächtige soll Verbindungen zu Anonymous Germany haben, einer Hackergruppe, die öffentlich die Verantwortung für den Angriff übernahm. Die Hacker gaben an, dass ihre Aktion durch die Verbindungen von Rosneft zu Russlands Präsident Wladimir Putin und dessen Versuche, internationale Sanktionen zu umgehen, motiviert war. Online veröffentlichte Screenshots deuteten darauf hin, dass die Angreifer Administratorrechte über Dutzende von Systemen hatten, darunter mindestens 59 Apple-Geräte.
Der finanzielle Schaden des Cyberangriffs auf Rosneft war erheblich. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass Rosneft Deutschland gezwungen war, seine IT-Systeme vollständig herunterzufahren, eine forensische Untersuchung einzuleiten und Notfallwiederherstellungsmaßnahmen zu ergreifen. Diese Maßnahmen allein kosteten das Unternehmen rund 9,76 Millionen Euro. Zusätzlich wurden die Lieferlogistik und die Geschäftstätigkeit stark beeinträchtigt, was zu weiteren Verlusten von etwa 2,59 Millionen Euro führte.
Obwohl der Cyberangriff die interne Kommunikation störte und vorübergehende Lieferprobleme verursachte, führte er nicht zu einer größeren Unterbrechung der Ölversorgung für die Region Berlin-Brandenburg. Die Ermittler behaupten, dass der Hacker etwa 20 Terabyte an Daten während des Einbruchs im März 2022 gestohlen hat. Diese Dateien wurden später auf einer Website veröffentlicht, die angeblich von dem Angeklagten und zwei weiteren Mitgliedern von Anonymous betrieben wurde.
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage beim Amtsgericht Tiergarten erhoben, das nun entscheiden wird, ob ein vollständiger Prozess eingeleitet wird. Bei einer Verurteilung wegen Computersabotage und Datenspionage könnte dem Verdächtigen eine lange Haftstrafe nach den deutschen Cyberkriminalitätsgesetzen drohen. Der Fall ist nicht nur wegen des Umfangs des Datendiebstahls bemerkenswert, sondern auch, weil er die Rolle von Hacktivistengruppen wie Anonymous Germany hervorhebt, die politische Motive mit digitaler Sabotage verbinden.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erklärte damals, dass der Angriff Schwachstellen in der Cyberabwehr der kritischen Infrastruktur des Landes aufzeigte. Beamte warnten, dass, obwohl Rosneft in der Lage war, eine vollständige Versorgungskrise zu vermeiden, der Fall zeigte, wie Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen durch Energiemärkte und wesentliche Dienstleistungen erschüttern könnten.
Der Cyberangriff auf Rosneft ist ein Beispiel dafür, wie der Krieg in der Ukraine über physische Schlachtfelder hinaus in den Cyberspace ausgeweitet wurde. Während Regierungen, Militärs und Unternehmen mit konventionellen Angriffen und Sanktionen zu kämpfen hatten, führten Hacktivistenkollektive wie Anonymous ihre eigenen Kampagnen online durch. Für Rosneft Deutschland bleibt der Vorfall eine kostspielige Erinnerung daran, wie verwundbar kritische Energieunternehmen sein können. Für die deutschen Staatsanwälte könnte der bevorstehende Prozess einen wichtigen Präzedenzfall schaffen, um Einzelpersonen für politisch motivierte Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen zur Rechenschaft zu ziehen.

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