KIEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Diskussion um steigende Mietpreise wird oft durch die in Immobilienportalen veröffentlichten Angebotsmieten angeheizt. Diese spiegeln jedoch nur einen kleinen Teil des tatsächlichen Marktes wider und können ein verzerrtes Bild vermitteln. Experten fordern mehr Transparenz und eine klare Trennung zwischen Angebotspreisen und den tatsächlich gezahlten Mieten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Die Debatte über Mietpreissprünge wird häufig durch die in Immobilienportalen veröffentlichten Angebotsmieten angeheizt. Diese Zahlen, die oft als Indikator für den gesamten Wohnungsmarkt herangezogen werden, spiegeln jedoch nur einen kleinen Teil des tatsächlichen Marktes wider. In vielen Fällen kommen Mietverträge ohne öffentliche Inserate zustande, insbesondere in gefragten Lagen, wo Wohnungen über persönliche Kontakte oder interne Wartelisten vermittelt werden.
Christian Sindt von der OTTO STÖBEN GmbH weist darauf hin, dass die in Portalen genannten Mieten meist die obere Spitze des Marktes darstellen. Besonders in Ballungsräumen werden überproportional oft höherpreisige Wohnungen online angeboten, während günstigere oder regulierte Mieten ohne Werbung den Mieter wechseln. Diese Diskrepanz führt zu einer verzerrten Wahrnehmung der Mietpreisentwicklung.
Für eine realistische Einschätzung des Wohnungsmarktes ist es entscheidend, die tatsächlichen Vertragsmieten zu kennen. Diese spiegeln die Mieten wider, die im abgeschlossenen Mietvertrag stehen, und bieten eine objektivere Grundlage für die Bewertung von Entwicklungen. Qualifizierte Mietspiegel, wie sie beispielsweise in Kiel oder Lübeck erstellt werden, bieten hier eine deutlich verlässlichere Grundlage als reine Angebotsanalysen.
Ein Beispiel aus Schleswig-Holstein zeigt, dass die durchschnittliche Nettokaltmiete in Kiel aktuell bei rund 8,50 € bis 9,20 € pro Quadratmeter liegt, abhängig von Lage, Baujahr und Ausstattung. In Immobilienportalen finden sich dagegen oft Durchschnittswerte über 12 €, da dort überwiegend neu sanierte oder höherpreisige Wohnungen erscheinen. Diese Diskrepanz verdeutlicht die Notwendigkeit einer klaren Trennung zwischen Angebotspreisen und tatsächlich gezahlten Mieten.
Um verlässliche Entscheidungen treffen zu können, fordern Experten mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt. Eine fundierte Diskussion über den Wohnungsmarkt ist nur mit realen Zahlen möglich. Dies würde nicht nur Mietern und Vermietern, sondern auch der Politik helfen, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Wohnungsmarkt nachhaltig zu gestalten.

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