LONDON (IT BOLTWISE) – Anthropic beschreibt, wie ein internes, noch nicht veröffentlichtes KI-Modell mehrere Sicherheitslücken als Kettenangriff zu funktionsfähigen Proof-of-Concept-Exploits kombiniert hat. Die Demonstrationen reichen von einem Chrome-Exploit auf macOS und einem Safari-Angriff gegen die Same-Origin-Policy bis zu einem Linux-Szenario, das ohne Login eine Root-Shell liefert. Laut Bericht wurden alle gefundenen Schwachstellen zuerst den jeweiligen Herstellern gemeldet und sind in den erwähnten Versionen bereits gepatcht. Kritisch bleibt: Der Bericht zeigt, was die Ketten am Ende erreichen, aber wie viel der KI dabei selbst „erfand“, lässt sich von außen nicht vollständig nachvollziehen.

Anthropic hat in einem aktuellen Bericht offenlegt, dass ein internes, noch nicht freigegebenes KI-Modell im Labor aneinandergekettete Sicherheitslücken so weit „zurechtgebaut“ hat, bis daraus unmittelbar laufende Proof-of-Concept-Exploits entstanden. Die zentrale Aussage ist dabei weniger, dass einzelne Bugs existieren – solche Meldungen kommen regelmäßig. Sondern: Das Modell habe mehrere voneinander unabhängige Schwächen in einer Abfolge genutzt, um von einem anfänglichen Zugriffspunkt zu einem deutlich mächtigeren Ergebnis zu gelangen. Anthropic betont gleichzeitig, dass die Ketten in dieser Form nicht in realen Angriffen beobachtet wurden und dass die Veröffentlichung auf kontrolliertem Wege erfolgte, nachdem die Hersteller die jeweiligen Fixes priorisiert hatten.
Besonders anschaulich wird das in der Chrome-Kette. Laut Anthropic startet ein Szenario nach dem Laden einer Seite auf einem „stock“-Mac mit Chrome innerhalb weniger Sekunden, ohne dass weitere Klicks nötig sind. Die Demonstration soll nicht nur einen Code-Execution-Versuch liefern, sondern mehrere Grenzen nacheinander verschieben: Zuerst soll eine Schwachstelle den Speicher in der JavaScript-Engine V8 beschädigen, danach eine zweite Lücke die V8-Memory-Sandbox verlassen lassen und schließlich über eine Race Condition in CacheStorage den Zugriff auf Speicher erlauben, der eigentlich einer privilegierteren Browser-Komponente vorbehalten ist. Am Ende führt ein Use-after-free in FedCM, dem sign-in-bezogenen Mechanismus von Chrome, dazu, dass der Exploit Code außerhalb der Sandbox ausführen kann. Anthropic ordnet diese Kette zudem in einen größeren Befund ein: Für eine Reihe von gemeldeten Schwachstellen seien CVEs vergeben und in einem Zeitraum bis zu Chrome 156 gepatcht worden, darunter auch mehrere Sandbox-Escape-Vorfälle.
Auch Safari und die mobilen Apple-Plattformen werden im Bericht als „chain“-logisches Problem beschrieben. Der Safari-Ansatz soll dabei auffällig anders funktionieren: Er läuft dem Bericht zufolge nicht primär auf das Ausführen von Code hinaus, sondern auf das Erlangen von Lese- und Schreibrechten im Browser-Speicher. Der eigentliche Hebel ist dann eine Änderung eines einzelnen Wertes, mit der sich die Same-Origin-Policy deaktivieren lässt. Sobald diese Schutzregel außer Kraft gesetzt ist, kann eine bösartige Seite auf vertrauliche Daten wie den Browserverlauf oder Cookies zugreifen und zudem signierte Requests an andere Websites im Namen des eingeloggten Nutzers anstoßen. Als Fixpunkt nennt Anthropic eine Use-after-free-Schwachstelle, die in iOS und iPadOS 26.5.2 behoben worden sei, und nennt in diesem Zusammenhang namentlich Beteiligte bei der Lösung – was zwar die Authentizität der konkreten Bugfix-Zuordnung stützt, aber nicht automatisch die vollständige Modellarbeit im Detail transparent macht.
Am klarsten lässt sich ein Teil der Öffentlichkeit über den Windows-Fall „nachprüfen“, weil dafür ein öffentlicher CVE-Eintrag existiert. Anthropic beschreibt eine Denial-of-Service-Kette: Wenige Netzwerkpakete sollen das System zum Absturz bringen, und durch Wiederholung der Pakete soll der Dienst so lange „unten gehalten“ werden, bis die Schwachstelle gepatcht ist. Die interne Beschreibung ordnet den Bug als Out-of-bounds read in der QUIC-Verarbeitung des Windows-Kernels ein. Gleichzeitig nennt der öffentliche Datensatz für CVE-2026-33096 einen anderen Kontext im Ökosystem, nämlich HTTP.sys, den integrierten Web-Request-Handler von Windows, und bewertet den Schweregrad mit 7,5 von 10. Entscheidend ist: Keine freie Quelle verbindet diese zwei Beschreibungen eindeutig zu derselben Komponente, sodass Anthropics Einordnung in diesem Punkt faktisch vor allem über den eigenen Bericht nachvollziehbar bleibt.
Die Linux-Kette stuft Anthropic als besonders gravierend ein, weil sie ohne Login auf Root-Level abzielt. Das Szenario setzt dem Bericht zufolge voraus, dass der Zielserver einen multipath TCP Listener betreibt. Der Weg dahin beginnt mit einem Leak einer Kernel-Speicheradresse, um eine Schutztechnik namens KASLR zu umgehen; danach soll derselbe Race-Condition-Bug genutzt werden, um den Programmpfad umzulenken und Code auszuführen, der bereits in den richtigen Speicherstrukturen vorbereitet wurde – das Ergebnis ist eine Root-Shell. Anthropic behauptet für den Proof of Concept eine Zeit von 48 Minuten bis zum Leak und weitere fünf Minuten bis zur Shell, wobei ein gescheiterter Versuch das System nicht zum Absturz bringt, sodass ein Angreifer weiter retryen kann. Gleichzeitig existiert für CVE-2026-98432 zwar ein öffentlicher Fix-Eintrag mit einer sehr hohen Bewertung von 9,8, doch der öffentliche Datensatz beschreibt laut Bericht eine andere TCP-Konstellation als die im Labor genannte multipath-Variante. Genau diese Lücke – zwischen „öffentlicher CVE-Beschreibung“ und „Anthropics Chain-Implementierung“ – ist der Punkt, an dem Außenstehende die gesamte Argumentationskette nicht vollständig validieren können.
Technisch und organisatorisch ist auffällig, wie Anthropic den Veröffentlichungsrahmen begründet. Das Unternehmen sagt, es habe die gefundenen Schwächen über eine abgestimmte koordinierte Offenlegung gemeldet, die Entwicklern 90 Tage zum Patchen und weitere 45 Tage für eine spätere Eskalationsstufe bis zur detaillierteren Diskussion geben soll. Außerdem verweist Anthropic auf ein Cyber Verification Program, das „vetted professionals“ Zugang zu mehreren Claude-Varianten gewähren soll, damit überprüfbare Sicherheitstests möglich sind. Gerade im Security-Umfeld ist das relevant, weil die Diskussion oft bei der Frage hängt, wie reproduzierbar ein Exploit ist und wie viel menschliche Handarbeit zwischen dem ersten Prompt und dem finalen funktionsfähigen Kettenergebnis liegt. Anthropic liefert für den generellen Aufwand zwar Aussagen wie „initial prompting“ und „little human involvement“, aber eine Schritt-für-Schritt-Aufteilung, wer zu welchem Zeitpunkt welche Entscheidung getroffen hat, bleibt aus – damit bleibt die „Anteil“-Frage zwischen Modell und Mensch offen.
Für Unternehmen und Security-Teams ergibt sich daraus vor allem eine doppelte Lehre: Erstens verlagert sich die Angriffsrealität weiter in Richtung automatisierbarer Kettenlogik, bei der nicht nur ein einzelner Bug zählt, sondern die Fähigkeit, mehrere Barrieren nacheinander zu überwinden. Zweitens wird das Patchen in der Praxis zu einem Timing-Problem, weil die Kombination mehrerer Schwachstellen die „Angriffsfläche“ auch dann ausweiten kann, wenn jede einzelne Lücke isoliert betrachtet schon behoben wäre – sobald aber Teile davon in unterschiedlichen Komponenten oder Plattformen verzögert ausgerollt werden. Dass Apple und Google in ihren Release-Unterlagen konkrete Namen für bestimmte Chrome- und Safari-Fixes nennen, liefert dabei eine überprüfbare Orientierung, welche Knoten der Ketten bereits „abgeschnitten“ wurden. Wie groß die verbleibende Restunsicherheit ist, hängt in der Praxis jedoch davon ab, wie schnell eigene Geräte, Browser und Server-Stack-Versionen in den betroffenen Versionen aktualisiert sind und ob interne Hardening-Strategien (etwa Browser-Sandbox- und Netzwerksegmentierung) die Ketten selbst dann abbrechen, wenn der initiale Zugriff gelingen sollte.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Anthropic zeigt Kettenflaws: KI-Prototyp öffnet Chrome-, Safari- und Linux-Exploits" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Anthropic zeigt Kettenflaws: KI-Prototyp öffnet Chrome-, Safari- und Linux-Exploits" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Anthropic zeigt Kettenflaws: KI-Prototyp öffnet Chrome-, Safari- und Linux-Exploits« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!